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Ägypten 1992

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Ägypten 1992

  Flagge Fahne Ägypten

 

Ägypten pur (ohne Anreise) - da verpassen Sie was!

 

von Rita Terjung und Jörgen Hohenstein mit einem Hanomag AL 28

- Kairo, durch die Oasen, am Nil entlang und auf dem Sinai -

 

Freitag, 26. Juni 1992

 

Dänemark führte im Kampf um die Fußballeuropameisterschaft 2:0 gegen Deutschland. Um 22.07 Uhr fuhren wir aus Lüneburg ab. Das Wetter war, wie in diesem Sommer bereits gewohnt, sehr gut.

 

Samstag, 27. Juni 1992

 

Kurz vor Homburg/Ohm übernachteten wir auf einem Parkplatz. Aber bereits kurz nach 7 Uhr ging es weiter. Nach einem kurzen Abstecher zum Brötchenholen kamen wir gegen Mittag bei der Raststätte Baden-Baden an. Hier fand unser Treff mit Münchner Hanomagbesitzern statt. Jörgen hatte allerlei Fahrzeugteile mitgenommen. So wechselte z.B. ein großer Tank hier den Besitzer. Der Hano war nur 10 Minuten vor uns angekommen. Das war timing. Und nebenbei erhielten wir auch noch den Tipp, in Italien Saturnia zu besuchen und ein Angebot zum Entwickeln der Dias. Es war sehr warm. Kurz vor der Schweizer Grenze sah es sehr nach Gewitter aus; nach ein paar Tunneln war es aber wieder schön. Die Fahrt durch den 2-spurigen Gotthard Tunnel war wie erwartet bedrückend. Wir haben Probleme mit der Versorgungsbatterie. Sie lädt nicht richtig; auf jeden Fall zu wenig für die Kühlbox. Jörgen versuchte vergeblich, den Fehler zu finden. Er vermutet eine Funktionsstörung im Spannungswandler. Ohne gekühlte Getränke in Ägypten - für uns kaum vorstellbar. Und so beschlossen wir, noch in Norditalien eine Werkstatt aufzusuchen. Auf einem wunderbar ruhigen Parkplatz vertilgten wir Leberkäse mit Spiegelei, wie sich das eben in den Bergen gehört. 

 

Sonntag, 28. Juni 1992

 

Bedingt durch die Höhe war es diesig und relativ kühl. Ich habe mir beim Aussteigen mein Knie verdreht, was sich äußerst schmerzhaft bemerkbar machte. Glücklicherweise hatten wir eine Bandage mit. In der Schweiz bekommt man auch sonntags in den Autobahnraststätten Brot, was wir bezüglich des Frühstücks sehr begrüßten. Vor der Grenze wollten wir noch tanken und fuhren die letzte Ausfahrt ab. Hier wirkte sich der Sonntag allerdings voll aus; keine Tankstelle hatte geöffnet. In Chiasso standen wir dann plötzlich vor der Grenze. Scheinbar ist die Grenze hier sehr gering frequentiert, denn die Zöllner waren sehr neugierig und wollten in den Wagen sehen. Anschließend durften wir weiter. Am Hanomag quietscht etwas sehr laut. Kurz vor der Autobahn sah Jörgen noch mal nach, konnte aber nichts finden. Von der Autobahn nach Bologna fuhren wir Richtung La Spezia ab und fanden wieder alles vor, was das Herz auf einer Autobahnfahrt begehrt. Hohe Brücken, Tunnel, phantastische Aussichten! Gegen Abend landeten wir in Pisa. Der Parkplatz an der Stadtmauer war nur für Pkws reserviert. Wir suchten weiter und fanden schließlich ein ganz nettes schattiges Plätzchen. Der Dom und der berühmte schiefe Glockenturm stehen auf dem piazza di miracoli. Der Schiefe Turm von Pisa ist berühmt, wenn auch nur wegen der Spannung, die er erzeugt. Viele Menschen kommen hierher um das 810 Jahr alte Bauwerk zu sehen, bevor es umstürzt. Generationen von Experten konnten sich nicht darüber einigen, ob der Turm sich weiter neigt oder ob er heute gar weniger überhängt. Die neueste Diagnose lautet, er werde in etwa 100 Jahren fallen. Tatsache ist allerdings, dass der 50 m hohe Turm bei der letzten Messung einen Überhang von 4,25 Metern aufwies. Die Ursache der Schieflage ist gleichermaßen umstritten. Die eine Partei gibt dem Untergrund die Schuld, während die andere wissen will, dass die Architekten die Neigung schon mit eingeplant hätten, um ihr Können unter Beweis zu stellen (und Besucher anzulocken). Der Turm wird aber wohl in absehbarer Zeit nicht umstürzen. Allerdings ist er zur Zeit für den Publikumsverkehr gesperrt. Es herrschte eine angenehme Temperatur und gutes Fotolicht. Aber es waren immer noch sehr viele Leute unterwegs. Zunächst wollten wir auf dem Parkplatz übernachten, aber der Hano stand einfach zu schief. Richtung Livorno befanden wir uns plötzlich in einem Stau; ein Großteil der Italiener kam vom Wochenendausflug an die Küste zurück. Aufgrund des großen Rückreiseverkehrs hofften wir zumindest in Marina di Pisa auf einen annehmbaren Stellplatz. Aber dort und auch weiter an der Küste entlang ist alles ganz fest in privater Hand. Zurück in Marina di Pisa konnten wir den Hano zwischen Meer und Straße platzieren und in einem Ristorante essen gehen. Die Pizza, der Salat und der viele Chianti waren sehr gut. Wir blieben hier, obwohl die Schilder auf CAMPING VERBOTEN hinwiesen. Na ja, lassen wir es darauf ankommen.

 

Montag, 29. Juni 1992

 

Obwohl wir an einer Durchgangsstraße standen, haben wir gut geschlafen. Auf der Suche nach einem Spannungswandler landeten wir in Livorno. Aber merkwürdigerweise war in dieser relativ großen Hafenstadt keiner zu bekommen. Angeblich nur in Florenz. Also auf nach Firenze! Hier angekommen irrten wir mächtig umher. Fragen, fahren, fragen, fahren. Bei der Metro hat uns ein Polizeiwagen aufgegabelt und zu einem Händler gebracht. Na, mal sehen. Da der Mechaniker Mittagspause hatte, sollten wir bis um 14.30 Uhr warten. Um 15.20 Uhr kam endlich jemand. Aber mit Reparatur war nichts. Er konnte uns lediglich einen neuen Spannungswandler besorgen. So war es schließlich 17.00 Uhr, als wir endlich den Schrott- und Reparaturhändler verließen. Die Autobahn war sehr voll. In Orvieto fuhren wir ab und haben uns durch die saumäßig schlechte Ausschilderung auch prompt verfahren. Die Strecke war sehr kurvenreich und dabei ging's auch ständig bergauf und bergab. Wir durchquerten sehr interessante Orte, die an den Felsen zu kleben schienen. Leider wurde es sehr schnell dunkler und um 21.30 Uhr erreichten wir Saturnia und stellten uns an eine warme Schwefelquelle. Nachts kamen noch viele Leute zum Baden.

 

Dienstag, 30. Juni 1992

 

Endlich Badetag! Es war einfach zu herrlich, in dem warmen Wasser zu liegen. Leider war die warme Schwefelquelle ziemlich überlaufen. Als wir uns endlich aus dem wunderbaren Wasser bewegten, waren unsere Halsketten oxydiert. Auf unserem Weg Richtung Rom hielten wir noch in Albinia an einem "Super Pane" um Brot für das Frühstück zu kaufen. Bei San Vittore folgten wir einer guten Straße über die Berge. Unser Vorhaben, in einem Ristorante zu Abend zu essen, scheiterte an dem Mangel an Restaurants in dieser Gegend. Dafür fanden wir jedoch einen guten Stellplatz an einer Hausruine und aßen in unserem hauseigenem Ristorante selbstgemachten Hackbraten, Erbsen und Möhren mit Kartoffelbrei. Es wurde relativ kalt. Lag wohl an der Höhe.

 

Mittwoch, 1. Juli 1992

 

Wir schliefen beide schlecht. Wahrscheinlich hat uns diese Ruhe gestört. Jedenfalls haben wir viel unsinniges Zeug geträumt. In Serpentinen ging es hinab ans Meer. Auf verwirrend angelegter Verkehrsführung fanden wir schließlich den Weg nach Lesina. Den Stiefelsporn umfahren und nach einem schönen Stellplatz Ausschau halten, das war unser Ziel. Überraschend waren die vielen Serpentinen, die für Jörgen mit dem Hanomag nicht einfach zu fahren waren. Ständig ging es bergauf und bergab. In der Nähe von Peschici hatte er erst einmal "die Schnauze voll" und wir gesellten uns zu anderen an einen teilweise kommerziell genutzten Strand. Hier frühstückten wir erst einmal. Leider hatte das Meerwasser auch hier keine Anziehungskraft auf uns. Es musste doch noch etwas besseres geben!? In diesem Glauben fuhren wir weiter. Aber jedes kleine Stückchen Strand war in Privatbesitz. Also hatte das Umfahren dieser Halbinsel außer Stress nichts gebracht. Im Gegenteil! So mussten wir gezwungenermaßen in Vieste sehr teures Motoröl einkaufen. Trotzdem, diese uneinsehbaren Haarnadelkurven haben schon ein wenig Nervenkitzel bei mir hervorgerufen.

Von Manfredonia bis Zapponeta bot sich nur einmal eine Gelegenheit, zum Strand zu fahren. Dort stand bereits ein Pkw und eine große Ratte wirkte auch nicht gerade sehr einladend. Zu allem Überfluss fing es auch noch an zu regnen. Also suchten wir weiter. Aber es war wie verhext. Alle Wege zum Strand waren gesperrt. Schließlich gelangten wir hinter Barletta auf einem Feldweg an das Meer. Es war ein sehr schmutziger Strand, wie wir ihn überall in Italien kennengelernt hatten - zumindest dort, wo er frei zugänglich ist. Aber als Stellplatz reichte er aus - zumal wir einen ganzen Tag gesucht hatten. Den Abend erkoren wir zum Liederabend und hörten Kassetten. Offensichtlich funktioniert die große Kühlbox wieder. Das müssen wir weiter testen. Um 4.30 Uhr kamen die ersten Fischer. 

 

Donnerstag, 2. Juli 1992

  

Zuerst war es sonnig. Um 11.30 Uhr jedoch zogen Wolken auf und es sah sehr nach Regen aus. Den ganzen Tag über war es außergewöhnlich kalt, um 24° C. So haben wir uns im Hano verkrümelt und gelesen. Zeitweise regnete es.

 

Freitag, 3. Juli 1992

 

Es ist immer noch diesig. Leider haben wir die Umgehungsstraße nach Bari nicht gefunden und mussten durch alle Orte mitten durch. Das war bei dem Autoverkehr ganz schön stressig. In Bari war eine Ausfahrt gesperrt, die uns wiederum einiges Suchen kostete den Porto zu finden. Aber die Sucherei hörte nicht auf. Es folgte die Suche nach einer Bank, Brot, Zwiebeln usw. Jörgen hat einen kleinen Laden mit einer italienischen Mammi entdeckt. Er brachte noch Tomaten, Paprika und ein riesiges Glas Oliven mit.

Das Einschiffen auf die Egitto Express verlief chaotisch. Zunächst mussten die Autos für die anderen Fähren aussortiert werden. Die Wagen für ungefähr 4 Fähren standen alle auf einem Haufen. Durch das Durcheinander blickte keiner so recht durch. Um 16.15 Uhr durften wir auf die Fähre. Mächtig überrascht war ich zunächst von der Kabine, die mit Dusche und WC ausgestattet war und zudem noch vollklimatisiert. Außerdem war alles sehr sauber. So etwas hatten wir auf den Fähren bislang noch nicht erlebt. Die Egitto Express war 1991 renoviert worden. Abends aßen wir im Ristorante. Das kostete pro Person zwar zusätzlich 10.000 Lire, war aber einfach phantastisch. Der Wein kostete pro 0,75 l Flasche 6.000 Lire. Nach mehreren Gängen zogen wir uns endlich satt und zufrieden in unsere Luxuskabine zurück.

