Reisetagebuch
Ost-Türkei 1987

von
Rita Terjung und Jörgen Hohenstein mit einem VW-Bus
Fr. 26.6. Bei
durchwachsenem Wetter (wie kann es in diesem Jahr anders sein) starteten wir um
22.45 Uhr von Lüneburg aus Richtung Türkei.
Sa. 27.6.
Obwohl wir bereits sehr spät abgefahren waren, war die Autobahn bis Nürnberg
ziemlich voll. Angenehm fahren ließ es sich erst auf der Autobahn Richtung
Passau. Wetter in Österreich? -natürlich Regen! Vor Graz sind wir durch einen
nagelneuen Tunnel gefahren, der an diesem Tag erst eröffnet wurde. Mittendrin
ein fürchterlicher Knall - einem LkW vor uns war ein Reifen geplatzt. Kurz vor
der jugoslawischen Grenze saßen wir dann doch im Stau. Im Schritttempo ging's
Richtung Grenze. Nach einer halben Stunde Wartezeit befanden wir uns dann im
jugoslawischen Regen. Allerdings war die Luft feuchtwarm (30°). Maut Zaqreb -
Ivanic-Grad = 1200 Din. (DM 3,45) Nach längerem Suchen in der Umgebung von
Ivanic-Grad haben wir bei strömendem Regen einen mitten im Ort liegenden
Parkplatz zum Schlafen auserkoren. Er war wegen seiner Kiesauflage bei diesem
Wetter gut geeignet; und wer besucht uns schon in der Nacht bei diesem
Mistwetter. Dann haben wir beschlossen, Essen zu gehen. Leider war das einzige
Restaurant in dieser Gegend ein Fischrestaurant. Nach einigen
Sprachschwierigkeiten beim Bestellen erhielten wir unser "
Fis-Paprikas", eine Fischsuppe mit großen Fischstücken, dazu Nudeln und
Brot. Die Suppe war sehr gut (allerdings waren die Fischteile z.T. so
undefinierbar, dass wir sie lieber verschmähten). Dazu tranken
wir 1/2 l Weißwein und 4 Slibowitz (5000 Din. = 14,35 DM). Es regnete immer
noch ganz gewaltig. Wir haben in unserem VW-Bus oben im Hochdach geschlafen und
zwar nicht besonders gut, da wir uns erst an die Enge gewöhnen mussten.
So. 28.6. Erstaunlicherweise
schien die Sonne, aber nicht sehr lange. Es war schwül. Kurz vor dem Autoput
hat Jörgen noch 3 kleine Brote für je 100 Din. gekauft. Gefrühstückt haben
wir an der gleichen Stelle wie vor 2 Jahren, nur auf der anderen Straßenseite.
An diesem Tag haben wir uns sehr über die erhöhten Mautgebühren geärgert.
Mit so hohen Beträgen hatten wir nicht gerechnet. Und Diesel ist auch sehr
teuer (der Liter ca. 96 Pf.). Zu allem Überfluss hatte Rita auch noch die
ersten Schmerzen wegen des ziemlich frischen Bandscheibenvorfalls. Geschlafen
haben wir wie vor 2 Jahren am Fluss hinter Pirot. Baden lag allerdings nicht
drin, denn der Fluss ist schmutziger geworden und es war auch nicht richtig
warm. Aber Essen gegangen sind wir wieder: 2 Würste, 2 Kotlett, 2 Stück Hack,
Salat, Brot, gebratene Paprika und Pepperoni. Dazu gab's eine Flasche Rotwein
und anschließend jeder einen Slibowitz. Das gleiche Essen hatte vor 2 Jahren
2.360 Din. gekostet. Diesmal waren es, man höre und staune, 8.750 Din. = 25,12
DM. Da wir keine Dinare mehr hatten, haben wir DM 30,--bezahlt und waren
natürlich angeschmiert. Nach und nach kamen immer mehr Leute und es wurden auch
Lautsprecher und Musikinstrumente installiert. Eine Musikveranstaltung begann.
Leider konnte Rita nicht so richtig sitzen und müde waren wir auch. Deshalb
waren wir nach kurzer Zeit gegangen. Diesmal haben wir unten geschlafen und
prompt ist das Bett zusammengekracht. Nach dem Wiederaufbau sind wir um ca.
21.45 Uhr eingeschlafen.
Mo. 29.6. Gut
geschlafen, aber Rita hat stärker werdende Schmerzen. Wenn wir zu diesem
Zeitpunkt nur geahnt hätten, welche Tortur in dieser Beziehung noch auf uns
zukommt, wären wir wahrscheinlich umgedreht. So ließen sich die Schmerzen in
den nächsten 3 1/2 Wochen nur durch starke Medikamente einigermaßen ertragen.
Außerdem war Rita von diesem Zeitpunkt an als Fahrer ein Totalausfall, so dass
Jörgen die gesamte, meist schwierige Strecke allein bewältigen musste und
dadurch sehr gestresst war; zumal Rita meist nicht sitzen konnte und somit auch
als Beifahrer und Kartenleser ausfiel. Jörgen konnte seine, während der Fahrt
gesammelten Eindrücke nicht verarbeiten und wurde immer gnatziger während
Ritas Laune durch die Schmerzen auch nicht die Beste war.
An
diesem sonnigen Montagmorgen starteten wir jedoch voller Zuversicht Richtung
bulgarische Grenze. Die Temperatur betrug 35° C. An der Grenze gab es keine
Schwierigkeiten. Im Duty-Free Shop hat Jörgen noch eine Stange Marlboro (zum
Verschenken) für DM 11,-- und eine Flasche Ballentines (75 ml) für DM 9,--
erstanden. Der Weg führte durch eine langweilige bulgarische Landschaft und die
Möglichkeiten zum Rasten konnte man an einer Hand abzählen. Die Ausreise aus
Bulgarien erfolgte ebenfalls problemlos. Es war sehr heiß und ein bulgarischer
Grenzer bat uns um ein kaltes Bier; ein türkischer Grenzer dann lediglich um
eine kalte Cola. Erstaunt waren wir über die gelockerten Einreiseformalitäten.
Keine Formulare, kein Aufsuchen der Police. Ehe wir uns versahen, waren wir
schon in der Türkei. Jörgen hat noch Geld getauscht, dann sind wir auf
Schlafplatzsuche gegangen. Zwischen Edirne und Istanbul kann man die Bäume
zählen, so kahl ist die Landschaft. Nach längerem Suchen auf Seitenwegen haben
wir jedoch einen schicken Stellplatz gefunden. Dort konnten wir ungestört
duschen und essen. In der Nacht ist das Bett wieder zusammengekracht. Geschlafen
haben wir aber trotzdem gut.
Di. 30.6.
Jörgen hat das Bett mit der Zarges-Box unterstützt - passt haargenau. Die
Sonne scheint immer noch. Wir hatten einen sehr guten Stellplatz erwischt,
allerdings entdeckten wir auch die ersten Insektenstiche. In Istanbul herrschte
dann wie bereits gewohnt - Verkehrschaos. Am Bahnhof war dann jedoch noch ein
bewachter Parkplatz frei. Zuerst haben wir uns die 1597 erbaute "neue"
Moschee (Yeni Cami) angesehen. Im Grunde sind alle Moscheen Istanbuls ähnlich.
