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Libyen 2001

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Libyen 1996-1999

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Libyen und Tschad

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Libyen Flagge Libyen und Tschad Flagge Tschad

 

 

2.9.2 Dünen

Wenn man Dünen fährt, so tut man gut daran, alle nicht übersichtlichen Dünen oder Dünenzüge abzulaufen, um eine möglichst einfache Passage zu finden. Passen Sie auf, daß Sie nicht aus Versehen in einen Dünenkrater fahren. Dort dürfen Sie Ihr Auto in Einzelteilen wieder heraustragen.

Der Weg zu den Mandaraseen ist im Januar 1995 ziemlich zerfahren gewesen und es gab Streckenweise Probleme durch den zerwühlten Sand eine Dünenauffahrt zu bewältigen. Das selbe kann auch auf der Piste Idri - Ubari geschehen, da die Piste durch das Dünengebiet des Idhan Ubaris zieht.

Man muß in den Dünen nicht zwanghaft den zerwühlten Spuren folgen die irgendwelche Vorgänger gelegt haben.

Meist ist es so, daß nach einem Sandsturm keine Spuren mehr vorhanden sind. Das erste Fahrzeug das dann fährt sucht sich irgendwie einen Weg. Manchmal ist es fraglich, ob der Fahrer sinnvoll handelt oder nur Vollgas gibt.

Oft gibt es bei schwierigen Passagen einige Meter weiter rechts oder links günstigere Übergänge, die leichter zu bewältigen sind. Man sollte sich nicht scheuen auch mal einen Kilometer weiter eine Passage zu suchen. Diese muß man aber zuerst zu Fuß erkunden, um zu sehen ob man wieder auf die ursprüngliche Piste zurückkommt.

Eine Düne fährt man entweder mit Schwung oder mit Kraft.

Ersteres soll heißen, Sie fahren mit soviel Schwung die Düne hoch, daß Sie oben zum Stehen kommen. Dies ist die Methode, die am meisten praktiziert wird und die in der Regel auch zum Erfolg führt. Aber Achtung! Ist man zu schnell und kommt man auf dem Dünenkamm nicht zum Stehen, so wird man mit Wucht über die Düne in den oft steileren Abhang springen und mit der Autoschnauze in den Sand tauchen. Der lockere Sand bremst heftig, was einen Überschlag zur Folge hat. Die Reise ist danach meist ganz plötzlich zu Ende.

Also probiert man es am Anfang erst 2- oder 3- mal, bis man auf der Düne ist. Das "Dünenfeeling" stellt sich mit einiger Übung und Ausdauer schon von selber ein.

Die Kraft-Methode wird dann angewandt, wenn die Dünen zu lang, zu steil, der Sand zu locker ist und man trotzdem an dieser Stelle hinüber muß. Sie geht folgender maßen: Man läßt den Luftdruck in den Reifen auf 0,5 bar ab und fährt die Düne im ersten Gang Untersetzung mit zugeschaltetem Vierradantrieb langsam auf direktem Wege an.

An der Stelle, an der man einsanden würde, sollten dann schon je zwei Sandbleche hintereinander liegen. Man fährt über das erste Paar hinweg auf das zweite Paar, dann muß der Beifahrer und die Mannschaft des Begleitfahrzeuges die hinteren Bleche nach vorne tragen, auf die man dann wieder hinauffahren kann und so weiter.

Die Kunst liegt darin, das Auto nicht einsanden zu lassen, sondern immer auf den Blechen zu stehen oder zu fahren und, wenn es geht, das Fahrzeug in Bewegung zu halten.

Schaufelt man den Dünenkamm etwas ab, so wird der meist steile, letzte, sehr sandige Meter etwas entschärft.

Steht man nun voller Stolz auf dem Dünenkamm, so hat man erst die Hälfte geschafft, man muß auch wieder hinunter. Die Abfahrten sind meist steiler und viel sandiger als die Auffahrten. Man fährt also in direkter Fallinie im ersten Gang mit Vierrad und Untersetzung bergab. Dabei muß man leicht bis mittel Gas geben, so daß sich die Vorderräder nicht in den Sand eingraben. Kuppeln und bremsen Sie um Gottes willen nicht! Das Ergebnis wäre, daß die Vorderräder einsanden und das Heck seitlich ausbricht. Was wiederum zur Folge hat, daß man die Düne mit dem Auto seitlich hinunterkullert. Auch hier ist die schöne Libyenreise dann ganz schnell zu Ende.

Also behalten Sie die Nerven und geben gekonnt Gas, die Erdanziehung hilft Ihnen dabei, den Talboden sicher zu erreichen.

Da man immer mit mindestens zwei Autos in den Dünen fährt, ist folgendes zu beachten: Das erste Auto fährt vor und das zweite wartet so lange, bis das erste sicher das Hindernis überwunden hat, erst dann folgt das zweite Fahrzeug. Fährt man hintereinander, so passiert unweigerlich folgendes: das erste Fahrzeug bleibt hängen und das zweite muß irgendwie ausweichen, meist die Düne hinunter oder quer in die Düne hinein. Mit etwas Pech fällt ein Fahrzeug um und das andere steckt gnadenlos fest. Die Rettungsaktion dauert dann meist etwas länger.

Schnallen Sie sich auf jeden Fall an und achten Sie darauf, daß das Gepäck festgezurrt ist. Man kann schon einmal umfallen, aber wenn man dabei aus dem Auto fällt und von ihm erdrückt wird oder bei einen Sprung einem die Kochkiste gegen den Schädel knallt, kommt jede Rettung zu spät.

Dünen fahren macht Spaß, wenn man sein Können und das Auto richtig einschätzt, den gesunden Menschenverstand benützt und die Nerven behält. Üben Sie sich als Anfänger erst an den kleineren Dünen (2-10 Meter), bevor Sie sich an die Durchquerung eines Ergs wagen.