 

Samstag, 4. Juli 1992

 

Es war einfach toll: tolles Wetter, Frühstück, Mittagessen und Abendessen in der Selbstbedienung; das war mit Ausnahme der Getränke kostenfrei. Dann folgte die heißersehnte Fahrt durch den Kanal von Korinth. Von oben hatten wir den Kanal ja schon vor ein paar Jahren betrachten können. Aber Jörgens größter Wunsch war es, mal auf einem Schiff durch den Kanal gezogen werden. Es war schon aufregend und beeindruckend aber trotzdem wegen der Enge auch ziemlich bedrückend. Man hatte das Gefühl, jeden Moment an den steil aufragenden Felsen entlang zu schaben. Die Fahrt durch den 6,5 Kilometer langen und 25 m breiten Kanal dauerte ungefähr eine Stunde. Kaiser Nero hatte bereits mit dem Bau begonnen, doch die Arbeiten wurden im Jahr 68 n. Chr. eingestellt und erst im 19. Jahrhundert wurde der Kanal fertig.

Es war herrlich, einfach zu gammeln, duschen und wieder gammeln. In Piräus hatten die neuen Mitreisenden Schwierigkeiten, ihre Autos und Wohnwagen noch im Bauch der Egitto Express unterzubringen.

 

Sonntag, 5. Juli 1992

 

Morgens standen wir früh auf, um die Ankunft in Heraklion mitzuerleben. Die Abfahrt war für 12.00 Uhr Mittags geplant. Wir hätten, genau wie die anderen Passagiere, Gelegenheit gehabt, von Bord zu gehen. Aber uns war die Entspannung und Erholung wichtiger. Es stiegen eine Menge Passagiere zu. Autos dagegen wurden nur wenige verladen. Es wurde heißer. Die Sonne brannte ganz gut und ich habe Wäsche gewaschen. Abends nahm Jörgen natürlich an dem großen Mitternachts-Eisessen teil.

 

Montag, 6. Juli 1992

 

Wir fuhren an einer ganzen Menge Wracks vorbei und legten schließlich um 9.00 Uhr im Hafen von Alexandria an. Die Polizei, die Geldwechsler und andere undefinierbare Beamte kamen an Bord. Wie immer bei der Ankunft in afrikanischen Ländern herrschte ein heilloses Chaos. Nach Überprüfung der Pässe und der Geldwechselei mussten wir an der Information für 50 LE (ägyptische Pfund) eine Garantie als zusätzlichen Carnet-Ersatz kaufen. Dann durften wir endlich auf das Autodeck, wo der Zoll bereits wartete. Nach dem Zoll warten wir wieder. Endlich konnten wir von Bord. Während Jörgen der Fahrzeugversicherung nachrannte, wollten die Zöllner, dass ich den Wagen öffne, obwohl die Zollformalitäten bereits an Bord erledigt waren. Erst als ich auf Jörgens Namen in der Liste zeigte, gaben sich die Herren zufrieden. Es war sehr, sehr warm in Alexandria. An der Abfertigung herrschte ein heilloses Durcheinander, das für den Zuschauer ganz amüsant war. Jörgen wurde von einer Stelle zur anderen geschickt und musste Formular für Formular ausfüllen. Alle anderen liefen ebenfalls unschlüssig umher. Niemand wusste so recht, was nun eigentlich zu machen war. Und dabei wurden wir wegen des obligatorischen Bakschisches auch noch recht viel Geld los. Aber schließlich durften auch wir weiter und damit direkt hinein in das ägyptische Verkehrschaos. Leider konnten wir die wenigsten der Hinweisschilder lesen, denn sie waren größtenteils in arabisch. So fuhren wir auf gut Glück nach rechts und hofften auf die Desert Road zu gelangen. Nachdem wir an einer Tankstelle übers Ohr gehauen wurden, erreichten wir tatsächlich die Wüstenstraße. Durch eine langweilige, flache Sandwüstenlandschaft "preschten" wir Kairo entgegen.

Hinter einem Kalkabbaugebiet sichteten wir erstmals die Pyramiden. Es war aber schon ziemlich spät und wir wollten zunächst das Camp Saharamar suchen. Der Wart akzeptierte mein Camping-Carnet. Um 17.55 Uhr war es im Schatten noch 33° C warm. Morgen wollen wir uns den berühmten Sonnenaufgang bei den Pyramiden ansehen.

 

Dienstag, 7. Juli 1992

 

Um 5.00 Uhr wurden wir geweckt. Der gesamte Pyramidenkomplex ist vor nicht langer Zeit eingezäunt worden, um diese Spitzenerzeugnisse der Kategorie Weltwunder vor den Übergriffen der Touristen zu schützen, die ohne Gewissensbisse auf diesen Relikten umherturnen oder Steine als Souvenirs mitnehmen.

Wir aber standen vor der Absperrung und erfuhren, dass erst um 7.30 Uhr geöffnet wird. Aber gegen ein Bakschisch von DM 20,-- dürften wir hinein. Da es sehr diesig war, und von Sonne kein Stück zu sehen, warteten wir lieber und schliefen ein.

Kurz nach 8.00 Uhr fuhren wir dann hinein und zunächst zum Sphinx. An Eintritt zahlten wir 10 LE p.P., 2 LE für den Hano und 1 LE Bakschisch. Von der Sonne war immer noch nichts zu sehen; der Smog von Kairo lag über dem gesamten Komplex.

Wir waren von dem "kleinen" Sphinx ganz angetan. Der Blick in die Unendlichkeit ist wirklich faszinierend. Der erste Bakschisch-Jäger kam auf uns zu. Er wollte uns einen Skarabäus aus Plastik andrehen. Dann begaben wir uns zu der kleinen Pyramide des Mykerinos (62m). Der Gedanke an das Alter dieser Steinbauten (ca. 4500 Jahre) erfüllt einen doch schon etwas mit Ehrfurcht. Die Innenbesichtigung war im Eintrittspreis enthalten und so kletterten wir auf der Hühnerleiter hinab in die Grabkammer. Die Luft war nicht besonders gut. Außerdem roch es nach Urin. Wieder oben wurden wir von den Bakschisch-Jägern auf Kamelen begleitet. "Welcome! Where are you come from? Ah! Germany! Schön, schön. Du reiten Kamel? Du wollen Foto von Kamel? Nur 5 Pfund!" Es war schon etwas nervig. Doch irgendwann verlieren auch die hartnäckigsten Bakschisch-Jäger die Geduld. Zumal gerade neue Touristen eintrudelten. Jörgen kletterte in die Grabkammer der Chephren-Pyramide (136,50m), die rein optisch am größten wirkt, da sie auf einem Hügel liegt. Kaum zu glauben, dass die Cheops-Pyramide (137m) größer ist. Anschließend wollte Jörgen auf einem Hügel ein Foto machen. No Problem, no money. Am Ende wollten sie doch 5 LE; nicht für das Foto, sondern weil ja die Kamele auf dem Foto zu sehen sind. Über soviel Einfallsreichtum kann man nur noch schmunzeln. Jörgen rückte daher auch 25 Piaster heraus. Zufrieden waren die beiden Bakschisch-Jäger jedoch nicht, wollten mindestens 50 Piaster, da es doch zwei Kamele waren. Was zuviel ist, ist zuviel. Wir begaben uns, es wurde schon ziemlich warm, zum Barkenmuseum. Dort ist eine, erst 1954 am selben Ort gefundene Barke des Pharao ausgestellt. Am Eingang mussten wir die Fotoapparate abgeben, da wir für die relativ teure Fotografiererlaubnis nicht bezahlen wollten. Sogar die kleine Minox, die ich in meiner Gürteltasche hatte, wurde gefunden. Ich steckte die Minox unter dem anfänglichen Protest des "Fotoapparat-Aufpassers" in Jörgens große Fototasche. Das Sonnenschiff hat die über 4500 Jahre Lagerung nahezu unbeschadet überstanden. Es ist ohne jegliche metallische Elemente zusammengefügt und übertrifft die Größe der heutigen Nil-Feluken doch bei weitem. Als wir das Museum verließen, wurde Jörgen eindringlich darauf hingewiesen, dass er mir der Ordnung halber die Minox übergeben müsse.

Wieder draußen, erschlug uns der Anblick der inzwischen eingetroffenen Menschenmassen. Wir begaben uns zum Hano und flüchteten. Bei der Polizei unterhalb der Pyramiden holten wir uns den erforderlichen Sichtstempel, den jeder Einreisende innerhalb von 6 Tagen in seinem Pass anbringen lassen muss. Anschließend besuchten wir die Wechselstube im Mena House Hotel. Es war zu geckig, denn bevor ich das ägyptische Geld bekam, musste ich erst einmal Stempelmarken gegen bares Geld kaufen. Den Betrag vom Umtauschgeld abziehen - einfach unmöglich..

Zurück im Camp Saharamar legten wir uns schlafen. Erst später versuchte Jörgen die Elektrik, an der auch die Ersatzkühlbox hing, zu reparieren. Es funktionierte nämlich einfach gar nichts mehr so wie es sollte. Gesundheitlich hatten wir auch unsere Probleme; Jörgen litt unter Kopf- und starken Halsschmerzen, ich unter Kreislaufbeschwerden. Unsere Nachbarn auf dem Campingplatz waren bereits seit März unterwegs und über Marokko und Algerien schließlich in Ägypten gelandet. Algerien schilderten die beiden als ziemlich gefährlich. Ein VW-Bus sollte in der Arak-Schlucht überfallen worden sein und der Fahrer wurde getötet. So sind die beiden denn bei den Schreckensnachrichten bereits in In Salah wieder umgedreht und haben auf die Tour zum Hoggar-Gebirge verzichtet. Auf diesem Campingplatz versuchte jedenfalls der Thomas unsere Elektrik zu reparieren. Aber es sah ziemlich aussichtslos aus. Abends haben wir uns dann alle an meinem guten Chili gelabt. Wegen der vielen Mücken schliefen wir erstmalig unter meinem maßgeschneiderten Moskitonetz.

 

Mittwoch, 8. Juli 1992

 

Wir haben unsere Route kurzerhand geändert. Bei dem Trubel, der hier im Niltal herrscht und unserem Bedürfnis nach Ruhe und Weite, planten wir nunmehr eine Fahrt durch die Wüstenoasen der Libyschen Wüste. An der Tankstelle in Nähe der Pyramiden knöpfte man uns 27 ägyptische Pfund ab. Unsere Unsicherheit, bezüglich der Preise war ziemlich groß. Außerdem waren wir darauf eingestellt, dass jeder versuchte, uns übers Ohr zu hauen. Später stellte sich allerdings heraus, dass der Preis stimmte, den wir aber auch von anfänglich LE 30 heruntergehandelt hatten.

Eine sehr gute Straße führte uns durch eine sehr langweilige Wüstenlandschaft. Platt, wie ein Brett und nur Sand und feines Geröll. Unsere Kühlbox hatten wir im Fahrerhaus angeschlossen. Jörgen litt immer noch unter starken Halsschmerzen. Plötzlich sichtete er auf den parallel verlaufenden Gleisen eine Eisenbahn, griff nach dem Fotokoffer und sprang aus dem Wagen. Ungeachtet des doch ziemlich unangenehmen Windes knipste er darauf los und freute sich mächtig, als der Lokführer grüßte.

Kurz vor Bahariya dann erste Polizeikontrolle. Dazu kamen noch 3 LE für das Ticket. So richtig durchblickt habe ich den Sinn des Tickets nicht. Na ja, mal sehen. Und jetzt möchte ich ein richtig kühles Getränk!

