Karte: ONC H-3, TPC H-3C, Libya M 1:2 000 000,
"Grüne" Libyenkarte M 1: 3 500 000, russische Karte G 33 M 1: 1 000
000, deutsche Militärkarte von 1942 Sebha G33 M 1:1.000.000.
Streckenlänge: 118 km
Fahrtdauer 1 Tag
Die Streckenführung ist in der russischen
Militärkarte hinreichend genau eingetragen. Allerdings stimmen die Koordinaten
von Al Qatrun nicht mit der eingezeichneten Lokalität überein. Al Qatrun liegt
ca. 7 Kilometer weiter südwestlich als es in der Karte eingezeichnet ist.
Die Strecke ist nicht markiert, Spuren sind keine oder
nur selten vorhanden. Diese Route wird nur noch sehr selten befahren.
Die Piste verläuft auf einem Abschnitt der
Bornostraße, ein alter Karawanenweg, der von Murzug über Al Qatrun nach Bilma
im Tenerre zieht. Heinrich Barth benutzte diese Route auf seiner Rückkehr von
Schwarzafrika 1855.
Nachdem man den Pisteneinstieg gefunden hat, erreicht
man bald darauf einen ca. 20 km breiten Dünengürtel, den man in südliche
Richtung überquert. Spuren oder Markierungen sind keine vorhanden. Die Passage
der 4 bis 10 m hohen Dünen geht in der Regel ohne Probleme, den Weg muß man
sich jedoch selber suchen.
Nach den Dünen folgt eine große, weite Sandebene, die
nur durch einen Wadi unterbrochen wird. In dem Wadi steht die alte Festung Bir
el Mestufa, die wahrscheinlich als Kontrollpunkt für den Krawanenhandel diente.
Nach der Festung geht es über eine weite, konturlose
Sandebene, die sehr schnell zu befahren ist. Es ist schon ein eigenes Erlebniss
bis Al Qatrun über eine schier endlose Ebene ohne Anhaltspunkte, nur dem
Kompass folgend, in Richtung Süden dem Horizont entgegenzufahren.
Von Murzug fahren wir auf der Teerstraße in Richtung
Osten und treffen nach ca. 50 Kilometer auf eine Tankstelle, an der die Straße
nach Traghin in Richtung SE abbiegt. Man fährt hier in die Stadt hinein und
fragt nach dem Weg zu einer kleinen Ortschaft Namens Maafen. Maafen liegt ca. 6
km südlich von Traghin, hier fängt die Piste nach al Qatrun an.
In Maafen angekommen, fahren wir durch die kleine
Ortschaft und treffen am südlichen Ortschaftsende auf den Pistenanfang. Hier
stellen wir den Kilometerzähler auf 0,0 km
km 0,0 25-51-38 N 14-27-96 E Pistenanfang südlich von
Maafen
Von hier aus fahren wir in Richtung Süden.über eine
kleine Ebenen auf die vor uns liegenden Dünen zu. Nachdem wir eine niedrige
Düne passiert haben, geht es weiter über eine Sandebene nach Süden. Schon von
weitem sehen wir einzelne Reifen, die eine Piste markieren. Bei km 13 erreichen
wir die Reifenreihe.
km 13 25-47-92 N 14-30-66 E Reifenreihe nach Osten
Wir stehen hier kurz vor den Dünen, an einem Reifen,
der augenscheinlich eine Piste markiert. Spuren sind keine zu erkennen, jedoch
finden sich westlich und östlich weitere Reifen.
Von hier aus müssen wir uns einen Weg durch die Dünen
nach Süden suchen. Wir überfahren meist ohne Probleme die ca. 4 m bis 10 m
hohen Dünen. Der Wind kommt in diesem Gebiet die meiste Zeit im Jahr von
Norden, daher ist in unserer Fahrtrichtung die Dünenauffahrt meist festgepreßt.
Im Lee der Düne, also auf ihrer südlichen Seite, erwartet uns in der Regel
weicher Sand. Bei der Abfahrt müssen wir gekonnt Gas geben, um das Tal sicher
zu erreichen.