Allerdings ist die Rüstem Pasa Cami (1561 von Sinan erbaut) etwas anders. Sie
liegt ziemlich versteckt mitten im Basar und ist auch nicht sehr groß. Zitat
von Jörgen: "Eine richtig niedliche Moschee". Die letzte Moschee, die
wir uns in Istanbul angesehen haben ist die große Sülemaniye Moschee. Sie
steht auf einem der Berge Istanbuls hoch über dem Goldenen Horn und ist schon
von weitem zu sehen. Die Sülemaniye ist die größte der türkischen Moscheen
und wurde zwischen 1550 und 1557 vom größten, reichsten und mächtigsten der
osmanischen Sultane, Süleyman I "dem Prächtigen", erbaut. Architekt
war natürlich Sinan, der berühmteste Architekt der Türkei. Die Moschee ist
wirklich riesig und trotzdem einfach in ihrer Ausschmückung. Anschließend
haben wir im Seemannsgang die Galata-Brücke überquert. Es war sehr heiß und
wir waren glücklich, dass der Wind wehte. Auf der anderen Seite des Goldenen
Horns haben wir den Eingang zum Tünel (U-Bahn) gesucht. Der Tünel war die
erste U-Bahn Europas und wurde vor mehr als einem Jahrhundert (1875) von
französischen Technikern gebaut. Es sollte den europäischen Händlern
ermöglicht werden, von ihren Büros in Galata zu ihren Wohnungen in Pera zu
gelangen, ohne den steilen Berg hinaufsteigen zu müssen. Als wir den
unscheinbaren Eingang gefunden
hatten, war die Bahn schon da. Tickets kaufen, einsteigen und nach oben schweben
war eins. An der oberen Station mussten wir gezwungenermaßen aussteigen, da es
nur die beiden Stationen gibt. Von dort aus gingen wir den steilen Berg langsam
bis zum Galata-Turm hinab, wo wir uns in einem Kaffeehaus erst einmal mit Cay
gestärkt haben. Zu unserem Erstaunen brauchten wir den Turm gar nicht zu Fuß
besteigen, denn es fuhren Fahrstühle nach oben. Außer der Aussichtsplattform
befinden sich oben ein Restaurant und ein Night-Club. Die Aussicht über
Istanbul und das Goldene Horn ist einfach toll. Der Galata Kulesi war das
Glanzstück der genuesischen Befestigungen von Galata. Der sehr alte Turm ist
mehrmals wieder aufgebaut worden. Nach diesem 4-stündigen Ausflug haben wir
dann "unseren" Stellplatz am Bosporus aufgesucht und erst einmal ein
kühles Bier getrunken (die Kühlbox kühlt ganz toll).
Mi. 1.7.
Das Wetter ist herrlich. Zuerst sind wir zum Hippodrom (At Meydani) gefahren, um
dort zu parken. Jörgen besorgte Ekmek (Brot) und wir haben gefrühstückt,
während die Touristen schubweise an unserem Bus vorbeigelaufen sind. Da uns die
Wege vom Hippodrom zu unseren Zielen zu weit war, sind wir zum Topkapi Serail
gefahren und haben auf dem ersten Hof geparkt. Nachdem wir einen Haufen
Eintrittskarten erhalten hatten, betraten wir den 2. Hof. Der erste Palast wurde
von Nehmet, dem Eroberer, 1453 erbaut und von den nachfolgenden Herrschern
laufend verändert.
Der
Topkapi-Palast besteht aus einer Reihe von Pavillons, Küchengebäuden,
Kasernen, Audienzräumen, Nebengebäuden und Schlafquartieren. Dazu kommt noch
eine schöne parkartige Anlage. In den Palastküchen befindet sich jetzt ein
Teil der Porzellansammlung des Topkapi Palastes. Ein Raum ist jedoch noch als
Küche eingerichtet und sehr eindrucksvoll. Das Personal musste in diesen
Räumen früher für die 5000 Bewohner des Palastes kochen.
Durch das
Bab-i-Saadet (Tor des Glücks) betraten wir den dritten Hof und damit den
Privatbereich der Sultane. Dieser Hof wurde früher von einem weißen Eunuchen
bewacht. In den einstigen Baderäumen des Personals ist heute eine faszinierende
Sammlung kaiserlicher Gewänder, Kaftane und Uniformen zu sehen. Die Kleidung
ist sehr orientalisch und erinnert teilweise an chinesische Kleidung.
Anschließend haben wir dann die Schatzkammer besucht. Und die hat ihren Namen
wirklich verdient. Vitrinen voller Rubine, Smaragde, Jade, Perlen und eine Menge
Diamanten. Und alles echt!! Goldene Figuren und Säbel, Throne und
Schatzkästchen uvm. über und über mit Edelsteinen besetzt.
Der
Löffelmacher Diamant (Kas,Kci) hat 86 Karat. Der größte Edelstein ist jedoch
ein Smaragd, der 3,26 kp wiegt. Auf
dem Hayat Balkonu (Balkon des Lebens) haben wir uns erst einmal in den Wind
gesetzt und den großartigen Ausblick auf den Bosporus genossen. Anschließend
sind wir dann an den Pavillons entlang zum Harem gegangen. Dort hatten wir
unwahrscheinliches Glück und erwischten nach Lösung der Eintrittskarte noch
die deutschsprachige Führung um 12.00 Uhr. Einen Augenblick später und wir
hätten über eine Stunde warten müssen, da Mittagspause war; die
anschließenden Führungen waren auch in anderen Sprachen. Der Harem ist
teilweise renoviert und beeindruckend. Leider wird man doch ziemlich
durchgescheucht, so dass man sich die Räume gar nicht richtig betrachten kann.
Der Harem ähnelt einem kleinen Dorf mit allen erforderlichen Einrichtungen.
Etwa 400 bis 500 Personen lebten gleichzeitig in diesem Teil des Palastes. Es
war so eine Art Familientrakt, in dem Frauen und Kinder lebten. Die Frauen des
Harems waren Ausländerinnen, da der Harem die Versklavung verbietet.
Herrscherin im Harem war die Valide Sultan, die Mutter des Sultans. Ihr Einfluss
auf den Sultan, auf die Auswahl seiner Frauen und Konkubinen und auf
Staatsangelegenheiten war sehr groß. Nach islamischem Recht durfte der Sultan
nur vier rechtmäßige Frauen haben, aber so viele Konkubinen, wie er in
angemessener Weise unterhalten konnte. Die Frauen und Mädchen im Harem wurden
unterrichtet und waren sehr gepflegt und gebildet. Allerdings war der Harem auch
ein Ort in dem ein dichtes Netz von Rivalitäten, Rangkämpfen und Intrigen
gesponnen wurde. Jede der 4 Ehefrauen versuchte, ihren Sohn als Thronerben
ausrufen zu lassen und sich so die Rolle der zukünftigen Valide Sultan zu
sichern.

Nach diesem
Aufenthalt im Topkapi Serail irrten wir über die Galata-Brücke Richtung
Bosporus-Brücke. 1000 TL (DM 2,14) Maut bezahlt und weiter ging's Richtung
Ankara. Nachdem wir die mautpflichtige Autobahn Istanbul-Izmit (1000 TL) hinter
uns gelassen hatten, fuhren wir mit lästig vielen LKW's bergauf und bergab bis
Gerede. Dort zweigt an sich unsere Reiseroute nach links ab, da aber Samsun
nicht ausgeschildert war, sind wir erst einmal geradeaus weiter gefahren. Haben
unseren Irrtum noch ziemlich früh bemerkt und sind umgedreht (Steinchen und
Teerstraße). Am Bus waren die ersten Teerflecken zu sehen. Wir haben einen
schönen Standplatz mitten auf einem Feld gefunden und als Abendessen
Schinkenwürste gebraten. Es herrschte eine angenehm kühle Temperatur. Nachdem
wir sehr gut geschlafen hatten (10 Stunden), wurde es morgens sehr warm im Bus.
Do. 2.7.