Igitt! Die Kühlbox war verkehrt gepolt und hatte alles wunderbar aufgeheizt. Wie schrecklich. So lechzen wir immer noch nach einem richtig kühlen Getränk.

An der Tankstelle von Bawiti, eines der zur Oase Bahariya gehörenden Orte, tankten wir wieder für 30 Piaster pro Liter (ca. 15 Pfennig). Scheint also doch der reguläre Preis zu sein.

Es war bereits später Nachmittag und wir wollten zumindest in der freien Wüste übernachten. Also weiter Richtung Farafra. Und prompt hatten wir uns verfahren. Da kam ein Motorrad dahergebraust. Vorne ein Deutscher und hinten ein Ägypter. "Habt ihr nach Ahmed gefragt?" Wir verneinten. Ahmed ist laut unserem Reiseführer ein sehr patenter Führer für die Oase Bahariya. "Was hat dich denn hierher verschlagen?" Auf Jörgens Frage schien der junge Mann gewartet zu haben. "Ich war mit einem Freund auf dem Weg nach Farafra, als es mir die Kupplung duchhaute. Mann o Mann, was für eine Strecke. Riesige Schlaglöcher, von Straße keine Rede. Zurück in Bahariya bekam ich hohes Fieber, Durchfall und alles was man so kriegen kann. Bei Ahmed habe ich dann auf die neue Kupplung gewartet, die von Kairo aus hier eintrudeln sollte. Mein Freund ist inzwischen weiter nach Farafra gefahren. Mir bekommt die Hitze nicht. In ein paar Tagen fahre ich daher auf den Sinai." Er zeigte uns noch den Weg, drehte und brauste mit Ahmed davon.

Am Ortsausgang erfolgte wieder eine Kontrolle. Zunächst Polizei. Die knöpfte uns auch das Ticket wieder ab. Wie gesagt, keine Ahnung wofür das eigentlich gut war. Dann folgte die Militärkontrolle und schließlich waren wir in die Wüste entlassen. Die Sache mit dem Straßenzustand - also der Junge hatte beileibe nicht übertrieben. Riesige tiefe Löcher. Die Wüste bestand aus schwarzem Steingeröll auf Sand. Beim erstmaligen Versuch, einen Stellplatz zu finden, fuhren wir auch prompt in den weichen Sand hinein. Hinter einem kleinen Hügel hat Jörgen dann felsigen Untergrund entdeckt. Es wurde schnell dunkler. Ein wunderschöner Sonnenuntergang wurde uns dargeboten.

Weniger schön war dann der Rest: Strom geht nicht mehr (Batterie kaputt); auf die Gaslampe verzichteten wir auch (Gas war leer und zum Nachfüllen waren wir zu faul). Der Abend selbst jedoch war sehr angenehm. Nur einen Tick zu heiß. Nachts sank die Temperatur auf 15° C. Wirklich, äußerst angenehm. Gute Nacht Wüste!

 

Donnerstag, 9. Juli 1992

 

Nach dem lauten Italien, der Egitto Express und dem Trubel in Kairo/Giseh herrschte plötzlich absolute Stille. Kein einziges Geräusch. Und prompt konnten wir nicht schlafen. Nachdem wir uns dann morgens aufgerafft hatten, sahen wir uns von weißen, beißenden Ameisen umzingelt. Bei diesem ständigen Getanze von einem Bein auf das andere kann man natürlich nicht fertig werden. So fuhren wir erst spät weiter. Nachdem wir auf dieser chaotisch schlechten Strecke den Abbruch der Bahariya-Senke erklommen hatten, wurde die Straße wesentlich besser. An Ahmeds Oase machten wir halt. Hier hatte Ahmed, der frühere Organisator von Wüstentouren 1985 zwei Eukalyptusbäumchen gesetzt, die er mit dem Restwasser seiner Ausflüge goss. Auch wir spendeten den ziemlich vertrocknet aussehenden Bäumchen das kostbare Nass.

Jetzt ging es hinab in die Farafra-Senke und weiter auf guter Straße bis in die sagenhafte Weiße Wüste. In dieser Sahara el Seida hat die Erosion phantastische Kunstwerke geschaffen. Die gesamte Umgebung ist mit Kalksteingebilden übersät, in denen auch phantasielose Menschen die tollsten Gestalten entdecken können. Riesige pilzförmige Gebilde und da, sind das nicht Riesenechsen? Trotz der Mittagshitze wagten wir kleine Wanderungen durch diese unwirkliche Gegend.

Wie überrascht waren wir aber, als wir direkt an der Weißen Wüste eine ständig sprudelnde Wasserbohrung entdeckten. Es war einfach wunderbar, in aller Ruhe mal wieder Haare zu waschen, zu "duschen" und die Wasservorräte auffüllen zu können. Wir hatten auf dieser relativ kurzen Strecke ein grandioses Erosionstheater durchfahren, das von schwarzen Tafelbergen über weiße Kalksteindome und goldene Sandmeere zu Geröllebenen wechselt. Nachdem wir noch zwei Kontrollen vor der Oase Farafra passiert hatten, ging es auf sehr guter Straße weiter durch eine ziemlich langweilige Wüstenlandschaft Richtung Dakhla. An dem Militärkontrollpunkt Abu Miqâr kam ein Touristen-Unimog auf die Straße, der uns bis Dakhla begleitete.

Von dieser Oase waren wir wirklich überrascht. Sie war eindeutig die schönste Oase auf dieser Strecke. Bewundernswert sind die Bemühungen, in dieser trockenen Gegend vor allem Reisfelder anzulegen. Zu den Hauptanbauprodukten zählen aber auch Dattelpalm- und Olivenplantagen, Klee, Getreide, Mais, Obst und Gemüse.

In Mut haben wir noch getankt. Die Sonne verschwand sehr schnell am Horizont. Jörgen fuhr rechts in die Hügel hinein. Da es ziemlich windstill war und im Auto sehr warm, schliefen wir auf dem Dach.

 

Freitag, 10. Juli 1992

 

Um 6.00 Uhr wurde es sehr windig, so dass wir uns in den Hano zurückzogen. In der Oase Kharga suchten wir nach einer Post. Diese hatte leider geschlossen. Also fuhren wir weiter. Die Auffahrt auf den Abbruch in die Kharga-Senke bescherte uns einen letzten grandiosen Blick über das Wüstental und die Oase Kharga. Wir versuchten, auf direktem Weg über eine in der Karte eingezeichnete Piste den Nil zu erreichen. Beim ersten Versuch war nach ein paar Kilometern Schluss. Wir versuchten es noch mal. Es war einfach zum Verzweifeln. Jeder hatte hier getan, was er wollte und seine eigene Pistenmarkierung aufgestellt. Plötzlich befanden wir uns in einem Sandsturm, sahen nichts mehr und der Hano sprang nicht mehr an. Nachdem Jörgen in dem Sturm den Filter gereinigt hatte, überlegte Hano sich das wieder und sprang an. Wir fuhren in die vermeintliche Richtung Straße zurück. Nach einer leichten Irrfahrt durch einige Weichsandfelder (wir konnten ja nichts sehen), beschlossen wir, zu übernachten. Später stellten wir fest, dass wir nicht weit von der Straße entfernt waren. Wir hörten viele Lkws vorbeirauschen.

 

Samstag, 11. Juli 1992

 

Auch nachts war es noch sehr windig. Wir hatten ständig Durst. Als sich gegen morgen die Luft auf ca. 26° C. abkühlte, empfanden wir dies als sehr angenehm.

Nach 40 km ging es hinunter ins Niltal, das uns zunächst mit einer riesigen Zementfabrik empfing. Der Qualm verdunkelte die Sonne. Man hatte das Gefühl, dass hier überhaupt keine Sonne schien. Wir überquerten den Nil und setzten unsere Reise am Ostufer fort. Es stürmten eine Menge Eindrücke auf uns ein. Zunächst dieses viele Grün, die winkenden Leute, die Kinder, die beim Baden im Nilkanal der Hitze zu entfliehen hofften, die zur Begrüßung hupenden Autos und nicht zuletzt die Wasserbüffel. Große Pumpen, die das Nilwasser in einem riesigen Schwall auf die Felder pumpen, animierten dazu, den Kopf darunter zu halten. Aber allein der Gedanke an die gefährliche Bilharziose reichte, um diesen Gedanken nicht weiter zu verfolgen. Man schätzt, dass etwa 50% der ländlichen Bevölkerung Ägyptens an dieser Tropenkrankheit leidet. Die Bilharziosewürmer haben sich vor allem in den stehenden Randgewässern des Nils angesiedelt. Kein Wunder bei den vielen badenden Tieren und in unmittelbarer Nähe badenden Menschen. Wir passierten ständig Polizeikontrollpunkte, wurden aber nicht angehalten. Während einer kleinen Mittagspause am Nil kletterte das Thermometer auf 50° C bei sehr hoher Luftfeuchtigkeit. Fast wie in der Sauna. Beim Essen mussten wir uns ständig mit dem Handtuch den Schweiß abwischen. Interessant war auch das auf dem Nil schwimmende Grünzeug, auf dem sich Vögel fortbewegen und ernähren.

Um 15.00 Uhr erreichten wir Karnak. Diesen Tempel, den ich aus dem Agatha Christie Film "Tod auf dem Nil" kenne, musste ich einfach sehen. Wie erstaunt waren wir aber, als auf dem großen Parkplatz kein Touristenbus zu sehen war. Wegen der doch sehr großen Hitze wollten wir den Hano am Straßenrand unter einem Baum abstellen. Als wir dann aber Richtung Tempel spazieren wollten, pfiff uns ein Polizist auf den Parkplatz zurück.

Nun aber zum Amun-Tempel in Karnak:

Theben ist die griechische Bezeichnung für die altägyptische Hauptstadt "Waset", die auch einfach "die Stadt" genannt wurde. Zu dieser Stadt gehörten die heutigen Ruinen des Amun-Tempels von Karnak, des Luxor Tempels und die Nekropolen und Tempel von Theben West. Im Mittelpunkt Thebens stand der Tempel von Karnak, dessen Bedeutung u.a. aus den nüchternen Zahlen eines Papyrus aus der Zeit von Ramses III hervorgeht. Insgesamt standen 81322 Männer im Dienst des Tempels, sie hatten sich um 421662 Stück Vieh, 433 Gärten, etwa 2395 km² Ackerfläche, 83 Schiffe, 46 Baustellen und 65 Dörfer zu kümmern - übertragen auf die heutige Zeit handelte es sich um ein Großunternehmen. Im pharaonischen Ägypten hieß der Platz "Auserwählte der Stätten", denn hier stand über zwei Jahrtausende das größte Heiligtum der Ägypter. Dies bedeutete außerdem, dass hier über zwei Jahrtausende gebaut wurde. Der Tempel wurde ständig erweitert.

Es war irrsinnig beeindruckend, in der Säulenhalle umherzuwandeln, nach oben zu schauen und zu staunen. Wahnsinnsgravuren!! Wenn es nur nicht so heiß wäre. Außerdem war es recht bald mit unserer Ruhe vorbei. Ein Touristenbus folgte dem nächsten. In kurzen Hosen und mit arabischem Kopfschmuck stürmten die Leute den Tempel. Für uns war es damit Zeit zu gehen. In der Cafeteria stärkten wir uns noch mal mit kalter Cola und Mineralwasser. Obwohl das kalte Zeug in der Kehle brannte, war es richtig erfrischend. Hier beschlossen wir, auf einen Besuch von Theben-West zu verzichten. Zudem hatte das Tal der Könige gem. unserem Reiseführer bereits geschlossen. Für eine Stellplatzsuche war es aber einfach zu heiß. Wir wollten noch Ansichtskarten versenden. Das Ausfüllen der Karten im Hano war mächtig schweißtreibend. "Wie kommt denn ein Hanomag aus Lüneburg hierher?" Die Gardine wurde zur Seite geschoben und ein Mann blickte fasziniert herein. "Ich komme aus Bremerhaven, wir sind hier auf einer Nilkreuzfahrt.". Seinen weiteren Worten konnten wir entnehmen, dass es ihm nicht so besonders gut gefiel. Fast ständig auf dem Wasser. Leider hielt das Boot bei den Sehenswürdigkeiten immer während der heißesten Zeit des Tages. Und dann hieß es hinaus! In 1 1/2 Stunden legen wir wieder ab. Na ja, das wäre jedenfalls nichts für uns.