Die Dünen bilden parallel von West nach Ost
verlaufende Dünenreihen. Zwischen den Dünenreihen sind Täler, in denen man
problemlos nach Westen oder Osten fahren kann, um einen neuen Übergang zu
suchen.
Die Route führt genau nach Süden, wir versuchen
entlang von 14°-30` östlicher Länge nach Süden zu fahren.
km 21 25-44-21 N 14-30-27 E in den Dünen
Wir fahren nach Süden weiter über die Dünen und
erreichen nach 3 Kilometer eine weite Ebene mit sandigem, relativ weichem
Untergrund.
km 33 25-38-03 N 14-28-87 E auf der Ebene
Rechts von uns sind einige Dünen zu erkennen; links
von uns ist ein dunkler Höhenzug. Wir fahren weiter in Richtung Süden und
sehen nach 3 Kilometer ein Wadi mit Büschen vor uns liegen. Wir halten auf das
westliche Ende des Wadis zu. Nun folgen einige Steinfelder, die wir zum Teil
umgehen können, aber dann doch überqueren. Auf dem härteren Untergrund sind
Fahrzeugspuren zu erkennen.
Bei km 47 erreichen wir das westliche Ende des Wadis
und suchen den Brunnen.
km 49 25-30-15 N 14-26-66 E die Ruine von Bir el
Mestufa
Bei der Suche nach dem Brunnen haben wir die imposanten
Überresten der Befestigung von Bir el Mestufa. gefunden. Es handelt sich
hierbei um eine fast runde Ruine, die aus getrocknetem Salzlehm vermischt mit
Steinen errichtet wurde. Der Baustil der Anlage ist zwar militärisch, aber die
Ausführung der Arbeiten deuten darauf hin, daß diese Anlage älteren Ursprung
ist. Vielleicht ist sie ein Kontrollpunkt auf den Karawanenwegen gewesen.
In dem Wadi, in dem die Festung liegt, weiden
Viehhirten aus Al Qatrun ihre Kamele. Den Brunnen, der zur Festung gehört,
haben wir nicht gefunden. Aber ca. 1km weiter südlich der Festung ist ein neuer
Brunnen gegraben worden.
km 50 25-29-38 N 14-26-92 E der Brunnen von Bir el
Mestufa
Der Brunnen ist sehr schlecht zu finden. Zwei
halbierte, blaue, umgedrehte 200 Literfässer schützen den ebenerdigen Brunnen
vor dem Sand.
Die Brunnenfassung besteht aus einem LKW Reifen. Leicht
salziges Wasser wird in 5 m Tiefe angetroffen.
Bei km 61 steht ein Reifen, der Untergrund ist steinfrei und wir fahren wie
gehabt in Richtung 170° weiter. Auf der weiteren Fahrt durchqueren wir noch
einige kleinere Steinfelder.
Links von uns ist eine Reihe von kleinen Steinhäufchen, die augenscheinlich
die Überreste einer Pistenmarkierung sind. Wir fahren weiter über eine flache,
sandige Ebene ohne Konturen in Richtung 170°.
Bei km 104 sehen wir vor uns in der Ferne den Funkmasten von Al Qatrun. Wir
halten auf ihn zu und fahren in Richtung Süden weiter.
km 113 24-56-18 N 14-31-36 E Reifen am nördlichen Rand der Oase.
Wir sind seit dem Brunnen die meiste Zeit sehr schnell über eine konturlose
Ebene ohne Spuren in Richtung Süden gefahren.
Hier stehen wir nun am nördlichen Rand der Oase kurz vor den ersten Gärten
an einem Reifen .
Wir biegen nach rechts ab und folgen einem Weg durch die Gärten in Richtung
Sendemast.
Wir sind am Sendemast von Al Qatrun, gegenüber ist die Tankstelle und eine
Reifenwerkstatt.
In Al Qatrun kann man tanken, Wasser auffüllen und in einem kleinen Lädchen
das Notwendigste kaufen. Ansonsten ist dieses Dorf eher verschlafen und
mindestens genauso agil wie Idri.
Wir wollen ja auch keine tollen Städte anschauen, sondern eine großartige
Wüste erleben.