Die Sonne schien immer noch. Bis Cerkes war die Strecke noch ganz gut. Es wurde
viel gebaut und ausgebessert. In Cerkes wollten wir Ekmek (Brot) kaufen und ein Türke,
der in Frankfurt arbeitet, wollte uns weiterhelfen. Innerhalb kürzester Zeit
war der Bus von Männern umzingelt, die neugierig hereingeschaut haben. Einer
hat uns Brot geholt (wir durften nicht bezahlen). Außerdem hat man uns auch
noch Gebäck mit Tomaten geschenkt. Weiter ging es mit viel, viel Staub und
Schlaglöcher Richtung Kursumlu. An einem nicht besonders sauberen Fluss haben
wir dann an einem schattigen Platz eine längere Pause eingelegt und
gefrühstückt. Im Prinzip war auch der Rest der Strecke bis Merzifon gut
befahrbar, wenn man den Staub in Kauf nimmt. Ab Merzifon ist die Straße sehr
gut (Transitstrecke Ankara-Samsun). Aber es gab auch Schwierigkeiten mit der
Schlafplatzsuche. Schließlich haben wir uns hinter Havsa an einen Fluss
gestellt. Dort haben wir die erste Wäsche gewaschen, während über die nahe
Brücke LKW's mit Kies und Sand rasten (im wahrsten Sinne des Wortes).
Irgendwann in der Nacht fuhren dann plötzlich keine LKW's mehr und wir haben
gut geschlafen. Es war kühl.
Fr. 3.7. Die
Sonne schien und die LKW's rasten wieder über die Brücke, während wir
dasaßen und warteten bis die Wäsche trocknet. Dann starteten wir Richtung
Samsun. Die Strecke am Schwarzen Meer entlang war teilweise landschaftlich sehr
schön (felsig). Es ist grün und die Leute machen keinen armen Eindruck. Sie
leben vorwiegend von Landwirtschaft, Fischfang und Teeanbau. Ferner produziert
die Schwarzmeerküste Rekordernten an Tabak, Haselnüssen und Kirschen. Leider
mussten wir wieder teilweise über Steinchenstraßen fahren, wo Rita sich immer
ein Kissen über den Kopf gezogen hat (die Windschutzscheibe könnte ja doch
kaputt gehen!). In einem kleinen Ort am Schwarzen Meer haben wir dann noch Ekmek
und Gemüse gekauft und sind dann direkt an den Strand gefahren.
Jörgen war um
15.25 und Rita um 15.35 Uhr im warmen Wasser. Haben uns dann noch mit einem
Türken unterhalten, der seit 20 Jahren zum ersten Mal wieder in seinen
Geburtsort gefahren ist ("meine Heimat ist Deutschland"). Abends haben
wir dann Salat und Ekmek gegessen. Dazu gab's natürlich Rotwein. Nachts war es
zuerst kühl, morgens dann sehr warm im Bus, obwohl die Sonne nicht direkt auf
den Bus schien.
Sa. 4.7. Die
Sonne schien immer noch und das Meer war ruhig. Richtung Trabzon wurde die Luft
immer feuchter (schwüler). Die Fahrt am Meer entlang war sehr schön. In
Trabzon an der Tankstelle haben wir Cay bekommen. Ab Macka fühlten wir uns wie
im tiefsten Tirol; wir durchführen eine wunderschöne
"Alpenlandschaft". Beim Sumela Kloster war wirklich Nebel, wie in den
Büchern beschrieben. Zum Kloster selbst, das in den Fels gebaut wurde und heute
nur noch eine Ruine ist, muss man einen steilen Fußweg emporsteigen. Sumela
wurde im 6. Jahrhundert erbaut und 1923 aufgegeben. Die verschiedenen Kapellen
und Räume des Klosters sind nur noch leere Gemäuer oder bloße Fassaden,
enthalten jedoch einige sehr schöne, teilweise vergoldete Fresken. Die schönen
Malereien sind vor allem von Touristen
zerstört worden. Die Türken fangen allerdings jetzt an, Sumela zu
restaurieren. Jörgen hat noch versucht, eine Gesamtansicht des Klosters zu
fotografieren, aber der Nebel senkte sich sehr schnell über die Berge und das
Kloster. Es sah jetzt richtig geheimnisvoll, fast gespenstisch aus. Die Strecke
nach Erzurum ist auch sehr schön, allerdings wird eine neue Straße gebaut, die
teilweise in die Berge gesprengt wird und jetzt während der Bauarbeiten die
Landschaft verschandelt. Erst nach längerer Fahrt haben wir einen kleinen
Schlafplatz an einem Gebirgsbach gefunden. Der Nebel senkte sich rasch herab;
wir befanden uns auf 2000 m Höhe. Es war warm, aber feuchte Luft. Nachts haben
wir bei angenehmer Temperatur und Gebirgsbachrauschen gut geschlafen.
So. 5.7. Morgens
hatten wir nur 12° im Bus. Die Sonne hat nur kurz über die Berge geschaut.
Dann sind wir auf der alten Straße über den Pass gefahren. Auf den Bergen sind
noch Schneefelder zu sehen. Wir durchfuhren eine wunderschöne Gegend mit
vielen, vielen Kurven. Die Straße führt hoch am Berg entlang. Ab Gümüshane
ist die Landschaft dann plötzlich steppenartig. Schroffe Felsen, wenig Büsche
und noch weniger Bäume. So sieht die Landschaft immer in den Wild-West-Filmen
aus. Allah's Straßen sind staubig und voller Schlaglöcher. Die Straße bei
Bayburt war besonders schlaglochreich. Die Löcher waren auch, damit man sie
auch bloß nicht sehen konnte, durch die Schatten der Bäume verdeckt. Die Fahrt
auf den 2400 m hohen Kop Dagi Pass wurde durch Staubwolken begleitet, da die
gesamte Straße Schotterpiste ist. Auf dem Pass (tolle Aussicht) befindet sich
ein Denkmal, welches die 1916 gefallenen türkischen Soldaten ehrt, die die
russischen Invasoren vertrieben haben. Während der Rast an diesem Denkmal haben
wir festgestellt, dass der Bus an beiden Vorderrädern die Radkappen verloren
hatte. Wahrscheinlich waren die Schlaglöcher schuld. Kurz vor Askale hatten wir
dann wieder geteerte Straße. Die Sonne brannte heiß und es fuhren wenig Autos,
wenn überhaupt, dann vor allem LKW's. Bis Erzurum führte eine gerade Straße
auf einem Hochplateau entlang. Es war warm, aber es wehte ein ziemlich starker
Wind. Die Berge um Erzurum haben Schneefelder. Im Winter, der hier sehr kalt und
schneereich sein soll, kommen Wölfe bis an den Stadtrand. Wir sind weiter durch
die Hochebene bis nach Pasinler gefahren. Dort haben wir uns die Reste einer
gewaltigen seldschukischen Burg angesehen. Die Straße dorthin führte fast
über die Dächer von in die Erde gebauten Häusern. 21 km hinter Pasinler
überspannt eine 128 m lange, 8,5 m hohe seldschukische Brücke aus dem 13.
Jahrhundert den Fluss Aras. Jörgen konnte nur ein Stück die Brücke
hinauffahren, da dort Schotter abgekippt war. Weiter ging es auf der Straße
durch eine kahle, teilweise schluchtartige Landschaft. In Elskirt wollten wir
Ekmek kaufen. Es wurde uns geschenkt, da es "alt" war. Wir haben uns
dann aber plötzlich entschlossen, Essen zu gehen. Gebratene Fleischstückchen
mit Reis und Lauchgemüse, Cakcic (Gurkenjogurt), gebratene Paprika, viel Brot
und 2 Cay haben zusammen 2600 TL (DM 5,56) gekostet. Es hat sehr gut geschmeckt.
Anschließend haben wir an einer Tankstelle übernachtet. Nachts war es zuerst
sehr warm, gegen Morgen dann kühl. Die Sonne ging schon um 5.10 Uhr auf.
Mo. 6.7.