Da die Post in Luxor geschlossen hatte, versuchte Jörgen, die Karten in einem Hotel loszuwerden. Er wurde auch alle, auch die aus Kairo los. Erstaunlicherweise kamen aber nur die Karten aus Luxor in Deutschland an (zumindest bis heute, den 14.12.1992). Dann kaufte Jörgen noch 2 x 1,5 Liter eiskaltes Mineralwasser und ab ging es Richtung Assuan.

Dass wir an dieser Strecke übernachten mussten, war uns klar. Leider sahen wir uns doch mit einigen Problemen konfrontiert. So einfach in die Wüste abbiegen war nicht drin. Zunächst mussten die Eisenbahngleise überwunden werden, die aber lediglich in den Orten eine Art Übergang hatten. Zudem stimmte die Karte von Freytag + Berndt nicht. Die Bahn sollte die Straße lt. Karte ca. 50 km nach Luxor kreuzen und dann am Nil entlang weiterführen. Leider war das erst 50 km weiter der Fall und es war schon mächtig spät. Mit einem Mal wurde es dunkel und wir nahmen die erstbeste Gelegenheit wahr, fuhren ab in die Berge und fanden uns in einem kleinen Bergkessel wieder. Kaum Wind und dazu diese Hitze. Wir tranken, tranken und tranken.

 

Sonntag, 12. Juli 1992

 

In der Nacht kühlte es sich nur unwesentlich ab. Die Handtücher, die wir uns unter den Kopf gelegt hatten, waren völlig durchgeschwitzt. Dennoch hatten wir am dichtbesiedelten Nil einen relativ guten Stellplatz erwischt. Um 6.00 Uhr waren 30° C -im Schatten!-. Unterwegs nach Assuan hatten wir unseren Spaß an den verrückten Kameltransporten. In Assuan suchten wir die Behörde, die gem. Reiseführer die Genehmigung für eine Weiterfahrt nach Abu Simbel erteilt. Wir fanden absolut gar nichts. Über eine merkwürdige Schotterpiste und kleineren Irrfahrten fanden wir die Auffahrt zum Assuan-Staudamm. Hier ist Fotografieren verboten. Jörgen war sauer, dass ich im Vorbeifahren kein Foto zustande bekommen habe. Aber das lag nur an seiner blöden Kamera, die immer dann nicht auslöst, wenn man es gerne hätte.

Durch eine endlose, langweilige Wüste fuhren wir 4 Stunden lang (275 km) nach Abu Simbel. Die einzige Abwechslung war ein Mann, der uns in der Einsamkeit um etwas Wasser bat (wo kam der bloß her?) und unsere Klagen über den mächtig heißen Wind. In den 4 Stunden begegneten uns lediglich 2 Fahrzeuge. Und wieder dieser ständige Durst. In Abu Simbel ruhten wir uns zunächst einmal im Hano aus. Trotz der 47,3° C war es relativ angenehm. Wir schwitzten nur, wenn wir etwas tranken.

Um 19.00 Uhr gingen wir zu den Tempeln. Die riesigen Statuen muss man schon ein wenig auf sich wirken lassen. Da sich um diese Uhrzeit erfrischend wenig Leute in der Nähe der Tempel befanden, konnten wir diese einzigartige Architektur in aller Ruhe bewundern. Als später der Wind nachließ, wurde es doch noch sehr heiß.

 

Montag, 13. Juli 1992

 

Gerade als es etwas abkühlen wollte, so gegen 4.00 Uhr morgens, standen wir auf. Der Sonnenaufgang bei den Tempeln von Abu Simbel sollte etwas besonderes sein. Hoffentlich nicht so besonders wie bei den Pyramiden in Kairo (erinnert Ihr Euch?). Es war ein durchschnittlich schöner Sonnenaufgang; zudem störten die vielen Menschen, die in Herrgottsfrühe aus Assuan angereist waren. Um 7.00 Uhr wurde dann der Innenbereich der Tempel geöffnet. Wir schauten uns die mächtigen Kolosse und die wunderbaren Reliefs im großen Tempel an. Auch im kleinen Tempel waren wunderschöne Zeichnungen, die auch farblich sehr gut erhalten waren. Ramses II ließ zur Demonstration seines Einflussbereiches mitten in der nubischen Wüste in den Steilabfall zum Nil einen Großen Tempel für sich und, wenige Schritte entfernt, einen für seine Gemahlin Nefertari in den vollen Fels hauen. Mit der Schaffung seines eigenen Heiligtums vollzog Ramses erstmals den entscheidenden und letzten Schritt zur vollkommenen Gottgleichheit des Königs. Die Tempelachse war in der Weise von Westen nach Osten gerichtet, dass zweimal jährlich, am 20. Februar und am 20. Oktober die Strahlen der aufgehenden Sonne bis zu den Göttergestalten an der Rückwand des Sanktuariums dringen konnten. Die tief in den Berg getriebenen Schatzkammern und Magazine boten zudem einen hervorragenden Schutz für die durch Tribut oder Krieg erworbenen Reichtümer des Herrschers. Im Laufe der Jahrtausende zogen Kriegsheere, Handelsleute, Karawanen und andere Reisende an den Tempeln vorüber und hinterließen durch allerlei Einritzungen oftmals aufschlussreiche Dokumente ihrer Zeit. Später versanken die beiden Tempel im Wüstensand und blieben bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts vergessen. Am 22. März 1813 entdeckte der Schweizer Johann Ludwig Buckhardt die aus Sandverwehungen herausragenden Köpfe der Ramseskolosse. Jedoch erst im Jahr 1817 begann der Italiener Belzoni mit der systematischen Freilegung der Heiligtümer, die schon bald zu den Hauptsehenswürdigkeiten Ägyptens zählten. Als jedoch am 9. Januar 1960 mit dem Bau des Hochdammes bei Assuan begonnen wurde, drohte den Felsentempeln erneute Gefahr. Die steigenden Wassermassen des gestauten Nasser-Sees drohten diese einzigartigen Denkmäler für alle Zeiten zu überfluten. Auf ein Hilfeersuchen der beiden betroffenen Anliegerstaaten Ägypten und Sudan hin kam eine beispielhafte Rettungsaktion der UNESCO zustande, in deren Folge die beiden Tempel unweit oberhalb des ursprünglichen Standortes neu aufgebaut wurden. Die Tempel wurden in Blöcke zersägt, nummeriert und wieder zusammengeflickt. Wenn man so davorsteht - ein Wahnsinnsunternehmen!

Um 8.00 Uhr kamen dann die vielen Touristenbusse und wir beendeten die wirklich schöne und noch ruhige Besichtigung. Ich versuchte, auf dem Assuan-Stausee Krokodile zu entdecken, die man im ägyptischen Nil nur noch hier finden kann. Aber es war nichts zu sehen. Zum See hinuntersteigen wollte ich auch nicht, denn der Reiseführer hatte in der Beziehung über einiges zu berichten. Zunächst leben am Ufer des Stausees eine Menge Schlangen und Skorpione. Als der See vor einigen Jahren mal Hochwasser führte, musste die Armee eingreifen, um den Ort Abu Simbel vor dem flüchtenden Getier zu schützen. Außerdem ist der See, weil er kein fließendes Wasser ist, bilharzioseverseucht. Unter diesen Umständen verzichtete ich auch auf die Krokodile.

Leider ist in unserem Hano die gesamte Versorgungselektrik ausgefallen. Aber schließlich hat man auf den vielen Reisen ja gelernt mit Verdunstungskälte umzugehen. Jörgen verhandelt mit den Souvenirhändlern über Alabasterfiguren. Die er dann erworben hatte, waren auch ganz hübsch. Zum Beispiel eine Mumie in ihrem Sarkophag. Man kann den Sarg öffnen und die Mumie entnehmen. Zumindest ist das in dieser Größe ganz witzig. Ich hatte in der Zwischenzeit Postkarten von Abu Simbel zur Post gebracht. In Ägypten steckt man die Innlandspost in einen roten Briefkasten und die Auslandspost in einen blauen Briefkasten. Leider hatte dieses windschiefe Ding an der Wand eine völlig undefinierbare Farbe. Wenn man aber genau hinsah, war er doch mehr rot. In meiner Verzweiflung wollte ich die Karten direkt am Schalter loswerden. Nichts da! So geht das nicht. Mit meinem Englisch kam ich auch nicht weiter. Ein Ägypter betrat den Amtsraum und sah mir wohl meine Unschlüssigkeit an. "German?" Auf mein erleichtertes Nicken stellte er klar, dass die Karten wirklich in diesen merkwürdigen Briefkasten gehören. "You know Steffi Graf? Boris Becker? Beckenbauer? Hässler? Helmut Kohl?" Gott sei dank war sein Englisch nicht besser als meines und wir hatten eine wunderbare Konversation.

Am Hano waren das Anlasserkabel und der Ölfilter nicht fest. Auf der Rückfahrt durch die Wüste haben wir lange nicht so geschwitzt wie am Vortag. Die Sonne kam nicht richtig durch und alles wirkte ziemlich dunstig. Franzosen, die uns überholten, waren an einem Tag nach Abu Simbel und zurück gefahren. So werden sie nie erfahren, was ihnen dort an der unaufdringlichen Freundlichkeit der Menschen und an entspannender Ruhe entgangen ist. Am Nil herrscht Abendstimmung. Die untergehende Sonne glitzert im Wasser und taucht die wenigen Feluken in ein wunderbares Licht. Auch auf der Straße ist wenig los. Als wir rechts der Straße ein unbebautes Stück entdeckten, fuhren wir natürlich sofort ab. Ein wunderbarer Tag nahm mit einem wunderbaren Stellplatz (sogar mit Wind) seinen Abschied.

 

Dienstag, 14. Juli 1992

 

Wir haben herrlich geschlafen. Die Temperatur war bis auf 25° C abgesunken. Eine traumhafte Kühle für diese Gegend. Wir fuhren auf der uns bereits bekannten Strecke durch das Niltal. Es war wie auf der Hinfahrt. Dem Gesichtsausdruck der Menschen nach zu urteilen, war das Winken auch ehrlich gemeint und nicht als Betteln. Nach Karte mussten wir nun rechts ab. Aber dort stand kein Schild in lateinischer Schrift. Aber wir fühlten, dass wir auf der richtigen Straße nach Port Safaga waren. Natürlich folgte am Ortsausgang von Qena der obligatorische Kontrollpunkt. Der Traffic-Polizist redete auf Jörgen ein. Wir wissen bis heute nicht, was er eigentlich wollte. Schließlich durften wir weiterfahren. An einer Teebude bogen wir nach links ab in die Wüste. Wir folgten der Asphaltstraße bis zu den Ruinen von Mons Claudianus. Und wieder folgte ein phantastisches Erlebnis. Wir kraxelten alleine durch diese Ruinen, aus denen man in Griechenland oder der Türkei Touristenhochburgen gemacht hätte. Hier war nichts geschützt. Einstmals wurde in dieser Gegend Quarzdiorit für das ferne Rom gebrochen und mühsam dorthin transportiert, so die Frontsäulen für die Vorhalle des Pantheon, für das Forum Romanum und für andere Bauwerke. Am emsigsten wurde hier unter den Kaisern Trajan und Hadrian gearbeitet, weil sie ein besonderes Faible für das Material hatten. Vermutlich ging der Betrieb im 5. Jahrhundert n. Chr. zu Ende. Wir nahmen einige der herumliegenden Steine mit. Leider waren die uralten Säulen zu schwer für den Hano (und außerdem: "psst!! wenn das jeder tun würde?"). Aber denken darf man doch wohl mal. Wir fuhren weiter auf der landschaftlich sehr reizvollen Piste Richtung Hurghada. Unterwegs sahen wir einen Rundfahrt-Unimog, der an einigen (wahrscheinlich kommerziell genutzten) Beduinenzelten stand. Sah aus wie der, der uns auch schon auf dem Weg nach Kharga über den Weg fuhr. Hinter einem Felsen fanden wir einen schönen Stellplatz. Ach ja, irgendwie ist die Übernachtung in der Wüste unübertroffen. Wir konnten wieder mal ausgiebig duschen. Keine Mücken, aber einige Fliegen. Abends im Licht sichteten wir dann einen!! Falter. Diese phantastische Ruhe; und dazu noch Vollmond. Ich hatte keine Probleme, den letzten Teil dieses Tagesablaufs um Mitternacht ohne zusätzliche Lichtquelle zu schreiben. 

