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Libyen 2001

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Libyen 1996-1999

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Libyen und Tschad

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Libyen

Tschad

 

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Libyen Flagge Libyen und Tschad Flagge Tschad

 

 

Pistenbeschreibung und GPS-Koordinaten (Tracks) aus dem Tschad

- Auszug -

 

4.4.Von Zouar nach Bardai über das Trou au Natron

 

Karten: russische Karten M 1: 500 000 - F 33 r

franz. IGN Karten M 1 : 1 000 000 Djado - NF 33

 

Streckenlänge: Zouar - Trou au Natron 175 km

Trou au Natron - Bardai 72 km

gesamt 247 km

Fahrtdauer: 2 Tage

 

Die Strecke führt vorbei an einem der eindruckvollsten Wunder der Sahara, dem Natronloch. Man sollte es auf gar keinen Fall versäumen, dieses Naturmonument zu besuchen. Die Piste, die in das zentrale Tibestimassiv führt, ist eine einzige Quälerei. Es geht immer wieder über Felsstufen und auf Geröllpisten den Berg hinauf, bzw. hinunter. Lassen Sie sich viel Zeit, sonst brauchen Sie noch mehr Zeit beim Reparieren der Schäden, die durch brutales Fahren entstehen.

Wollen Sie in das Natronloch hineinsteigen, so nehmen Sie sich noch einen Tag Zeit.

 

km 0,0 20-27-37 N 16-31-83 E Zouar

Wir verlassen Zouar auf der nach Westen führenden Piste. Nach ca 12 Kilometern erreichen wir 20 - 30 m Hohe Felsnadeln, an denen ein kaputter Panzer steht.

km 12 20-25-49 N 16-25-80 E Felsnadeln und kaputter Panzer

Wir fahren weiter nach Westen, die Piste wird nun sandiger und ist durch tiefe Fesch - Feschfelder sehr staubig. Bei km 31 erreichen wir den östlichen Eingang in die enge Schlucht.

km 31 20-25-35 N 16-16-16 E westlicher Eingang in die Schlucht

Von hier aus kämpfen wir uns durch die enge, sandige Schlucht hindurch. Am Ausgang biegen wir nach rechts ab und nehmen die nach Norden führende Piste. Kurz darauf treffen wir auf eine Straßensperre, an der das Militär die Pässe kontrolliert.

Von hier ab in Richtung Norden fahren wir wieder durch Minengebiet. Man darf die Spur nicht verlassen!

km 48 20-28-16 N 16-09-54 E Wadi und Abzweig nach Bardai

Dieser Punkt ist durch einen Reifen markiert. Wir biegen hier nach rechts in Richtung Nordosten ab. Die Piste verläuft in einem sandigen Tal. Teilweise tritt Wellblech auf.

km 54 20-30-79 N 16-11-45 E Abzweigung

Hier biegen wir nach links ab und folgen dem Pistenverlauf. Das Spurenbündel ist nicht aufgefächert, obwohl genügend Platz da wäre. Unser Führer wurde sichtlich nervös und fing zu Toben an, als ich die Spur kurz verließ. Dies mag als Hinweis genügen, daß es Minen in diesem Abschnitt gibt! Das Problem war wohl, daß ich sein arabisch nicht verstand.

km 68 20-36-87 N 16-15-22 E felsiges Wadi

An dieser Stelle queren wir ein felsiges Wadi. Wir rumpeln mit viel Gefühl und im ersten Gang der Untersetzung in das Bachbett hinein. An den Ufern stehen Steinhäuser. Diese stark zergliederte Siedlung macht jedoch einen verlassenen Eindruck.

Nach dem felsigen Wadi gibt es scheinbar keine Minen mehr. Wir fahren entlang einer großen Felsgruppe nach Norden.

Vier Kilometer später ist die alte Piste durch eine Steinreihe gesperrt.

20-39-06 N 16-15-20 E Steinreihe - Minen ?

Unser Weg führt auf die Felsgruppe zu und biegt vor den Felsen nach links ab.

Der Weg wird immer felsiger und wir kriechen im ersten Gang der Untersetzung über Felsstufen in Richtung Norden. Es hat keinen Sinn, sich etwas vorzumachen, dieses grauenhafte Geschaukel begleitet uns, bis wir das Gebirgsmassiv des Pic Toussid in Richtung Nordosten verlassen haben. Nur kurzzeitig wird die Piste besser und der Uneingeweihte schöpft unsinngerweise Hoffnung, die kurz darauf wieder in tiefe Verzweiflung umschlägt, ob den diese Quälerei nie aufhört.