Um 7.00 Uhr hatten wir bereits 20 C im Bus. Die Fahrt ging weiter Richtung Agri.
Dort haben wir Ekmek mitgenommen und dann auf der Strecke nach Dogubayazit um
9.38 Uhr zum ersten Mal den Ararat (5165 m) gesichtet. Er war noch nicht durch
Wolken verhüllt. Auf dem Ararat soll die Arche Noah gestrandet sein. Wir sind
durch das lebhafte Dogubayazit zum Isak Pasa Sarayi hochgefahren. Der
festungsartige Palast ist zwar teilweise zerfallen, doch einzelne Teile (vor
allem Reliefs) sind noch gut erhalten. Das Bauwerk ist 1685 begonnen und 1784
vollendet worden. Die Architektur ist eine Mischung aus seldschukischen,
osmanischen, gregorianischen, persischen und armenischen Elementen. Der Palast
besaß eine Zentralheizung, fließendes Wasser und ein Abwassersystem. Auf der
anderen Seite des Tales liegen eine Moschee und die Ruine einer Festung, deren
Fundamente noch aus urartischer Zeit stammen sollen. Von dem Palast aus wurde
der Gebirgspass kontrolliert, was durch die hervorragende Aussicht auch sicher
einfach war.
Vor dem Sarayi
haben wir eine Hamburger Familie getroffen, die mit ihrem Wohnmobil bislang
ziemlich die gleiche Strecke gefahren war. Als wir um 13.35 Uhr den Berg wieder
herunter fuhren, war die Spitze des Ararat in Wolken gehüllt. Über Agri sind
wir dann Richtung Van gefahren. Während dieser langweiligen Fahrt hat zum
ersten Mal ein Kind versucht, mit einem Stein nach uns zu werfen. Am Van-See
angekommen, haben wir keine Schlafmöglichkeit gefunden, da es nur ganz wenig
Bäume gibt, die dann in staatlichen Betrieben stehen. Alle Wege, die von der
Straße abgehen, führten zu Orten. Schließlich sind wir dann kurz vor Van
einem gelben Schild (Sehenswürdigkeit) gefolgt. Aber dieser Weg führte
irgendwie ins "Nichts". Ein LkW-Fahrer hat uns dann aufgegabelt und
mit in sein Dorf genommen. Dort konnten wir -natürlich umringt von vielen
Kindern- direkt am See unseren Schlafplatz aufschlagen. Der LKW-Fahrer war ein
Sohn vom Bürgermeister. So sind wir dann zum Essen in dessen Haus eingeladen
worden. Die Reiskügelchen mit Fleisch, Jogurt, Fladenbrot und Melone haben wir
auf der Veranda von einem großen Tablett gegessen. Hat sehr gut geschmeckt. Man
hat uns sogar Gabeln gebracht (die Männer haben mit den Händen gegessen, die
Frauen gar nicht). Das Licht hatte eine Menge Mücken angelockt. Die weiße
Hauswand wurde schwarz von Mücken. Der Bürgermeister (40 Jahre alt) und seine
Frau (36 Jahre alt) haben 12 Kinder (8 Jungen und 4 Mädchen). Das Sitzen auf
dem Fußboden ist für Rita nicht bequem gewesen und sie ist deshalb früher zum
Bus gegangen (natürlich sind die Frauen gefolgt). Durch deren Neugierde sind
innerhalb kürzester Zeit Tausende von Mücken in den Bus gelangt und haben Rita
angegriffen. Jörgen war mit den Männern noch beim Caytrinken. Rita hat wie
wild Insektenspray versprüht (damit auch alles andere verseucht). Die Mücken
haben noch lange gesummt. Wir haben trotzdem gut geschlafen.
Di. 7.7.
Es war schon sehr früh sehr heiß. Auch die Mücken waren noch da. Deshalb sind
wir schnell weiter Richtung Van gefahren. Unterwegs haben wir noch einen
türkischen Anhalter mitgenommen. In Van folgten wir einer Schlaglochstraße bis
zur Van Kalesi. Wir sind auf den Burgruinen von 840 v. Chr. herumgekraxelt,
haben uns die urartäischen Inschriften und die Grabkammern angesehen; mit uns
eine Gruppe Deutsche und Engländer. Dann sind wir bis Edremit gefahren und
haben erst einmal den Bus von innen und außen entstaubt (und uns der toten
Mücken entledigt). Um 12.30 Uhr sind wir dann baden gegangen. Das Wasser des
Van-Gölü ist stark laugenhaft. Der See ist entstanden, als der Vulkan Nemrut
Dagi seinen natürlichen Abfluss versperrte. Der Wasserspiegel des Sees wird
jetzt durch Verdunstung konstant gehalten, was zu einer hohen Konzentration von
Mineralien im Wasser führt. Es lebt auch nur eine Fischart im Van-Gölü. Das
Wasser riecht sogar nach Seife und wir konnten auch gut unsere Wäsche darin
waschen. Wir haben dann noch gut und mückenfrei einen Salat gegessen und sind
nach Aktamar weitergefahren. Es war sehr heiß. Ein Motorboot setzte uns für
800 TL pro Person zur Insel über. Dort besichtigten wir die Kirche des Heiligen
Kreuzes (Aktamar Kilisesi) aus dem 10. Jh. Früher standen auf der Insel noch
ein Palast und ein Kloster. Davon ist jedoch nur noch wenig zu sehen. Die Mauern
der Kirche sind in ausgezeichnetem Zustand und die guterhaltenen Reliefs zählen
zu den Meisterwerken der armenischen Kunst. Dargestellt sind u.a. Bilder aus der
Bibel. Z. B. Adam und Eva, Jonas und der Wal, David und Goliath, Abraham und
Isaak. Das Innere der Kirche ist jedoch ziemlich verfallen. Da es sehr heiß
war, sind wir auch bald wieder zurückgefahren. Eine Überfahrt dauert ca. 20
Minuten. Wieder auf dem Festland, haben wir einen Tramper aus Lüneburg
getroffen. Auf dem Weg nach Tatvan begegneten uns viele bettelnde, aber auch
winkende Kinder. Wir wollten zum Nemrut Dagi, der den Abfluss des Sees
aufgestaut hat und damit seine heutige Größe von 3750 km² bewirkte. Im Krater
des Vulkans soll es einen See und einige heiße Quellen geben. Vom Berg aus hat
man eine tolle Aussicht auf den Van-See. Auf unserer Suche nach der richtigen
Staubpiste, haben wir dann eine Kiesgrube nach der anderen abgeklappert. Nach
einer "heftigen" Redeauseinandersetzung mit Nomadenfrauen haben wir
endlich die richtige Piste gefunden (Auskunft eines entgegenkommenden
Taxifahrers) und sind über einen Kamm des Nemrut Dagi in den großen Krater
gefahren. Die Piste wurde sehr steil, noch staubiger und schrecklich sandig. Wir
sind dann an Nomadenzelten und vielen Kindern vorbei an den See gefahren. Leider
kam man nicht direkt ans Ufer. Da es schon sehr spät war, haben wir dort
unseren Schlafplatz aufgeschlagen. Es war sehr kalt und windig. Deshalb haben
wir auch Feuertopf und Brot gegessen sowie Wein dazu getrunken.
Mi. 8.7.
Obwohl die Sonne
scheint, ist es noch sehr kühl. Plötzlich kamen ein Erwachsener und mehrere
Kinder auf einem Eselskarren daher und hielten direkt neben uns. Sie wollten
Holz suchen zum Brotbacken. Den Esel und ein Kleinkind haben wir dann zur
"Aufbewahrung" erhalten. Nachdem wir unseren Übernachtungsplatz
verlassen hatten, suchten wir nach den heißen Quellen (die wir nicht gefunden
haben). An einem anderen Kratersee, der von Nomaden belagert war, sind wir
umgedreht und die Staubpiste erst einmal aus dem Krater hinauf zum Kraterrand
(sehr sandig) und dann hinab nach Tatvan gefahren. Es hat geregnet und wir waren
froh, dass wir nicht mehr im Krater waren, da der Staub jetzt bestimmt schlammig
war. In Bitlis wurde dann der Auspuff geschweißt, der immer lockerer wurde und
sich drehte (2000 TL). Eine schlaglochreiche Straße führte weiter nach Silvan.