 

Mittwoch, 15. Juli 1992

 

Ich träumte schlecht und wachte deshalb häufiger auf. Dafür hatten wir, weil ich ständig das Handtuch nasshielt, morgens herrlich kühle Getränke. Diese mussten nur weiterhin gut gepflegt werden um den ganzen Tag über Kalt zu bleiben.

Kurz vor Hurghada stellte Jörgen fest, dass die Felge am linken Hinterrad eingerissen war. Wir fuhren langsam weiter. Mit viel Speed überholte uns der Unimog, den wir am Abend vorher gesehen hatten. Durch eingezäunte Minenfelder hindurch erreichten wir schließlich die Straße nach Hurghada. In Hurghada hatten wir uns mit einem anderen Hanomag-Fahrerpaar verabredet, die dort zu der Zeit einen Tauchkurs absolvieren wollten. Es war einfach schrecklich. So einen hässlichen Ort hatte ich bis dahin noch nicht gesehen. (nicht mal Agadir in Marokko war so schlimm). Uns offenbarte sich eine einzige Baustelle. Schatten, also ein paar Bäumchen, gab es nur vor dem Sheraton-Hotel. Trotz intensiver Suche haben wir die anderen Hanomagfahrer nicht gefunden. Ob die es da auch nicht ausgehalten haben? Das erschien uns sehr wahrscheinlich. Auf der Fahrt nach Suez wollte Jörgen den Reifen mit der defekten Felge wechseln. Leider klappte das nicht. Die Bolzen saßen fest. Außerdem war für den Wind dort draußen "Sturm" das richtige Wort. Es war äußerst unangenehm, sich im Freien aufzuhalten. Die Hochzeitssuppe, die ich in der Zwischenzeit erwärmt hatte, schmeckte überhaupt nicht. Irgendwie war uns das Ganze auf den Magen geschlagen. Falls die Felge nicht gewechselt werden kann: "Adieu Sinai". Wir würden es mit viel Glück gerade nach Alexandria schaffen, um dort auf die Rückreise zu warten. Jörgen fuhr langsam weiter bis zum 90 km entfernten Ras Ghârib. Jede Delle in der Straße fuhr er langsam aus. Die Gegend war stinklangweilig. Bohrtürme, Ölleitungen u.ä.

Schließlich landeten wir bei einer kleinen Werkstatt. Erkannt haben wir das Haus an den vielen Auspuffrohren auf dem Dach. Am Nil dagegen waren die Bäume vor einer Werkstatt mit Auspuffrohren geschmückt. Wir konnten uns mit dem Hano in eine kleine Seitenstraße neben die Werkstatt stellen. Als beim Abnehmen des Rades alle 6 Bolzen abgedreht und somit unbrauchbar wurden, war Jörgen fast am Verzweifeln. Aber er wurde in ein Taxi verfrachtet und quer durch den Ort zu einer kleinen Werkstatt gefahren. Für den Meister und seine 4 Söhne war das Herstellen von 6 neuen Bolzen scheinbar "no Problem". Jörgen kam zurück und teilte mir mit, dass die Bolzen wohl um 20.00 Uhr fertig sind, da sie von Hand gedreht werden. Inzwischen hatte ich Brot geschenkt bekommen. Eine ganze Zeit passierte gar nichts. Neugierige Kinder standen ständig um Hano herum. Um 20.00 Uhr stieg Jörgen wieder in die Taxe und holte die Bolzen ab. Der Meister verlangte zunächst 120 LE. Als er aber sah, dass Jörgen nur noch 100 LE in dem Portemonnaie hatte, verringerte er den Preis auf 90 LE (ca. 45 DM). Für uns ein Superpreis für 6 neue, handgedrehte Bolzen.

Jetzt musste das Reserverad noch angebaut werden. Das dauerte noch eine ganze Weile. Ich stellte inzwischen fest, dass wir direkt neben einem Gebetshaus standen. Faszinierend war der Berg an Schuhen, der während des Gebetes vor dem Eingang auf ihre Besitzer wartete.

Eine Frau lockte mich aus dem Hano heraus. Es war die Mutter des Automechanikers, die mich in einen großen Raum einlud, wo bereits andere Frauen warteten. Der Raum war an allen 4 Wänden mit gestickten weißen Gardinen abgehängt und ein großer Ventilator sorgte für die Frischluft. An 3 Wänden standen Polstermöbel mit großgeblümten Bezügen. Die 4. Wand schmückte eine Art Sekretär oder Anrichte mit vielen gerahmten Fotos. Der Fußboden war mit Webteppichen ausgelegt. Mir wurden Äpfel vorgesetzt, leider mit Schale. Aber ablehnen mochte ich nicht. Mal sehen, wie mir das bekommt. Auf das Wasser im Becher habe ich allerdings verzichtet. Dafür musste ich mir noch eine Sprite reinziehen. Das kann ja noch gut werden. Aber die Unterhaltung mit den Frauen war ganz witzig. Als Großmutter erfuhr, dass wir aus Germany kommen, wurde sofort Opa verständigt, der den Deutschen am Auto draußen unbedingt sehen wollte. Plötzlich wurde ich herauskomplementiert und in das Haus des Mechanikers gelockt. Jörgen und ich wurden dort zum Duschen überredet. Außerdem mussten wir zum Essen bleiben. Der Fernseher und der Videorecorder wurden angeschmissen. Wenn die Ägypter auch sonst nichts haben, auf jeden Fall besitzen sie einen Fernseher und meistens auch einen Videorecorder. Der Film wurde uns sehr angepriesen, leider war er auf Arabisch. Wir saßen auf dem Fußboden und ein Tischchen wurde hereingebracht. Wir aßen herrliche Eier, Würste, Frickis und Paprika. Dazu wurden zwei Soßen und Brot gereicht. Hinterher natürlich Cay (Tee). Und dann mussten wir uns die Fotoalben der Familie (Eltern und 3 Kinder) ansehen. Es war aber ganz witzig. Um 1.30 Uhr kamen wir, nachdem wir unsere Gastgeber davon überzeugt hatten, dass man im Hano wirklich schlafen konnte, endlich zu unserer wohlverdienten Nachtruhe.

 

Donnerstag, 16. Juli 1992

 

Wir haben ganz gut schlafen, bis plötzlich "La illaha Allah wa Muhammadun rasulu Allah" aus dem Lautsprecher erschallte und uns mitten in der Nacht aus dem Schlaf riss. Tatsächlich schlichen die Gläubigen an unserem Wagen vorbei in das Gebetshaus. Durch ein Fenster konnte ich sie sehen.

Als es dann hell wurde, mussten wir noch bis 9.00 Uhr warten, bis die Werkstatt geöffnet wurde und wir unsere Schulden bezahlen konnten. Außerdem nahmen wir noch Wasser auf, da auf Sinai das Nass sehr knapp sein sollte. Jörgen hatte hier auch sehr günstig Motoröl erstanden. Wenn wir das vorher gewusst hätten, hätten wir doch niemals in Italien.. - ach was soll´s, ist eh vorbei. Noch schnell ein paar Polaroid-Fotos; unsere Gastgeber haben sich sehr gefreut. Bei der Bank in Ras Ghârib habe ich noch völlig unproblematisch Reiseschecks getauscht und ab ging es, da der Hano ja wieder in Ordnung ist, Richtung Suez. Die Küstenstraße ist wirklich sehr langweilig. Einige Strandabschnitte zum Roten Meer hin sind eingezäunt. An der ganzen Küste liegen immer noch Minen herum (angeblich haben die Russen alle Pläne über die Felder mitgenommen). Die Felder sind (aber nicht unbedingt!!!) durch Schilder oder Zäune gekennzeichnet. Lust auf Baden hatten wir angesichts der vielen Bohrtürme im Meer sowieso nicht. Außerdem gab es hier wirklich keinen Schatten. Keinen Baum o.ä. Aber wirklich faszinierend ist dieses reine Türkis, in dem sich hier das Rote Meer präsentiert.

Als wir mittags Pause machten, um ein wenig zu schlabbern, kam sofort ein Militärpolizist, um uns vor den herumliegenden Minen zu warnen. Wir sollten bloß nicht zum Strand gehen. Das Wasser war vielleicht ca. 40 m entfernt.

In Suez angekommen, irrten wir umher und landeten zunächst am Kanal. Nach einigem Hin- und Her und der Fahrt durch die kleinen Orte am Kanal landeten wir schließlich doch am Tunnel. Die Durchfahrt kostete 3 LE. Endlich waren wir auf dem vielgepriesenen Sinai. Aber was war das??? Die Gegend sah genauso aus wie auf der anderen Seite des Kanals! Sehr öde. Wir besuchten eine Gedenkstätte, die für die Kämpfe mit den Israelis eingerichtet worden war. Durch die Nähe zum Suez-Kanal herrschte strenges Fotografierverbot. Anschließend fuhren wir die Westküste hinunter. Es war sehr, sehr windig. Sand wirbelte durch die Luft. Mit einem Stellplatz sah es sehr schlecht aus, bis wir kurz vor Sonnenuntergang bei Abu Zenima in Strandnähe einen tollen Stellplatz in einer Bergnische fanden.