 

km 90 20-45-61 N 16-19-88 E Pistenkreuz

Wir sind hier an einer Pistenkreuzung, die in keiner Karte verzeichnet ist. Es ist auch rätselhaft, wohin die anderen Pisten führen.

Auf jeden Fall biegen wir bei der ersten Kreuzung nach links ab und 1,7 km später bei der zweiten Kreuzung nach rechts.

km 91,7 20-45-60 N 16-20-72 E

Auf dem Weg nach oben werden wir immer wieder mit tollen Ausblicken nach Westen belohnt, wo wir in der Ferne die riesigen Felsnadeln im Tal von Akiafera sehen können.

Kurz nach der Pistenkreuzung fahren wir auf leicht kiesigem Untergrund durch ein enges flaches Tal. Die Felsen des Tales bestehen aus Bimsstein. Besonders fällt die Lokalität bei km 96 auf, wo wir auf einen Felsabschnitt stoßen, der scheinbar aus lauter Kugeln zusammengesetzt ist.

Bimsstein entsteht bei sogenannten Glutwolkenausbrüchen. Die zähe Lava tritt aus dem Vulkan aus und fließt wegen ihrer Zähigkeit nicht auseinander. Sie bildet über dem Krater einen großen Lavadom, der wie ein Pfropfen den Vulkanschlund verschließt.

Irgendwann wird der Innendruck der nachdrückenden Lava so groß, daß es zu einer riesigen Explosion kommt. Die zähe Lava wird zerfetzt. Sie bildet dabei eine Glutwolke mit sehr viel heißer Luft. Dieses glühende Substrat aus Luft und feiner Lava stürzt sich als Lawine mit mehr als 200 km/h den Hang hinunter und reißt alles mit. Es gibt keine Augenzeugenberichte, was alles passiert, wenn solch eine Glutwolke entsteht, die möglichen Berichterstatter haben es nicht überlebt.

Das Natronloch ist solch ein Explosionskrater. Das Loch hat 7 km Durchmesser und eine Tiefe zwischen 700 und 1000 m. Stellt man sich die Gewalt vor, die es braucht um solch einen Krater aus der Erde heraus zu sprengen, so kann man ermessen, welche Katastrophe an diesem Tag geschah.

Wenn sie später in das Natronloch hinein schauen, fällt Ihnen auf dem höchsten Vulkan im Loch eine kleine phalische Spitze auf; dies ist solch ein Lavadom, der jedoch vor der Explosion erkaltet ist.

Bei km 101 haben wir das Ende des Tales erreicht. Wir fahren weiter über eine wellige Hochebene. Die Piste ist für einen kurzen Abschnitt gut zu befahren aber schon bald geht das entnervende Gewackel weiter. Links vor uns sehen wir immer wieder den Pic Tousside und rechts von uns ein Felsmassiv, das an das Matterhorn erinnert. Es handelt sich hierbei um den Pic Botoum.

km 127 20-56-48 N 16-34-00 E Trou au Natron

Nun sind wir endlich am Loch. Die Piste führt direkt daran vorbei. Es ist ein großartiger Ausblick, der einem die Sprache verschlägt. Mit unvorstellbarer Gewalt wurde ein riesiges, fast kreisrundes Loch aus dem Felsen herausgesprengt. Nahezu ohne Übergang liegt in dem Gebirgsplateau ein 800 m tiefer Krater, der so groß ist, daß die Augen sein ganzes Ausmaß nicht erfassen können. Majestätisch, Ehrfurcht einflößend und wild ist die Ausstrahlung dieser grandiosen Landschaft, die keine Kompromisse kennt. So gewaltvoll der Schaffungsakt dieses Naturmonumentes ist, so viel Frieden strahlen die kleinen Vulkane und der weiße Natronsumpf im Verbund mit dem leuchtenden tiefblauen Himmel aus. Im ersten Moment wirkt der Mensch klein und

unbedeutend angesichts dieser gewaltigen Größe. Einer Macht (die Natur), die zu so einer gewaltigen Schöpfung fähig ist, hat man nicht viel entgegenzusetzen. Doch strahlt dieser Ort den Frieden der Sahara aus und der Mutige fühlt bald, daß er als gleichwertige Größe in dieser Landschaft steht.