Zum Teil haben Kinder mit Steinen nach uns geworfen. Da haben wir aber bereits
festgestellt, dass im Osten der Türkei alles mit Steinen beworfen wird, was
nicht gehorcht. Die Eltern werfen nach den Kindern und die Kinder nach den
Tieren. Wenn wir dann nicht wunschgemäß anhalten, werden wir mit Steinen
beworfen. In Malabadi wird ein großer Staudamm gebaut. Hoher Besuch aus Ankara
hatte sich angesagt. Teilweise herrschte Chaos. Viele Leute waren da. Wir hatten
angehalten, um die seldschukische Brücke aus dem 12. Jahrhundert anzusehen und
waren sofort von Kindern umringt, die T-Shirts haben wollten. Als Gegenleistung
sollten wir Fossilien und Modeschmuck erhalten. Wir konnten uns nur durch eine
Handvoll Bonbon in den Bus retten und abfahren. Es war sehr warm und die Gegend
äußerst kahl, aber hügelig. Unsere nächste Station war Diyabakir. Die Stadt
am Tigris (Diele) war ursprünglich vollständig von schwarzen Mauern umgeben,
da sie schwer umkämpft war. Heutzutage umschließen diese Mauern nur die
Altstadt. Die Stadt gleicht einer Wüstenoase voller Händler. Händler aus
Syrien, Irak und Iran. Ferner noch Kurden und Türken. Das bunte Schilder-Chaos
im Zentrum der Stadt, die engen Gassen und die Moscheen im arabischen Baustil -
das alles trägt dazu bei, Diyabakir die fremdartige Atmosphäre einer
Grenzstadt zu verleihen. Besonders stolz ist Diyabakir auf seine Wassermelonen.
Wir sind durch die faszinierende Altstadt gewandert. Der Basar ist schöner als
in Marrakesch und die Stadt schon ziemlich orientalisch. Bunt und hübsch. Die
Kinder hingen an uns, riefen immer nur "o.k." und wollten die Hände
schütteln. Durch die Ulu Cami und den Basar hat uns ein Mann geführt. Als wir
ihm dann 100 TL geben wollten, war er beleidigt. Er hat dann lediglich eine
Zigarette angenommen. Jörgen hat im Basar einen Ayran getrunken, für den der
Junge noch nicht einmal Geld haben wollte. Wir sind dann auf die Mauer
geklettert und auf dem Rückweg zum Bus haben wir einen deutschsprachigen
Türken getroffen, der uns in die Karawanserei geführt hat. Hat sich dann als
Teppichhändler erwiesen. Auf dem Weg zur Tigrisbrücke sind wir an einem
Verkehrsunfall vorbeigekommen. Ein Dolmus war mit einem Pferdewagen
zusammengestoßen. Der Bus war kaputt und das Pferd lag im Sterben.
In Diyabakir
wollten wir nicht übernachten (Flughafen). Deshalb sind wir durch eine sehr
öde Landschaft weiter bis kurz vor Siverek gefahren und haben an einer
Tankstelle übernachtet. Vom Tankwart erhielten wir türkische Gurken, die wir
dann zu unseren gebratenen Aubergine und Brot gegessen haben.
Do. 9.7.
Morgens hat Jörgen den völlig verdreckten Bus mit einem Wasserschlauch
gesäubert. Die Türen quietschten ganz fürchterlich, deshalb hat Jörgen auch
noch über einer Grube die Scharniere und eine Aufhängung der Stoßdämpfer
geschmiert. Der Tankwart hat uns noch Cay gebracht; dann sind wir Richtung Kâhta abgefahren. Um 9.10 Uhr haben wir den Euphrat überquert. Von
Kâhta aus
führt zuerst eine asphaltierte Straße, dann eine Staubpiste zum Nemrut Dagi 2.
Gefrühstückt haben wir bei den Säulen von Karakus Terpesi. Dann sind wir
über die Römerbrücke (mit den 3 Säulen) zum Nemrut Dagi gefahren. Das letzte
Stück ging sehr steil bergan. Der Bus war voll beladen (Wasservorräte) und so
sind wir stehen geblieben. Jörgen musste schieben und dann hinterherlaufen. Er
war total aus der Puste (2000 m hoch). Dann haben wir festgestellt, dass wir den
Auspuff ganz verloren hatten. Der Gipfel des Nemrut Dagi ist nur zu Fuß zu
erreichen. Man kann sich auch von einem Esel hinauftragen lassen. Auf dem kahlen
Berggipfel hat ein unbedeutender König (Antiochus) in vorrömischer Zeit zwei
Simse in den Fels hauen lassen und darauf kolossale Statuen von sich selbst und
den Göttern (seinen "Verwandten") errichten lassen. Dazwischen musste
auf seinen Befehl ein fünfzig Meter hoher Gipfel aus zertrümmertem Fels
aufgehäuft werden. Unter diesen Tonnen von Fels wird auch sein Grab vermutet.
Die Statuen sind erst 1881 bei Vermessungen entdeckt worden. Die archäologische
Erforschung begann erst im Jahre 1953. Erdbeben haben die Köpfe der meisten
Statuen heruntergestürzt, doch viele der gewaltigen Körper stehen immer noch
in einer Reihe, und die zwei Meter hohen Köpfe liegen daneben auf dem Boden.
Ein wirklich faszinierender Anblick. Als wir den Berg hinunterstiegen, mussten
wir Eintritt bezahlen, da uns der Kontrolleur nicht hat hochgehen sehen. Sind
dann die steile Straße wieder hinabgekrochen und auf der Staubpiste bis nach
Arsameia in der Nähe von Eski-Kâhta gefahren. Unterwegs hat Jörgen noch mit
einem Traktorfahrer ein Bier getrunken. In Arsameia hat uns eine Frau
Eintrittskarten verkauft. Ihre drei Söhne haben uns herumgeführt. Angesehen
haben wir uns das 3,67 m hohe guterhaltene Relief und den 160 m langen Felsgang,
der in die Erde hineinführt. Auf dem Plateau müssen auch mal riesige
Götterfiguren gestanden haben, jetzt liegen nur noch Reste herum (z.B. ein Fuß
mit Sandale und das Fragment einer Hand). Auch Reste von Mosaiken befinden sich
auf dem Plateau; sie wurden jedoch zu ihrem Schutz wieder mit Erde bedeckt.
Jörgen hat den Kindern Süßigkeiten geschenkt und sonstige kleine Mitbringsel.
Rita hat von der Frau ein Kopftuch erhalten. Auf dem Parkplatz von Arsameia
haben wir dann übernachtet.
Fr. 10.7. Da
Rita noch größere Schmerzen hat, hat sie sich entschlossen zum Arzt zu gehen.
In Kayseri. Jörgen ist gefahren, während Rita die meiste Zeit geschlafen hat.
Die Strecke war ätzend und sehr heiß. Als wir angekommen sind, war Jörgen
ganz kaputt. In Kayseri hat Rita von einer Ärztin Tabletten und eine
Schmerzspritze bekommen. Dann sind wir Richtung Ürgüp auf einen Berg gefahren
und haben in einer Art Kiesgrube übernachtet. Endlich war es mal ruhig und
keine Leute um uns herum. Toll still.