 

Freitag, 17. Juli 1992

 

Morgens fuhren wir zunächst zum Strand. Dort trafen wir auf einen Militärposten. Wir haben zwar in weiterer Umgebung geparkt, aber scheinbar gehen hier alle gern zu Fuß und so mussten wir unsere Pässe herausrücken. Nach der Überprüfung haben uns die Militärs überredet, in die Badebucht zu fahren. Dort sollte es wirklich schön sein. War auch ganz toll. Wir sammelten Muscheln und Steine. Zum Baden war uns das Wasser viel zu kalt. Ein paar Kilometer hinter Abu Zenima bogen wir auf eine Piste ab, die zum Gebel Maghara führen sollte. Die Beschreibung in unserem Reiseführer war in bezug auf die Kilometerangaben nicht sehr genau (oder der Hano zeigte nicht richtig an). Wir hatten etwas Mühe, die richtigen Abzweigungen zu finden. In einer völlig verlassenen Gegend sprang plötzlich ein junger Mann aus dem Gebüsch. "Bakschisch, Bakschisch" tönt es hinter uns her. Schließlich erreichten wir den Gebel Maghara. Hier wurde in pharaonischen Zeiten Türkis abgebaut. Aber bevor wir zu den Höhlen kamen, stand uns zunächst noch eine anstrengende Kletterei bevor. Am Ende des Pfades sollte laut Reiseführer ein eindrucksvolles pharaonisches Relief aus der 3. Dynastie in eine senkrechte Felsplatte gemeißelt sein. Jörgen wollte wohl mal Höhlenkundler werden. Jedenfalls untersuchte er eine Höhle nach der anderen. Mich würde dieses Relief viel mehr interessieren, und so machte ich mich an den weiteren Aufstieg. Dass dieses Unternehmen allerdings so anstrengend und schweißtreibend war, hatte ich nicht für möglich gehalten. Darüber hinaus fand ich dieses Relief einfach nicht. Ich setzte mich vorsichtig auf einen großen Stein (schließlich ging's hier steil und noch viel steiler, als man sich das vorstellen kann, bergab) und wartete auf Jörgen. Mit meinem lädierten Knie jedenfalls wollte ich keine großen Erkundungen wagen. Da kam er auch schon angekeucht und fand auf Anhieb das Relief. Aber das war ja nicht alles! Es gab ja noch ein viel besser erhaltenes Basrelief ein wenig höher, aber auch schwieriger zu erreichen. Als ich die Felsspalte sah, in der es keinen Halt gab, gab ich auf. Jörgen kletterte mit viel Mühe hinauf. Dann sah ich ihn über eine sehr schmale Felskante kriechen. Später erzählte er mir, es wäre eine Art "free climb" gewesen und er hätte sich dort nicht sehr wohl gefühlt. Dennoch hatte er das Relief erreicht und natürlich fotografiert. Wir waren nur froh darüber, dass hier oben am Berg alles im Schatten lag. Ansonsten hätte uns die Hitze noch mehr zu schaffen gemacht. Nach dem Abstieg fuhren wir weiter in das Wadi Maktab, dem Tal der Inschriften. Vor allem auf den Felsen der rechten Wadiseite waren Inschriften, die bis in pharaonische Zeiten zurückreichen. Das Wadi, einst die Hauptverbindung zwischen Feiran und Suez, forderte offenbar Durchreisende aller Zeiten zum Grafitti auf. Jörgen hat sich natürlich wieder mal, da er kein Kunstbanause ist, auf einem Schild verewigt. Schließlich erreichten wir die Straße zum Katharinenkloster. Der an sich ganz guten Straße fehlte nur ab und zu der Teer- oder Asphaltbelag. Ein paar Kilometer vor dem Kloster bogen wir ab zu den blauen Felsen. Der belgische Künstler Jean Verame malte von Oktober bis Dezember 1980 einige der Felsenhügel auf dem Hochplateau blau an. Der Farbverbrauch betrug 10 Tonnen. Na, ja, es ist Geschmacksache. In einem Seitental fanden wir einen ganz guten Stellplatz (angeblich ist das Übernachten hier verboten). Es war wunderbar ruhig.

 

Samstag, 18. Juli 1992

 

Gut geschlafen habe ich allerdings nicht, da vielerlei verrückte Träume mich daran hinderten. Weiter ging es zum Katharinenkloster. Auf dem Parkplatz mussten wir halten und zu Fuß weitergehen. Die Busse dagegen durften durchfahren. Auf halben Weg zum Kloster schlängelte sich eine kleine schwarze Schlange vor unseren Füßen von einer Seite zur anderen. Das war übrigens die einzige Schlange, die wir in diesem "schlangenreichen" Ägypten zu sehen bekamen.

Das Katharinenkloster steht wie eine Trutzburg in einem engen Talkessel am Fuße des 2285m hohen Mosesberges (Gebel Musa). Kaiser Justinian gründete 527 n.Chr. das Kloster an der Stelle des brennenden Dornbusches und direkt an der einzigen Quelle dieser Gegend. Im 8. Jahrhundert fanden Mönche die angeblichen Gebeine der Heiligen Katharina; von da an hieß das Kloster "Katharinenkloster". Der Dornbusch im Kloster, an der Kapelle des brennenden Dornenbusches, soll ein Abkömmling des legendären Dornenbusches sein, der brannte und doch nicht verbrannte, als Gott Moses berief und ihn mit der Führung der Israeliten aus Ägypten beauftragte. Im Kloster selbst konnte man sich nur einen kleinen Teil ansehen. Nämlich besagten Dornenbusch und die mit Gold überladene Basilika der orthodoxen Christen. Alles andere war abgesperrt. Irgendwie enttäuschend. Und dazu diese vielen Menschen, die sich auf diesem kleinen Terrain vorwärts schoben. Ein Grund für uns, möglichst schnell wieder zu verschwinden. Am Parkplatz angekommen, stand neben uns ein Unimog, der uns sehr bekannt vorkam. Das war doch der Wagen, der uns vor 2 Jahren auf der Straße nach Illizi in Algerien begegnete. Später trafen wir die 3 Personen dann noch an der algerisch-tunesischen Grenze wieder. Jörgen klemmte eine Karte hinter die Scheibenwischer und wir fuhren weiter.

Im Gegensatz zum sonstigen Ägypten begegneten uns auf dem Sinai viele bettelnde Beduinen. Unterwegs Richtung Ostküste, entschlossen wir uns, das im Reiseführer angepriesene Wadi Arada zu besuchen. Hano quälte sich durch den Weichsand. Nach ca. 3 Kilometern tauchte eine senkrechte Felswand mit prähistorischen Zeichnungen auf, an der wir eine kleine Pause einlegten. Ein paar hundert Meter weiter wurde die Piste etwas besser. Schließlich erreichten wir den Punkt, an dem wir uns nach links in ein Seitenwadi wenden mussßten. Dieses teilte sich schließlich in zwei Arme. Wir parkten am unteren Arm, zogen unsere Trekking-Schuhe an und gingen in den anderen Wadi-Arm. Schon bald verengte sich der Canyon sehr. Wasserläufe haben sich hier einen Weg durch die Schlucht gegraben, so dass die Felswände fast senkrecht emporstiegen. Häufig mussten wir Hindernisse überwinden, die ich alleine niemals geschafft hätte. Die Felswände verengten sich häufig so sehr, dass man nur quer und mit eingezogenem Bauch hindurchkam. Schließlich erreichten wir ein Plateau, das mit bizarren Steinformationen übersät war. Zurück wollten wir durch den südlichen Arm des Wadis. Laut Reiseführer bedarf es dafür etwas bergkletterischem Geschicks. Wir waren aber nicht ganz sicher, ob wir auch an dem vom Reiseführer beschriebenen Punkt waren. Auf jeden Fall meinte Jörgen, das enge Etwas da vorne wäre bestimmt der richtige Einstieg. Ich weigerte mich. "Da komm ich doch nicht mal quer durch! Außerdem ist der Steilabfall viel zu hoch. Ohne Seil kommt man doch nicht mehr zurück." Jörgen war fest davon überzeugt, dass wir richtig waren. "Da sind doch Fußspuren!" Ich behielt meine Zweifel; es war auch nur eine Person, die hier vorher langgegangen war. Trotzdem kletterte und rutschte ich mit viel Mühe in diesen, nicht mal schulterbreiten Schlund. Bereits die ersten größeren Steinstufen (ca. 2 m senkrecht hinunter) trieben mir fast die Tränen in die Augen. Hier kommen wir jedenfalls nicht mehr zurück. Zudem hatte ich Angst um mein Knie. Springen konnte ich nicht. Und so rutschten Jörgen und ich die Schlucht hinunter bis wir schließlich an einen Punkt kamen, wo ein Steilabfall von ca. 3 Meter senkrecht hinunter den Weg versperrte. Ich streikte. Selbst die Person, die vor uns hier war, hatte bei diesem Anblick erst einmal eine Zigarette geraucht. Aber wir mussten runter, zurück war einfach nicht mehr drin. Und dazu kam immer noch das Unsicherheitsgefühl. Sind wir wirklich richtig?. Jörgens folgende Argumentation war einleuchtend. "Das Wasser hat sich den Weg immer nach unten gegraben. Irgendwo müssen wir also herauskommen". Hoffen wir nur, dass die Hindernisse für uns zu überwinden sind. Schließlich standen wir immer noch vor diesem extremen Steilabfall. "Du musst nur mit dem Rücken und der Kraft in den Armen arbeiten. Sieh mal, den Rücken gegen die Felswand, die Hände gegen die andere und so rutscht du langsam nach unten." Jörgen ging vor. Es sah wirklich nicht so schlimm aus. Wie gut, dass ich mein dickes Baumwollshirt anhatte. Sonst hätte ich mit sicherlich den Rücken ganz gut aufgeschabt. Aber es klappte wirklich. Irgendwo war bei der ganzen Sache ja auch der Nervenkitzel, der mir trotz allem doch so sehr gefiel. Es folgten noch einige kniffelige Passagen, u.a. ein ehemaliger Wasserfall, der sich in dieser engen Schlucht ein tiefes Becken ausgewaschen hatte. Aber auch diese Schwierigkeit haben wir mit gegenseitiger Hilfe überwunden und schließlich verbreiterte sich die Schlucht. Als wir dem Schluchtverlauf folgten, wartete hinter der nächsten Biegung der Hano auf uns. Wir waren tatsächlich die ganze Zeit auf dem richtigen Pfad gewesen.

Wieder auf der Straße, fuhren wir weiter Richtung Nuveiba. Von dort aus nahmen wir die Strecke nach Ain Furtega. Von hier aus führte eine Piste zum Coloured Canyon. Auf dem Parkplatz fanden wir einen tollen Stellplatz direkt an der Schlucht. Am Rand ging es mindestens 100 Meter senkrecht hinunter. Zum farbigen Canyon jedoch mussten wir erst einmal hinunterkraxeln und noch ein Stück spazieren. Dennoch war der Anblick grandios. Die Erosion hat hier in den verschiedenen Schichten des Sandsteins einzigartige farbige "Gemälde" geschaffen, die die durch den ständigen Schatten im Canyon auch nicht ausbleichen. Aber mitten im Canyon war wieder mal ein so großes Hindernis zu überwinden, dass ich streikte. Auch Jörgen hatte wohl für heute genug. Und so kletterten wir den Berg hinauf und erfreuten uns an der phantastischen Aussicht. Wir duschten in aller Ruhe und holten die Zeitschriften heraus. Ab und zu meinten wir, einen Motor zu hören. Zudem wurde es plötzlich windig, fast ein wenig stürmisch. Nach einer ganzen Weile erschien tatsächlich ein Geländewagen. Die Familie war erst am 16. in Alexandria angekommen und direkt zum Sinai gefahren. Sie hatten einige Schwierigkeiten, in diesem kleinen Sturm einen geeigneten Stellplatz zu finden, um ihr Dachzelt aufzubauen. Ich hatte Spaghetti zubereitet, die wir draußen aßen. Es dauerte keine Minute, da war das Essen durch den Wind völlig kalt.

 

Sonntag, 19. Juli 1992

 

Nachts entwickelte sich der kleine Sturm zu einem großen Sturm. Der Hano wurde auf der Felskante ganz schön hin- und hergeschaukelt. Entsprechend schlecht haben wir auch geschlafen. Auch die Familie im Geländewagen hatte nach eigenen Aussagen nicht besonders gut genächtigt.

Wir fuhren zurück an die Ostküste. Von dort aus nach Norden fanden wir einen tollen Stellplatz in einem Fjord. Von der Straße aus waren wir nicht zu sehen; wir dagegen konnten bis auf die andere Seite des Roten Meeres schauen. Allerdings war es immer noch sehr windig und wir hatten keinen Schatten. Jörgen wollte unbedingt ins Wasser. Aber ich hatte, nachdem ich den Reiseführer und den Unterwasserführer eingehend studiert hatte, panische Angst vor dem Steinfisch. Der Steinfisch sitzt bereits in knietiefem Wasser und weicht auch nicht aus, wenn man auf ihn tritt. Der Steinfisch besitzt einen Giftstachel, der zu sofortiger Atemlähmung und damit häufig zum Tode führt. Zu allem Unglück sieht dieses Viech auch nicht mal aus wie ein Fisch, sondern wie ein veralgter Stein. Also unter diesen Umständen bekommt man mich nicht ins Wasser. Jörgen war sauer, zumal man auch nicht allein schnorcheln gehen soll. Wir fuhren weiter. Gleich auf der anderen Seite der Bucht stand ein Wagen und wir erblickten im Wasser zwei schnorchelnde Personen. Mit viel Überredungskunst hat Jörgen es schließlich geschafft, dass ich mit ihm dort einen Schnorchelgang unternahm. Unser erstes Bad im Roten Meer. Leider war durch den Sonneneinfall nicht besonders viel zu sehen. Weiter fuhren wir durch Nuveiba hindurch nach Dahab.