Ich höre jetzt auf von dem Loch zu schwärmen, denn meine literarische Ausdrucksweise ist zu arm, um die Gigantomachie der Eindrücke zu beschreiben (laut Duden - Gigantomachie = Kampf der Giganten gegen Zeus-).

Sie stehen am Rand des Loches und zu Ihren Füßen geht es übergangslos 800 m senkrecht in die Tiefe. Unten sehen sie einen größeren Vulkankegel und einen symmetrischen kleinen Kegel. Der Grund des Loches wird im Osten von einer weißen Schicht gebildet. Es handelt sich hierbei um einen Natronsumpf. Im Westen besteht der Boden aus Geröllen. Hier sind auch kleinere Büsche und Bäume zu erkennen.

Am Boden des Kraters lebt eine kleine Population Wildesel. Auch sind immer wieder Spuren von Gazellen zu finden.

Am westlichen Rand des Kraters führt eine Piste entlang, die jedoch bald sehr schlecht wird. Man kommt hier an einem Hügel vorbei, von dessen Spitze man eine tolle Aussicht nach Westen hat.

Abstieg in den Krater

Bevor ich den Weg in den Krater beschreibe, möchte ich noch einige Vorbemerkungen machen.

Die Wanderung sieht von oben kürzer aus als sie ist. Wir haben auch gedacht, 1 Stunde hinunter und 1 ½ Stunden wieder hoch. Denkste! Obwohl wir zwei hinreichend gut trainierte Männer und flotte Bergwanderer sind (wir kommen aus Rosenheim) haben wir bis zu dem kleinen Vulkan und wieder zurück 7 Stunden gebraucht. Von den 7 Stunden haben wir ½ Stunde gerastet.

Die Salztonebene auf dem Boden des Vulkans sieht von oben glatt und problemlos aus. Ist man unten, so muss man feststellen, dass die weiße Fläche ein Salzsumpf ist. Ca. 5 cm unter der Oberfläche trifft man auf nassen, lehmigen Sandboden. Die braun gefärbten Areale in der Umgebung der Vulkane sehen von weitem wie fester Boden aus. Es sind jedoch Salzausblühungen, die bis zu 30 cm hoch werden und mit ihren scharfen Kanten die Bergschuhe ruinieren. Wir haben uns so gut es geht an die Eselspfade gehalten, um nicht in den Sumpf einzubrechen.

Wenn Sie hinunter wollen, nehmen Sie genügend Zeit, Wasser, Proviant und vor allem anständiges Schuhwerk mit. Sandalen oder Halbschuhe sind ungeeignet.

Daß Sie ihr Butterbrotpapier wieder mit nach oben nehmen und ihr Toilettenpapier nach Gebrauch anzünden, ist inzwischen hoffentlich selbstverständlich. Es ist äußerst unschön, wenn man überwältigt von der Gewalt dieser Landschaft in Ruhe verharrt und einem dabei gebrauchtes Toilettenpapier um den Kopf herum flattert.

Der Weg nimmt seinen Anfang am Kraterrand, ca. 150 m westlich der Abzweigung der Hauptpiste nach Bardai zur westlichen Kraterpiste. Die oben angegebenen Koordinaten sind der Einstieg in den Krater. Wenn Sie direkt unterhalb des Kraterrandes einen Felsen sehen, in den die Erosion ein Loch hineingefräst hat, haben Sie den Zugang gefunden.

Auf dem ersten Abschnitt verläuft der Weg in steilen Serpentinen bergab. Unterwegs treffen Sie auf zwei kleine Höhlen. Hier können Sie einen schwarz glänzenden, glasartigen Stein finden. Es handelt sich hierbei um vulkanisches Glas, den sogenannten Obsidian. Ich bitte alle wilden Gesteinssammler, diese Lokalität nicht im großen Maßstab abzubauen. Sie müssen das Zeug tragen und das Auto ist eh schon überladen. Lassen Sie den Nachkommenden die Freude, auch noch etwas zu finden.