Sa. 11.7. Haben
erst überlegt, ob wir zurück zum Arzt fahren, sind dann aber doch weiter nach
Göröme gefahren. Göröme liegt im Herzen Kappadokiens. Die einzigartige
Mondlandschaft wurde vom Ausbruch zweier Vulkane verursacht, deren dicke Schicht
aus heißer Asche sich zu weichem porösen Stein verfestigte, der Tuff genannt
wird. Im Laufe langer geologischer Zeiträume wurde der Tuff durch Wind, Wasser
und Sand abgetragen und zu komplizierten unterirdischen Formen gestaltet.
Blöcke aus härterem Gestein haben den Tuff direkt unter sich geschützt und so
sind Säulen und Kegel entstanden, die einen Steinblock auf der Spitze tragen (Feenkamine).
Der Tuff ließ sich auch mit primitiven Werkzeugen leicht bearbeiten und die
Menschen haben sich aus diesem Gestein Wohnräume und Kirchen gegraben. Als
Invasoren in die Türkei strömten, fingen die Bewohner an, unter der
Erdoberfläche umfangreiche Höhlenstädte mit mehreren Etagen zu bauen. Dort
lebten sie oft über mehrere Generationen. Trotz dieser Landschaft gedeiht in
Kappadokien sehr guter Wein und es ist auch ein wichtiges Landwirtschaftsgebiet.
Die schönsten Täler sind zu Nationalparks erklärt worden. Das Göröme Tal
ist das bekannteste Tal, wo auch die meisten Felsenkirchen stehen. In den
Kirchen darf nicht mit Blitzlicht fotografiert werden, um die Zeichnungen zu
schützen. Die einzelnen Kirchen sind total unterschiedlich bemalt, teils mit
richtigen Figurenbildern, teils in rot mit "Kinderzeichnungen".
Während
unseres Rundganges war es sehr heiß und damit auch ziemlich anstrengend. Wir
haben uns daher auch nur die Kirchen und einige Wohnräume angesehen und sind
dann weiter nach Avanos (am roten Fluss) gefahren. Dort haben wir gut gegessen.
1 x Auberginegemüse, 1 x Hackröllchen mit Pommes frites (sehr gut gewürzt), 1
x Sis Kebap und ein Salat sowie 2 Ayran und Brot = 2.500 TL. Jörgen hat Rotwein
aus dem Göröme Tal und Raki gekauft. Die Kühlbox ist leider nicht mehr
angesprungen. Auf einer sehr schlaglochreichen Straße sind wir dann zur gelben
Karawanserei gefahren, die gerade restauriert wurde. In der großen Halle roch
es sogar noch nach Kamelen (keine Einbildung). Anschließend sind wir die
östliche Route nach Ürgüp zurück und über Nevesehir nach Kayamakli zu den
unterirdischen Städten gefahren. Landschaftlich ist es nicht so schön (flache
Steppe), aber das Gestein ist das gleiche (Tuff). Die unterirdische Stadt wirkt
wie ein Schweizer Käse. Überall Löcher, Fenster zwischen den einzelnen
Räumen und Gängen. Ohne Hinweistafeln würde man völlig verloren sein. Leute,
die man gerade noch gesehen hat, sind plötzlich ein paar Stockwerke unter oder
über uns. Echt faszinierend. Die Gänge sind oft so niedrig, dass man fast
kriechen muss. Hier haben früher Zehntausende von Menschen über Generationen
hinweg gelebt.
Als wir
Richtung Nigde weiterfuhren, war es schon 17.30 Uhr. Aber es war noch sehr, sehr
warm. Hoch auf einem Berg mit einem tollen Panorama haben wir einen Schlafplatz
gefunden (wie auf dem Präsentierteller). Nachts war es angenehm kühl. Um 5.00
Uhr sind wir durch zwei bellende und jaulende Hunde geweckt worden. Eine
Schafherde zog vorbei.
So. 12.7. Es
ist schön warm. Auto entstaubt, Kühlbox repariert. Hinter Tekir haben wir in
einer kleinen Lokantasi (Kirstal Lokantasi) gegessen. 2 kg Fleisch, Brot, Salat
und 4 Ayran = 4400 TL. Fleisch und Fladenbrot wurden auf dem Grill zubereitet.
Hat gut geschmeckt. Dann sind wir Richtung Tarsus gefahren. Dabei haben wir
unbewusst die Kilikische Pforte durchfahren. Unterwegs sind wir von mehreren
"interessierten" Polizisten angehalten worden. In Tarsus gab es
mehrere Tankstellen nebeneinander; merkwürdigerweise waren alle leer. An einer
Shell-Tankstelle haben wir gehalten. Dort haben wir uns mit den Pächtern
unterhalten, Honigmelone gegessen und Cay getrunken. Jörgen hat 2 Zigaretten
geraucht. Die Pächter der Tankstelle haben uns dann zu einer Sehenswürdigkeit
in Tarsus geschickt - Wasserfälle (selale) -. Waren aber kleine Wasserfalle.
Wir haben uns über die wenigen Autos gewundert. LkW's haben am Sonntag
Fahrverbot. Von Tarsus bis Kiz Kalesi wurden die wenigen LkW's ständig
kontrolliert. Die Straßen waren menschenleer. Bei der Kiz Kalesi (Mädchenburg)
haben wir einen guten Standplatz am Meer gefunden. Um 17.30 Uhr im Meer gebadet.
Das Wasser war schmutzig und voller Plastiktüten; deshalb sind wir schnell
wieder rausgegangen und haben geduscht. Die Nacht war sehr feucht und heiß. Wir
haben sehr geschwitzt und deshalb die Seitentür geöffnet. Hat auch nichts
genutzt.
Mo. 13.7. Morgens
war es sehr warm, unangenehm warm; wir schwitzen! Im Nahe gelegenen Motel gab es
leider nur altes Brot. Deshalb haben wir nur Kaffee getrunken und sind dann zu
den Cennet ve Cehennem (den Höhlen von Himmel und Hölle) gefahren.
"Himmel" ist eine große Tropfsteinhöhle, zu der man unendlich viele
Stufen hinabsteigen muss. Mit einer Taschenlampe haben wir die Höhle erforscht.
Da in der Höhle mehrere Quellen entspringen (gutes Trinkwasser), herrscht dort
sehr feuchte Luft. Nach uns sind dann die Touristenmassen gekommen.
"Hölle" ist eine 120 m tiefe Grube (eine ehemalige Tropfsteinhöhle,
die zusammengebrochen ist). Die Leute, die Himmel und Hölle besuchen, binden
bunte Bändchen an die Bäume um an diesem geheimnisvollen Ort Heilung für ihre
Leiden zu finden.
Wir sind an der
Küste entlang weitergefahren. Die Küste war sehr schmutzig (voller Plastik).
Trotz der Hitze hatten wir keine Lust zu baden. Mitten in den Bergen sind wir
dann einer Piste Richtung Küste gefolgt. Schließlich sind wir an einen tollen
Strand in einer Bucht gekommen (supersauber). So etwas hatten wir schon gar
nicht mehr erwartet. Hinter dem Strand landeinwärts hatten die Bauern ihre
Felder. Momentan wurden vor allem Tomaten geerntet. Hier wollten wir ein paar
Tage bleiben. Kaum hatten wir einen guten Stellplatz (direkt am Strand)
gefunden, wurden wir auch schon von einheimischen Türken bestaunt, umringt und
ausgefragt. Ein Junge holte uns aus dem nächsten Ort mit seinem Moped Ekmek.
Während dieser Zeit hat Jörgen mit einem anderen Türken Mühle gespielt.