 

Zwischendurch machten wir bei Ras Sheitani, dem sogenannten "Devil´s Head" halt. Auf der Landspitze steht ein alleinstehender, kopfähnlicher Felsen, von dem aus man Fische (besonders Haie) beobachten können soll. Das Riff fällt hier steil auf 15 m Tiefe ab. Leider haben wir außer einigen ätzend beißenden Insekten nichts gesehen. So fuhren wir dann direkt nach Dahab. Es wurde bereits dunkel und in der Nähe des Ortes war kein Stellplatz zu finden. Durch zwei Polizeikontrollen hindurch fuhren wir zur unbewohnten Südoase. Unter Palmen fanden wir einen Traumstellplatz. Wenn der ganze Müll und die Fliegen nicht gewesen wären, es wäre ein kleines Paradies. Der Wind wurde immer wärmer und entwickelte sich nachts wieder zu einem kleinen Sturm. Wir haben mächtig geschwitzt.

 

Montag, 20. Juli 1992

 

Da ich immer noch Panik vor dem Baden hatte, suchte ich einen annehmbaren Einstieg in das Wasser. Nach einiger Zeit hatte ich auch was gefunden. Jörgen fuhr den Hano dort hinaus. Leider war hier kein Schatten, aber auch keine Fliegen. Wir gingen schnorcheln. Es war einfach toll. Wir fühlten uns wie in einem Aquarium. Viele verschiedene Fische waren in den Korallen zu sehen. Auch giftige, wie z.B. der Rotfeuerfisch. Aber es waren schon eine Menge Fische aus unserem Unterwasserführer zu erkennen. Und dazu diese farbenprächtigen Korallen. Einfach wunderbar. Es ist schon richtig, wenn man dieses Gebiet als eines der besten Tauchgründe der Welt bezeichnet. Abends war es total windstill und nicht ganz so warm wie gestern.

 

Dienstag, 21. Juli 1992

 

Morgens haben wir noch mal herrlich geschnorchelt. Wir packten alles ein und wollten losfahren. Starten und - nichts! Jörgen meinte, die Batterie wäre fast leer und tauschte die beiden Starterbatterien gegeneinander aus. Nach einigen Versuchen sprang der Hano schließlich an. Aber er ging sofort wieder aus. Fast eine Stunde hat Jörgen gebraucht, um den Motor wieder anzubekommen. Aber dann lief er und auf unserem Weg nach Süden bogen wir schließlich wieder mal nach links auf eine Piste zum Strand ab. Nach einiger Herumfahrerei erreichten wir die auf Schwemmland gelegene Küste. Wiederum einige Kilometer weiter erreichten wir das Wrack der "Maria Schröder", auseinandergefallene Überreste eines gestrandeten Schiffes. Hier soll es auch sehr gute Tauch- und Schnorchelgründe geben. Aber da wir wieder Polizeikontrollen passierten und diese uns auch noch ausdrücklich auf das Übernachtungsverbot hinwiesen, fuhren wir weiter. Schließlich landeten wir beim Tauchclub Sharks Bay. Hier konnten wir neben dem eleganten Gebäude stehen bleiben. Außerdem waren Leute in der Nähe; einerseits gut beim Schnorcheln, andererseits könnte der Hano ja auch wieder nicht anspringen ???? Wir standen dort gar nicht mal schlecht. 

 

Mittwoch, 22. Juli 1992

 

Ein richtiger Faulenzertag hatte seinen Anfang genommen. Wir schnorchelten und sahen ganz andere Fische als in Dahab. So zum Beispiel viele Flöten- und Papageienfische und viele andere seltene Exemplare. Der Einstieg in das Wasser war durch den vorgelagerten Sandstrand sehr angenehm. Die Angst vor Steinfischen verflog. Zudem waren hier Taucher unterwegs, die einen Kurs besuchten. Muss schon interessant sein, das Tauchen. Abends kam noch eine Jugendgruppe aus Israel. Die Führerin zeigte uns eine sehr genaue Karte vom Südsinai. Sie stammte zwar aus dem Jahr 1972, war aber auf den Strecken, die wir bislang gefahren waren, sehr genau. Sogar Tankstellen und andere Kleinigkeiten waren darauf verzeichnet. Als der Generator angeworfen wurde, konnte Jörgen sich im Tauchclub rasieren.

 

Donnerstag, 23. Juli 1992

 

Hano hatte wiederum mit einigen Startschwierigkeiten zu kämpfen. Schließlich konnten wir aber doch weiter nach Ras Muhammed. Diese nur 700 m breite und 3,5 km lange Halbinsel soll das beste und fischreichste Korallengebiet des Roten Meeres sein. Sie besteht aus fossilen Korallen, die bei Erdbewegungen angehoben wurden und ein bizarres, aber ziemlich ödes Landschaftsbild erzeugten. Berühmt ist dieses Fleckchen aber auch nicht wegen evtl. Landschaftsschönheit, sondern wegen der Unterwasserwelt. Es wird als eines der schönsten, wenn nicht sogar als das beste Tauchgebiet der Welt gehandelt. Da ist zunächst mal das steil abfallende Riff und die gute Versorgung der Unterwasserwelt, die durch die günstige Strömung -und weil das Riff direkt am offenen Roten Meer liegt- besonders nahrhaft ist.

Der Eintritt in das seit Naturschutzgebiet kostete uns 8 US$. 4 für den Hano und 2 pro Person. Wir besuchten zunächst die Lagune mit einer der nördlichsten Mangrovenbeständen der Welt. Diese buschartigen Bäume wachsen im Salzwasser und stehen häufig total unter Wasser. In der Hidden Bay ging Jörgen dann schnorcheln. Ich hatte einfach zuviel Angst vor den vielen gefährlichen Fischen, wie Haie, Muränen, Barracudas usw. und der Tiefe. Als Jörgen jedoch wieder kam, redete er so lange auf mich ein, bis ich mitging. Im nachhinein war das die beste Entscheidung, die ich treffen konnte, denn es war einfach überwältigend. Als wir die Riffkante überquerten, befanden wir uns inmitten eines Schwarmes blauer Fische. Dazu die phantastische Farbenvielfalt der Korallen und die ziemlich großen Exemplare von vielen verschiedenen Fischen. Zudem hatten wir einen idealen Sonneneinfall. Ein riesiges beleuchtetes Aquarium, nur dass man so etwas im besten Zoo nicht zu sehen bekommt. Anschließend erkletterten wir den Look out, auch Shark Observatory genannt. Das soll ein etwa 50 m hoher Felsen an der Südspitze sein, von dem man tief in das glasklare Wasser sehen und mit Glück auch Haie entdecken kann. Leider hatten wir kein Haiglück, konnten aber viele sonstige große Fische ausmachen. Anschließend gingen wir baden, denn es war sehr heiß.

Später wollten wir die im Prospekt des Nationalparks vorgeschriebenen Camping Areas aufsuchen. Doch bislang hatten wir nichts entdeckt. So fuhren wir zum Visitor-Center, um weitere Informationen zu bekommen. Hier war jedoch alles menschenleer und ausgeräumt. Das Visitor Center war zumindest zur Zeit nicht in Betrieb. Eine Piste führte am Ende der Bucht den Berg hinauf. Oben angekommen, war an einer Militärstation Schluss. Nach den Aussagen der Soldaten sollten wir dort übernachten. Aber unsere Ruhe, die wir wo immer möglich suchen, wäre dann dahin. Also fuhren wir zurück in die Bucht zum Strand. Zwei Soldaten folgten uns und als wir ihnen klarmachten, dass wir hierbleiben wollten, dirigierten sie uns in eine Ecke der Bucht. Dort würden wir nicht so leicht gesehen werden. Normalerweise hätten wir bei Sonnenuntergang das Naturschutzgebiet verlassen müssen. Eine Übernachtung war nicht gestattet. Außerdem baten sie uns, kein Licht zu machen, dem wir gerne Folge leisteten. Gegen Abend bekamen wir wieder Besuch von 2 Soldaten. Zuerst fragten sie aber, wann wir schlafen wollten. Wir zeigten auf die "10" der Armbanduhr. Dann hatten wir eine nette Unterhaltung in der Jörgen einen neuen Schlüsselanhänger bekam. Punkt 22.00 Uhr verabschiedeten sich die beiden, aber nicht ohne uns für den nächsten Tag einzuladen. Wir sollten doch noch mal vorbeikommen und wir sagten gerne zu.

 

Freitag, 24. Juli 1992

 

Um 9.00 Uhr sollten wir zum Militärcamp hochkommen. Da wir aber sehr lange geschlafen hatten, konnten wir diesen Termin nicht einhalten. Um 9.30 kamen wieder zwei von den Jungs und fragten nach. Wir versprachen, spätestens um 10.00 Uhr dazusein. Oben angekommen, waren wir überrascht, fließendes Wasser vorzufinden. So hatten wir Gelegenheit, zu duschen. Leider wurden wir zum Essen eingeladen; dabei hatten wir gerade gefrühstückt. Während einer der 3 Soldaten das Essen vorbereitete, spielten wir Spiele, die wir schon eine ganze Weile als Geschenk mitführten. War ganz lustig. Gegessen haben wir auf dem Fußboden der Hütte. Schafskäse, eine Art Marmelade, Bohnengemüse und Fladenbrot. Da alles sehr trocken war, holte Jörgen Saft aus dem Hano. Nach dem Essen gab es natürlich Tee. Wir mussten uns Zeitschriften ansehen und hatten damit für unsere alten Illustrierten dankbare Abnehmer gefunden. Vor der Hütte machte Jörgen noch mehrere Fotos, z.T. mit der Polaroid. Diese Sofortbilder waren von den Soldaten heiß begehrt.

Wir wollten zunächst nochmal zur Hidden Bay fahren und am Riff schnorcheln. Aber es war sehr windig und so ließen wir diesen Plan fallen. Wir hatten so starken Gegenwind, dass der Hano nicht schneller als 50 km/h fuhr. An einer neuen Tankstelle nutzte Jörgen die Gelegenheit, sich zu rasieren. Außerdem erstanden wir 2 Flaschen eiskaltes Wasser. Abends suchten wir wieder den Stellplatz bei Abu Zemina auf, wo wir schon vor einer Woche gut gestanden hatten.