Etwa auf halber Höhe geht der Weg in einen Ziehweg über, der meist auf selber Höhe am westlichen Kraterrand entlang läuft. Sie gehen bis zum nordwestlichen Ende des Kraters, wo sie auf ein Schotterfeld treffen, das Ihnen erlaubt, in den Krater abzusteigen. Auf dem Weg zu dem Schotterfeld treffen Sie auf eine kleine Schlucht. Wenn sie glauben, Sie können der Schlucht folgen und direkt in den Krater absteigen, haben sie Pech gehabt. Sie kommen zwar ziemlich weit hinunter, stehen aber dann oberhalb einer steilen Felswand die Sie ohne Hilfsmittel nicht mehr überwinden können. Wir haben es ausprobiert.

Der Weg in den Krater ist weder übermäßig steil noch gefährlich, man kann sich nicht verlaufen, er ist nur verdammt anstrengend, aber der Mühe wert.

Geht man am Rand des Kraters nach Osten entlang, so trifft man auf Felsplatten, auf denen kleine Felsgravuren eingemeißelt sind. Es handelt sich hierbei um Kamele aber auch runde Spiralen, die stärker ausgearbeitet sind. An einer Stelle findet man 12 kleine Mulden in einer doppelten Reihe zu je 6 nebeneinander. Es handelt sich hierbei um ein Brettspiel, das heute noch in Westafrika gespielt wird. Über das Alter der Gravuren kann ich nichts sagen.

Weiterfahrt

Um die Kilometrierung wieder auf einen einheitlichen Stand zu bringen, stellen wir an der Abzweigung der Kraterpiste von der Hauptpiste den Kilometerzähler auf 0,0 km.

Von hier aus folgen wir der Piste nach Nordosten. Wir fahren auf einem Plateau. Die Piste wird besser, aber nicht gut. Nach ca. 7 Kilometern führt eine Piste nach links. In der russischen Karte M 1: 500 000 ist solch ein Pfad eingezeichnet. Wir fahren jedoch geradeaus bzw. auf der rechten Piste weiter.

km 12 21-01-48 N 16-38-95 E Ende des Plateaus

Hier endet das Plateau, wir fahren in ein Tal hinein. Kurz darauf verzweigt sich die Piste, läuft aber 2 Kilometer später wieder zusammen. Die Piste ist in diesem Abschnitt noch gut, aber bald treffen wir auf Wellblech und wenig später auf Felsstufen.

Bei Kilometer 30 sind wir wieder voll in unserem Element. Die Piste hat grundsätzlich Wellblech und führt über üble Felsrippen und durch große Löcher, wobei das ganze mit faustgroßen Geröllen garniert ist. Wir fahren durch ein Gebiet wilder Blocksturzmassen aus Lava. Ein Verlassen der Piste ist nicht möglich.

Das ganze ist jedoch halb so schlimm, denn nach Nordosten haben wir eine schöne Aussicht auf einen wild geklüfteten Gebirgsstock.

 

 

km 38 21-11-61 N 16-50-16 E Einfahrt in eine Schlucht Gorges del´Oudingueur

Auf einer steilen Piste klettern wir in die imposante Schlucht hinunter. Hohe, massive Felswände bilden die senkrechten Schluchtwände. Der Boden - ein Wadi mit Bäumen und Büschen - ist sandig und gut zu befahren. Hier findet man auch wieder tolle Übernachtungsplätze. Aufsehenerregend ist das Echo, welches an manchen Stellen der Schlucht einen volltönenden Wiederhall bildet.

km 42 21-12-57 N 16-50-13 E Felsgravuren

Kurz vor dem Ende der Schlucht finden sich auf der linken Seite einige Felsgravuren. Es handelt sich hierbei um Rinderdarstellungen und neuere Kritzeleien. Die Anziehung dieses Platzes zur Darstellung und Verewigung ist seit der prähistorischen Zeit ungebrochen. Ansonsten ist es nicht zu erklären, daß sich Schriftzüge finden die kundtun, daß sich hier Maria und Giovannie 1995 geliebt haben. (Sex in der Wüste !)