Wir haben
gebadet und geschnorchelt. Rita hat eine große Wasserschildkröte gesehen. Der
Junge, der uns das Ekmek brachte, fuhr sich ein Loch in den Reifen und wir haben
unser Flickzeug nicht gefunden. Abends dann Schmortopf mit Zwiebeln und
Champignons, Ekmek und Tomatensalat gemampft; dazu Raki und den Rest türkischen
Rotwein getrunken. Als es dunkel war, kam noch ein Junge mit seinem Bruder und
hat uns 2 Melonen und Mais gebracht. Wollten sich im voraus dafür
entschuldigen, dass sie nachts "domus" (Wildschweine) schießen und
wir uns evtl. erschrecken. Wir haben ihnen unsere Halogen-Taschenlampe geliehen.
Nachts war es warm, aber wir haben trotzdem gut geschlafen.
Di. 14.7. Wir
sind morgens allein am Strand. Toll! Haben Wäsche gewaschen, geschnorchelt,
gefaulenzt. Ein Türke brachte uns Ekmek und Gurken (wollte keine Bezahlung).
Ein anderer besorgte uns zwei selbstgebackene Fladenbrote. Wie wir dann
bemerkten, hatten wir unseren Standplatz am sogenannten
"Frauenbadestrand" aufgeschlagen. Die Frauen und Männer badeten
getrennt und es durften auch keine Männer zusehen. Deshalb musste Jörgen sich
hinter den Bus verziehen. Zuerst badeten nur die jüngeren Mädchen. Später
haben sich auch die Frauen getraut. Da sich die Badeprozedur etwas lange hinzog,
wollte Jörgen an den Stand Bier trinken gehen. Nur leider war der Stand
geschlossen. So ist er zu seiner Unterhaltung Moped gefahren. Als Dank dafür,
dass die Frauen baden konnten, haben wir einen großen Eimer Tomaten erhalten.
Abends war es herrlich ruhig. Haben Superhirn und Yatzy gespielt. Nachts war es
sehr warm.
Mi. 15.7.
Morgens ist es schon sehr heiß. Fischer sind gekommen, die vom Strand aus das
Netz einholten. Haben aber nicht viel gefangen. Wir waren Schnorcheln;
anschließend musste Jörgen wieder verschwinden, weil eine ganze Kolonie Frauen
baden wollte. Er hat am Stand einen Cay getrunken. Dann haben wir gegessen. Erst
Rita, dann Jörgen, weil er geschlafen hat. Inzwischen hatte sich Sebahattin
(konnte gut französisch sprechen) die Taucherbrille ausgeliehen, da er seinen
Fischkorb anbringen wallte. Jörgen hat dann mit ihm Raki getrunken. Die Bucht
soll angeblich Eribäck heißen. Beim Schnorcheln haben wir dann einen riesigen
Fisch gesehen. Mindestens so groß
na jedenfalls
ziemlich mächtig. Rita hat einen großen Schreck gekriegt und ist erst einmal
aus dem Wasser gegangen. Nachmittags kam dann Süleman und wollte uns morgen in
der Zeit von 7.00 bis 8.00 Uhr Ekmek bringen. Ein anderer Raki. Nachts "
war es warm, aber manchmal sehr windig (ganz gut so). Rita hat beim Liegen
wieder Schmerzen, dieTabletten sind zu Ende.
Do. 16.7. Um
8.00 Uhr war noch kein Ekmek da. Um 9.00 Uhr auch nicht. Der Junge, der uns Raki
besorgt hat, hatte auch Brot. Das haben wir dann zum Frühstück genommen. Aber
um 10.15 Uhr hatten wir dann das nächste Ekmek und Gurken. Ritas rechte
Gesichtshälfe ist geschwollen. Wahrscheinlich durch die Medikamente. Wir sind
mit der Luftmatratze zum Felsen hinausgeschwommen. Waren ganz enttäuscht wegen
der wenigen Fische. Hatten mehr erwartet. Auf dem Rücken sind wir dafür ganz
verbrannt. Abends haben wir schön heiß geduscht.
Rindfleisch-Zwiebel-Champignon-Topf mit Ekmek und Salat gegessen. Raki mit Cola
und Bier getrunken. Jeden Abend kamen pünktlich um 19.00 Uhr die Mücken
(vorher Käfer). Wir haben uns darauf eingestellt und mit Dschungel-Oil
eingeschmiert. Wollten die Mücken frustrieren (sind auch schon weniger da.
Nachts war es verhältnismäßig kühl und windig.
Fr. 17.7. Wolken
und windig. War ganz angenehm, dass die Sonne nicht so runterknallte. Es dauerte
allerdings nicht lange, da waren die Wolken weg. Wir haben am Strand Muscheln
gesucht, aber es waren nur ganz wenige da (ist halt das Mittelmeer und dazu noch
Kiesstrand). Sebahattin hat uns, als er seine Fische einholte, einen leeren
Schildkrötenpanzer mitgebracht. Leider ist uns der Tisch vom Wind umgefallen
und der Panzer zerbrochen. Mittags waren wir bei Sebahattin und seiner Familie
zum Essen eingeladen. Natürlich gab es Fisch. Es hat uns, trotz vorheriger
Skepsis, sehr, sehr gut geschmeckt. Dazu gab's Salat, Aubergine und Fladenbrot.
Hinterher natürlich Cay. Jörgen ist dann mit Süleman per Motorrad
weggefahren. Er wurde durch dessen Heimatort geführt und musste in sämtliche
Lokale. Auch Tric-Trac und Dame auf türkische Art musste er spielen. Die
Motorradfahrt war ein heißer Ritt über Stock und Stein. Nachmittags kamen dann
ein paar deutsche und englische Chaoten an "unseren" Strand. Gegen
Abend haben wir auf Jörgens selbstgebasteltem Grill (leere Bierdose) Würstchen
gegrillt; schmeckten fantastisch. Dann haben wir ein Lagerfeuer gemacht. Es war
jedenfalls richtig schön gemütlich. Später kamen dann wieder die domus-Jäger
und haben uns 3 Melonen gebracht. Nachts hat Rita sehr gut, Jörgen schlecht
geschlafen (zu warm).
Sa. 18.7.
Es ist außerordentlich warm. Die anderen Touristen sind auch noch geblieben.
Schade! Wir haben sehr viel gebadet. Mittags hat uns Sebahattins Frau wieder
Fisch gebracht. Schmeckt wirklich sehr gut. Rita hat eine beginnende
Sonnenallergie. Nachmittags wurde es wieder windig. Süleman, der uns an sich
morgens das Ekmek bringen wollte, erschien wieder nachmittags. Dann kamen noch
mehr Touristen. Wir wollten normalerweise heute abfahren, da es aber so schön
war, sind wir noch geblieben. Abends haben wir dann noch die Bekanntschaft mit
einem Bäcker gemacht, der Wasserpfeife (Nargile) geraucht hat. Von ihm haben
wir noch ein Sesambrot in Form einer Sonne bekommen. Schmeckte sehr, sehr gut.
Wenn wir abfahren, sollen wir in seiner Bäckerei vorbeikommen. Jörgen hat
Sebahattin geholfen, Heusäcke auf den Traktoranhänger zu laden. Er hat sehr
geschwitzt. Abends haben wir dann wieder ein Lagerfeuer gemacht. Auch die
domus-Jäger kamen wieder. Die Nacht war sehr, sehr warm.
So. 19.7.
Um 8.15 Uhr hatten wir bereits 27° im Schatten. Wir haben geschnorchelt und
viel gebadet. Jörgen hat mit einem Türken ein Sit-in im Meer gemacht und
Maibock getrunken (haben sich über den Verkauf der Küste unterhalten). Rita
hat den Frauen zürn Baden eine Luftmatratze geliehen. Dafür haben wir dann
noch mehr Tomaten erhalten. Von Sebahattin haben wir auch noch Aubergine,
Tomaten, Zwiebeln und Paprika bekommen. Jörgen hat sich als Fischer versucht
und den Korb gesetzt. Er wollte riesige Fische fangen und ganz viele. Abends
haben wir dann wieder Lagerfeuer gemacht. Aubergine, Tomaten und Zwiebelgemüse
gegessen (mmh), Salat, die restlichen 2 Würstchen und Ekmek. Unsere Gaslampe
ist mit einer großen Stichflamme zu Bruch gegangen. Jörgen hat sich nur die
Haare etwas angesengt. Nachts war es warm und stürmisch.