 

Samstag, 25. Juli 1992

 

Da wir hier sehr ungestört waren, konnten wir mal in aller Ruhe unsere Sachen ordnen. Dabei beschlossen wir, unsere Route zu ändern und durch das Wadi Sudr über den Mitla Paß zurück zum Suez-Kanal zu fahren. Aber die Abfahrt in das Wadi zu finden, war mangels entsprechender Ausschilderung und unzureichender Beschreibung im Reiseführer, gar nicht so einfach. Aber schließlich erreichten wir doch die Festung Qalat el Jundi , die hoch oben auf einem Berg im Wadi Sudr thront. Gegenüber der Festung war natürlich eine Militärstation. Kaum waren wir in Sichtweite, stürzten auch schon zwei Soldaten auf uns zu, klammerten sich am Hano fest und wollten uns den Weg zeigen, den wir aber auch ganz gut alleine gefunden hätten. Mit einer Schachtel Zigaretten zogen sie schließlich ab. Dann machten wir uns an den steilen Aufstieg. Saladin baute im 12. Jahrhundert seine Festung auf die Spitze eines einsamen Tafelberges. Von der Plattform aus hat man eine einmalige Aussicht über die Wüste. Wie die früher wohl diese gewaltigen Steine hier auf den Berg gebracht hatten? Es war unvorstellbar. Die Hitze machte uns zu schaffen. In den Ruinen war auch kein Fleckchen Schatten zu finden. Der Abstieg war ganz schön schwierig. Kaum unten angekommen, begegneten uns vier Geländewagen. Wir freuten uns im nachhinein, wieder mal ganz alleine bei einer ägyptischen Sehenswürdigkeit gewesen zu sein. Weiter ging es über eine Schlagloch-Straße zum Mitla-Paß. Hier gab es nicht viel zu sehen. Im Sinai-Krieg war dieser Engpass heiß umkämpft. Es soll noch viel explosives Material herumliegen. Auf der Sinai-Seite fuhren wir nach Norden. Unsere Versuche, ab und zu zum Suez-Kanal zu gelangen, waren vergeblich. Einige der Strecken, die auf der Karte als "Straßen" eingezeichnet waren, sind inzwischen stillgelegt worden. Vorbei an Granaten, kaputten Panzern und viel Stacheldraht fuhren wir zur Fähre El Firdân, die uns über den Kanal bringen sollte. Soldaten waren beim Einchecken behilflich. Und sie lehnten jede Art von Bakschisch ab. Keine Zigaretten und auch keine Cola. Eine Schachtel Zigaretten war dagegen unser Fahrgeld. Auf der anderen Seite angekommen, hatten wir zunächst Orientierungsschwierigkeiten. Schließlich fanden wir aber doch noch die geplante Straße. Hier war jeder noch so kleine fruchtbare Fleck landwirtschaftlich genutzt. Einen vernünftigen, ruhigen Stellplatz zu finden war gar nicht so einfach. Schließlich stellten wir uns hinter ein zerfallenes Bauwerk, das den notwendigen Sichtschutz zur Straße hin bot. Es war sehr windstill und daher auch sehr warm.

 

Sonntag, 26. Juli 1992

 

Nachts kühlte es auf ca 18° C. ab. Geplant hatten wir eine Fahrt quer durch das Nildelta, über eine der seltenen Brücken über den Nil hinüber zur Desert Road und weiter bis nach El Alamein, wo wir noch mal am Mittelmeer übernachten wollten. Die Karte wies eine eindeutige Strecke aus und wir rechneten mit ungefähr einem halben Tag Fahrzeit. Die geplante Strecke wurde dann jedoch zu einer unvergesslichen Irrfahrt durch das Nildelta. Bis zu einem gewissen Punkt konnte ich unsere Position anhand der Flüsse und Eisenbahngleise noch bestimmen. Aber nach ein paar Kilometern war die ganze Orientierung dahin. Wir irrten von Ort zu Ort, nirgends war ein Hinweisschild in lateinischer Schrift zu finden. Uns blieb nichts anderes übrig, als nach der Himmelsrichtung zu fahren. Doch auch das war nicht einfach. Jörgen wurschtelte sich durch die Eselskarren, Menschen, Radfahrer usw. Die Straßen führten häufig gar nicht nach Westen wo wir hinwollten, sondern in alle möglichen anderen Richtungen. Festzustellen war die Himmelsrichtung häufig nur am spärlichen Schatten der entgegenkommenden Fahrzeuge. Fragen hatte keinen Zweck, denn außer Arabisch wurde keine andere Sprache gesprochen. Zudem weisen die Araber einem immer einen Weg, auch wenn sie beim besten Willen nicht wissen, wo das Ziel liegt. Sie würden niemals zugeben, etwas nicht zu wissen. Plötzlich standen wir unvermutet vor einer Nilbrücke und erreichten in der Nähe von Sadat City die Desert Road. Von nun an achteten wir auf die in der Karte verzeichneten Abfahrt nach El Alamein. Aber kein Schild wies in diese Richtung. Auch bei der ungefähren Kilometerangabe war keine Straße zu entdecken. Jörgen wurde schon sauer, als gerade hinter der Maut-Station (hat aber nichts gekostet) das Gaszug-Seil riss. Jörgen, der zuhause jede Menge dieser Dinge herumliegen hatte, hatte aber gerade dieses Teil nicht eingepackt. Er versuchte es mit Klemmen, kein Erfolg. Dann zog er einen Draht ein, so dass das Gas immer auf "Vollgas" lief. Das Ganze hatte ungefähr eine Stunde gedauert. Wir schafften tatsächlich fast einen halben Kilometer, bis Hano wieder stehen blieb. Diesmal allerdings auf dem spärlichen Standstreifen der ungemein gefährlichen Desert Road. Hier evtl. über Nacht zu bleiben grenzte an Selbstmord. Aber es wurde schließlich langsam dunkel und der Defekt war einfach zum Verzweifeln. Wahrscheinlich war es Kismet, dass wir die Abfahrt nach El Alamein nicht fanden. Nach Alexandria dagegen war es nicht mehr sehr weit und morgen fährt doch die Fähre nach Italien ab. Mehrere neue Startversuche; es klappte schließlich. Langsam tuckerten wir nach Alexandria zu einer Mercedes-Werkstatt. Leider war dort kein passendes Ersatzteil vorrätig. Aber das ist alles "no Problem". Es wurde eben ein Gaszug-Seil zurechtgeschnitten. Mittlerweile war es schon total finster. Mehrere Mechaniker arbeiteten am Hano. Ich bekam inzwischen eine kalte Cola. Nach dem endgültigen Einbau bezahlten wir schließlich 10 US$. Einer der Mechaniker wollte kein Bakschisch; er schenkte mir das Bild seiner Tochter. Wir hatten die Genehmigung, vor der Werkstatt übernachten zu dürfen und Jörgen machte Fotos mit der Polaroid. Ein Mann brachte uns Cay. Die Werkstatt wurde gegen 22 Uhr/ 22.30 Uhr geschlossen und am nächsten Tag wieder zwischen 9.00 Uhr und 10.00 Uhr geöffnet. Einer dieser denkwürdigen Tage ging zu Ende, an denen man abends glaubte, das vormittags Erlebte ist schon ganz lange her, mindestens gestern. 

 

Montag, 27. Juli 1992

 

Um 11 Uhr fuhren wir weiter. Aber der Wagen ruckelte so stark, dass Jörgen wieder umdrehte. Jetzt waren jedoch auch die Mechaniker ziemlich hilflos; es war nichts zu machen. Wir durften eben nicht zuviel Gas geben. Angekommen in Alexandria, befanden wir uns inmitten des schönsten Verkehrschaos. Jörgen wollte noch mal tanken, aber an den meisten Tankstellen in Alexandria gibt es kein Diesel. Jörgen war nicht sehr glücklich, den defekten Hano durch verstopfte Straßen zu lenken. Hupkonzerte und ein absolutes Chaos begleitete uns. Zu allem Unglück fuhren wir häufig im Kreis und landeten immer wieder im gleichen Stau. Aber die Beschreibungen, wie wir zu einer Tankstelle mit Diesel kommen, waren auch sehr ungenau. Deshalb waren wir auch überglücklich, als schließlich eine Dieseltankstelle in Sicht kam. Aber danach folgte noch eine elendige Kurverei, bis wir schließlich den Hafen erreichten. "Einlass erst um 15.00 Uhr!" Wir warteten in der Nähe des Tores. Schließlich konnten wir doch schon um 14.00 Uhr hinein. Im Gegensatz zu der Einreise gestaltete sich die Abfertigung bei der Ausreise sehr gemütlich. 3 LE für das Fahrzeug, 20 LE, damit wir ausreisen dürfen und 3 LE und Zigaretten als Bakschisch für den kleinen dicken Beamten, der zunächst 25 LE von uns verlangte. Wir konnten mit unserem Hano als erste an Bord. Hier haben wir erst einmal ausgiebig geduscht, bevor wir essen gingen. Nach der lauten Nacht gestern schliefen wir recht bald. Allerdings war es in der Kabine sehr warm.

 

Dienstag, 28. Juli 1992

 

Jörgen reklamierte die Klimaanlage in unserer Kabine. Die Belüftung wurde umgehend repariert. Es war herrlich, so einfach vor sich hinzugammeln. Die Egitto Express legte um 18.00 Uhr in Heraklion an. Um 21.00 Uhr ging's weiter. Das Wetter war gut, allerdings herrschte Windstärke 4.

 

Mittwoch, 29. Juli 1992

 

Um 7.30 Uhr liefen wir in Piräus ein. Da erst um 16.00 Uhr Abfahrt war, wurden an Bord Fahrten zur Akropolis angeboten. Wir hatten Athen schon vor Jahren besucht, wollten nur entspannen und waren daher fast alleine an Bord. Um 18.00 Uhr ging es dann wieder durch den Kanal von Korinth. Das beklemmende Gefühl, das ich bei der ersten Durchfahrt hatte, stellte sich dieses Mal nicht ein. Jörgen machte die Bekanntschaft eines in der Schweiz lebenden Ägypters, der mit einer Engländerin verheiratet ist. Er hatte seinen Job aufgegeben, war mit allem Geld zurück nach Ägypten gegangen um sich selbständig zu machen und ist an der Bürokratie der Ägypter gescheitert. Die ganzen Ersparnisse waren an Bakschisch draufgegangen. Jetzt hoffte er, seinen alten Job in der Schweiz zurückzubekommen. Um 19.30 Uhr wurden alle Passagiere zum Cocktail arrividerci eingeladen, da die meisten Mitreisenden in Bari von Bord gehen werden. Jörgen und ich erfreuten uns noch an den Lichtern, die den Golf von Korinth säumten.

 

Donnerstag, 30. Juli 1992

 

Das Wetter war weiterhin schön. Auch nicht ganz so windig wie vorgestern. Um 15.00 Uhr lief die Egitto Express in Bari ein. Um 20.00 Uhr ging's weiter nach Venedig. Es war schrecklich heiß und abends herrschte eine hohe Luftfeuchtigkeit.

 

Freitag, 31. Juli 1992

 

Das Wetter war schön und das Meer glatt. Um 14.45 Uhr erreichten wir den Lido von Venedig. Leider war die Einfahrt in den Hafen diesmal nicht so interessant wie damals auf der Rückreise aus der Türkei, als wir in der Morgensonne ankamen. Es war einfach zu feucht-heiß. Wir hatten zwar geduscht, waren aber sofort wieder durchgeschwitzt. Die italienische Polizei kam an Bord. Nach der allgemeinen Passkontrolle konnten wir auf das Autodeck zum Hano. Jetzt folgte ein spannender Moment. Springt er an, oder nicht? Die drei Lehrer aus der Nähe von Kassel (Unimog, Katharinenkloster, Algerien - na, ist die Erinnerung wieder da?) warteten unsere Startversuche ab, um eventuell zu helfen. Hano sprang an. Um 16.50 Uhr fuhren wir aus dem Hafen heraus. Es war weiterhin feucht-heiß. Zudem fährt der Hano durch das provisorische Gaszug-Seil nicht mehr als 65 km/h. Abends kamen wir dann in ein Gewitter mit Regen. Da Hano bergan nur 25 km/h bringt, war es einfach zu gefährlich, bei dieser Witterung weiterzufahren. So übernachteten wir an der letzten Raststätte vor der österreichischen Grenze.

 

Samstag, 1. August 1992

 

Wir hatten gut geschlafen. Es hatte sich auf 16° C. abgekühlt. Mit 25 km/h überkrochen wir den Brennerpass. Bei Rosenheim gerieten wir in einen kurzen Stau. Auf der Ostumgehung von München haben wir den Stau ausgetrickst und fuhren über Garching wieder auf die Autobahn. Es war immer noch schwül-warm. Die Autobahn war in beiden Richtungen ziemlich voll. Abends haben wir in Arnstein "Zum Goldenen Engel" noch sehr gut gegessen. Es gewitterte wieder. Kurz vor dem Autobahndreieck Hattenbach stellten wir uns zum Übernachten auf einen Parkplatz. 

 

Sonntag, 2. August 1992

 

Um 15.22 Uhr erreichten wir Lüneburg. Der Alltag hat uns wieder. Eine einmalig schöne Urlaubsfahrt war damit wieder mal zu Ende.