Libyen, Waw en Namus, Mandara, Akakus, AMR-Outdoorwelt

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Libyen 2001

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Libyen 1996-1999

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Libyen und Tschad

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Vorwort

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Libyen

Tschad

 

Reise-Übersicht

 

 

 

 

Libyen Flagge Libyen und Tschad Flagge Tschad

 

 

1. Vorwort

Die Wüste mit ihrer grenzenlosen Leere und ihrem für manche unwiderstehlichen Ruf gehört zu den extremsten Regionen dieser Welt.

Sie stellt eine Herausforderung an die Persönlichkeit des Menschen dar, der sich in sie hineinwagt. Sie läßt einen den hektischen Alltag und die Enge der Zivilisation für einige Zeit vergessen.

Die absolute Stille, die einen umgibt, das Abhandensein eines jeglichen Geräusches, die grenzenlose Weite und das Gefühl, der Einzige in einem unermeßlich großen Raum zu sein, die absolute Zeitlosigkeit, die Gleichförmigkeit der Tage sind der Grundtenor einer Wüstenreise.

Wer sich in die Wüste wagt, die Strapazen und Einschränkungen einer solchen Reise auf sich nimmt, seine Seele und seine Sinne der Wüste öffnet, wird durch eine in ihrer Bizarrheit großartige und majestätische Landschaft belohnt, die einem für einen kurzen Moment ein Stückchen Ewigkeit schenken kann.

Die dominierenden Grundelemente der Wüste, die Sonne, der Sand, die Steine, der Wind und der Himmel, legen in ihrem Zusammenspiel die unterschiedlichen Stimmungen und Farben der Landschaft fest.

Je nach Sonneneinstrahlung können geschwungene, sinnliche Formen enstehen, dieselbe Landschaft kann aber auch durch ihre unerbittlichen, messerscharfen Formen das Auge des Betrachters begeistern. Aber welcher Wüstenfahrer kennt nicht die Stimmung, wenn die Sonne diesig am Himmel steht, eine hohe Elektrizität und viel Staub in der Luft liegt und die Umgebung durch Hitzeflimmern vollkommen verfremdet wird. Hier werden hüfthohe Steine zu Türmen, kleine Felsen zu Gebirgen, die sich bei Annäherung in scheinbar bedeutungslose Steine zurückverwandeln. Die Landschaft nimmt einen bedrohlichen abweisenden Charakter an.

Der Wind, der am Tage immer da ist, kann, wenn er um das Gesicht weht und die Gewänder flattern läßt, dem Wüstenreisenden das Gefühl der absoluten Freiheit geben. Er kann aber auch zum erbitterten Feind werden, wenn er nur ein bißchen an Heftigkeit zunimmt und Sand mit sich führt, der auf der ungeschützten Haut wie Nadelstiche schmerzt und überall eindringt. Gegen einen Sandsturm gibt es kein Mittel, hier sucht jeder Schutz, verhält sich ruhig und hofft, daß es bald vorbei ist.

Die Nacht in der Wüste gibt einem Ruhe, man hat Zeit, sich bei einem Tee zu entspannen, die Stille zu genießen, den Tag noch einmal passieren zu lassen und in einem klaren Himmel die Sterne zu bewundern, die zum Greifen nah erscheinen, mit neuen Abenteuern und Wüsten locken und doch so unerreichbar sind.

Die Nacht in der Wüste vermittelt ein Gefühl des Friedens und des Heimischseins. Angst kommt trotz der Fremdheit und Lebensfeindlichkeit der Umgebung nicht auf. Wo keine Menschen sind, braucht man keine Angst zu haben.

Die Wüste läßt einen alle Probleme auf die zwei Grundprobleme reduzieren: Wo bin ich und wieviel Sprit habe ich um hier wieder heraus zu kommen?

Von einer Wüstenfahrt kommt man ruhiger, selbstgefestigter und gelassener zurück; man kann hier der Seele Erholung gönnen.

Um in die Wüste zu fahren, braucht man ein gewisses Maß an Verrücktheit, um aus der Wüste wieder heil hinauszukommen, braucht man eine gehörige Portion gesunden Menschenverstand.

Für Schludrigkeit, Ignoranz, Selbstüberschätzung und Desinteresse (Null-Bock) ist hier kein Platz. Wehe dem, der seine Reise ungenügend vorbereitet hat und versucht, mit unüberlegtem Draufgängertum dieses Manko wieder wett zu machen.

Viele Fehler darf man sich in der Wüste nicht leisten. Ein an sich kleines Unglück kann größeres Übel nach sich ziehen und aus Spaß wird hier sehr schnell tödlicher Ernst, bei dem es um das reine Überleben geht. Ein Mißgeschick kommt selten allein und eine alte Regel besagt, der Hammer fällt immer dahin, wo er am meisten Schaden anrichtet.

Zu einem tollen Wüstenurlaub gehört auch immer, daß man ohne größeren Schaden wieder nach Hause kommt. Möge Allah geben, daß wir alle wieder gesund und heil unser Zuhause erreichen.