Einen Kilometer später verlassen wir die Schlucht und fahren auf guter Piste in einigem Abstand am Rand des Gebirges entlang. Die Fahrtrichtung ist Nordosten. Die Landschaft ist aus hügeligen Schotterfelder gebildet und eintönig. Nach 10 Kilometern durchqueren wir eine kleine Schlucht und kurz darauf ein Wadi.

km 56 21-18-44 N 16-53-60 E Gonoa - Felsgravuren

Nach dem Wadi sehen wir links eine Piste abbiegen, die in einem kurzen Kreis endet. Es ist der "Parkplatz", an dem ein kleiner Pfad nach links in das Wadi, zu den weltberühmten Felsgravuren von Gonoa, führt. Entlang des Flußlaufes finden sich immer wieder Felsplatten, auf denen Rinder und wilde Tiere wie Elefanten und Antilopen dargestellt sind. Leider haben Vandalen die Zeichnungen zerstört. Es muß eine große Genugtuung sein, mit Kanonen und Gewehre auf Felsgravuren zu ballern. Weidmanns heil.

In der Literatur werden diese Gravuren in die Jäger Phase gestellt, etwa vor 8000 Jahre.

Von hier aus sind es nur noch wenige Kilometer bis Bardai. Bei km 68 passieren wir eine kleine Polizeikontrolle, die Torhüter (arab. Bouaba) von Bardai.

Danach fahren wir durch den Palmenhain und vorbei an verlassenen Häusern.

km 72 21-21-28 N 16-59-94 E Präfektur von Bardai

Hier muß man wieder die Pässe abgegeben und einen neuen Führer nehmen.

Auf die Frage, wo die Genehmigung sei, verwiesen wir auf unsere Visa und daß wir aus Libyen ausgereist sind, was das Problem erledigte.

 

Bardai

In Bardai gibt es einen Markt (Souk), in dem man viele Waren aus Libyen findet. Ansonsten bekommt man frisches Gemüse und Brot.

Treibstoff erhält man in 200 Literfässern. Für das Fass Benzin haben wir im Januar 1997 650 FF bezahlt. Tankstellen gibt es keine. wenn Sie durch den Souk schlendern, fallen Ihnen jedoch ab und an Fasslager auf. Hier können Sie den Treibstoff kaufen.

Den Kraftstoff sollten Sie unbedingt daraufhin prüfen, ob er mit Wasser gepanscht ist. Wir haben das natürlich versäumt und das Ergebnis war, daß die Einspritzanlage des Fahrzeugs durch das Wasser zerstört wurde. Das Auto steht jetzt in Gouro.

Wasser ist schwerer als Benzin oder Diesel und vermischt sich mit diesen beiden Flüssigkeiten nicht. Es setzt sich am Boden des Fasses ab. Nehmen sie also einen Schlauch, stecken Ihn bis zum Fassboden hinein und saugen eine kleine Menge in eine Schüssel ab. Lassen sie dann das Gefäß etwas ruhen. Ist dem Treibstoff Wasser beigemischt, so bilden sich schon bald zwei unterschiedliche Phasen aus. Am Boden Wasser und weiter oben der leichtere Kraftstoff. Lassen Sie sich auf keine Diskussionen ein und testen Sie das nächste Fass.

Übernachten in Bardai ist etwas schwierig. Gegebenenfalls kann man die Fremdenlegionäre fragen, die dort stationiert sind. Man sollte sich jedoch darüber im klaren sein, dass die Legion keinen Campingplatz betreibt sondern da ist, um gegenüber Libyen die Interessen Frankreichs am Tschad zu demonstrieren.

Außerhalb der Oase stehen schöne Felstürme, bei denen sich bestimmt großartige Plätze finden lassen. Erkundigen Sie sich jedoch wegen Minen und nehmen Sie gegebenenfalls einen Führer mit.

Eine andere Möglichkeit sind die bemalten Felsen. Klaus Därr gibt die Koordinaten dieses " Kunstobjekts???" wie folgt an:

21°18`59" N 16°59`37" E – in Minuten und Sekunden!

Über Kunst lässt sich streiten und mir gefällt es nicht.

Der Preis für einen Führer beträgt

Von Bardai nach Zoumri 200 FF

Von Zoumri nach Jebbi Bou 350 FF

Für die gesamte Strecke Bardai – Fada haben wir für einen Führer 1800 FF ausgehandelt. Das ist jedoch mit Schwierigkeiten verbunden, da jedes Dorf auf seine Einnahmen durch die Vermittlung eines Führers besteht. Der Führer muss dazu fähig sein, die Dorfoberhäupter zu überzeugen, daß keine neuen Gebühren anfallen. Finden sie einen Konsenz in der Art, dass der Führer einen Teilbetrag der Summe immer erst bei Abfahrt aus der jeweiligen Oase bekommt.