Mo. 20.7. Aufbruchstimmung!
Es ist immer noch heiß. Erst haben wir gebadet, geduscht und gefrühstückt.
Anschließend den Wagen abgebaut. Zuletzt haben wir bei Mustafa und seinem
kleinen Ausschank noch ein Bira getrunken. In Akdere haben wir noch Süleman
getroffen und je 2 Ayran ausgegeben bekommen. Dann sind wir zu unserem Bäcker
Sakip gegangen. Dort hat man uns schon erwartet und ein tolles Essen
vorbereitet. Kebap (Fleischröllchen), Aubergine und Pommes frites aus frischen
Kartoffeln, Cacik und Zwiebeln mit einem undefinierbaren Gewürz. Das Essen war
jedenfalls sehr, sehr gut und reichlich. Hinterher haben wir noch Kahve
getrunken und Video geguckt. Sakip ist ein reicher Mann; er hat eine
Ekmek-Fabrikasi in Mersin und eine Bäckerei in Akdere. Sind dann Richtung
Anamur gefahren und haben uns die Burgruine am Wasser angesehen. In Anamur haben
wir noch einmal Medikamente gekauft und Ayran getrunken. Am südlichsten Punkt
Kleinasiens waren wir noch in den Ruinen von Anamur, die sehr gut erhalten sind.
In den Bergen
haben wir einen Stellplatz gesucht. Wir wollten unbedingt ans Meer. Sind auch
wieder einem Sandweg gefolgt, der aber leider nicht ans Meer führte. So sind
wir letztlich beim Haus von Mustafa Kose gelandet, wo wir stehen bleiben
konnten. Mustafa hat eine Bananenplantage. Sehr nette Leute mit 2 Kindern (3 und
1 Jahr alt). Nachts war es sehr warm (30°C).
Di. 21.7. Bei
Mustafa und seiner Familie haben wir ein türkisches Frühstück genossen.
Fladenbrot, Butter, Schafskäse und Cay. Ein Neffe und eine Nichte waren auch
da. Als wir fahren wollten, hat Mustafa Jörgens Taschenmesser entdeckt. Wollte
er unbedingt haben. Jörgen hat ihm versprochen, aus Deutschland eines zu
schicken. Bei Alanya haben wir dann "unseren" Fluss gesucht. Da Alanya
sehr in die Breite gegangen ist (Hotel an Hotel), war das gar nicht so einfach.
Es sah alles ganz anders aus als vor 2 Jahren. Aber Jörgen hat den Weg sehr
schnell gefunden (für Rita war alles fremd). Wir haben uns, wie vor zwei Jahren
auf die Suche nach dem Stausee begeben und haben ihn wieder nicht gefunden.
Unser "alter" Standplatz war auch nicht mehr so schön und viel
besucht. Deshalb haben wir einen anderen Platz flussaufwärts gewählt. Dort hat
bereits ein Paar gepicknickt. Die Frau hatte acht Jahre in Deutschland
gearbeitet und betreibt jetzt einen Fotoladen. Der Mann (Ahmet) war einige Jahre
für eine deutsche Firma im Irak tätig und hat jetzt seinen eigenen
Elektroladen. Rita und Jörgen waren im eiskalten Wasser baden. Die Waden und
Füße taten richtig weh von der Kälte. Ahmet hat am Ufer mit einem Stein eine
Schlange erschlagen. Jörgen hat beim Baden seine Badeschuhe verloren (erst den
rechten; dann hat er den linken hinterhergeworfen). Seine anderen Gummischuhe
hatte er Sebahattin geschenkt. Abends haben wir Nudeln mit Soße gegessen.
Endlich angenehme Temperaturen! Nachts haben wir wieder das Deckbett gebraucht.
Mi. 22.7.
Morgens haben wir sehr lange geschlafen. Bis 9.30 Uhr. Da wir im Schatten
stehen, ist es gut erträglich. Dann kam ein "Skoda" mit einer Menge
Frauen und Kindern auf der Ladefläche. Sie haben ein Stück von uns entfernt
gebadet. Der Mann, der den Skoda gefahren hat, ist bei uns geblieben. Haben im
Fluss gebadet und Jörgen hat die Temperatur gemessen. 10°!! Der Fluss soll von
einem unterirdischen Stausee kommen. Dort sammelt sich das Schneeschmelzwasser
und daher die Kälte. Von den Frauen haben wir in Brot eingebackene Kartoffeln
mit Zwiebeln und Petersilie bekommen. Schmeckte auch sehr gut. Anschließend
haben wir mit unseren Stühlen im Fluss gesessen und Superhirn gespielt. Ein
Mädchen hat uns dabei vom anderen Flussufer aus beobachtet. Jörgen hat ihr
Bonbons hinübergeworfen. Etwas später kamen dann das Mädchen und ihr Bruder
und haben uns Pfirsiche und Birnen gebracht. Abends war es wieder sehr kühl.
Do. 23.7. Rita
hat wahnsinnige Schmerzen wie noch nie. Der rechte Fuß (kleiner Zeh und die
Wade) ist taub. Rita wollte nicht bewegt werden, aber Jörgen ist trotzdem nach
Alanya zum Doktor gefahren. Blieb auch nichts anderes übrig. Erst waren wir
beim Hospital, wo man Rita im Bus Novalgin gespritzt hat. Dann waren die
Schmerzen etwas erträglicher. Ein deutschsprachiger Arzt ist dann mit uns zu
einem Orthopäden in die Stadt gefahren. Der Arzt hat Rita wieder eine Injektion
verpasst und endlich ging's ihr gut. Dann haben ' wir wieder Ayran an der
Tropfsteinhöhle getrunken. Allerdings nicht so urtümlich wie vor zwei Jahren
aus einem Fass, sondern ganz modern. Mit 200 TL war der Ayran auch sehr teuer
(normal sind 50 - 100 TL). Jörgen wollte noch eine Nargile kaufen, aber die
waren zu teuer und der Händler wollte im Preis auch nicht runtergehen. Dafür
hat er sich dann Badelatschen (6000 TL) und 3 Zeitschriften (12500 TL) geholt.
Da wir auch endlich mal richtige Wasserfälle sehen wollten, sind wir zu den
Manavgat-Selale gefahren. Waren aber ganz enttäuscht. Nur kleine Wasserfälle
und viele Leute und Souvenirläden. Bei Side wollten wir dann wieder an den
Strand fahren, aber da war alles dicht. Hotels wurden gebaut und ein neuer
Robinson-Club hatte sich dort eingenistet. Ein sehr, sehr heißer Wind wehte vom
Land her. Hinter Side haben wir dann aber doch noch einen Platz gefunden und
sind gleich baden gegangen. Das Wasser war sehr warm, weil es sehr flach war. Am
Strand gab es sogar Duschen. Abends sind wir essen gegangen. Jeder drei
Portionen mit Salat und Nachtisch, Bier und Cay = 8400 TL. Hat uns sehr
geschmeckt. Nachts war es fürchterlich heiß (um 35°C). Wir haben uns mit
nassen Waschlappen abgekühlt und Rita hat noch mal geduscht. Trotzdem haben wir
kaum geschlafen, obwohl es gegen Morgen "kühler" wurde.
Fr. 24.7.
Morgens um 6.00 Uhr waren schon 28° im Bus. Wir haben dann im Meer gebadet,
geduscht und sind Richtung Antalya abgefahren. Unterwegs sind wir an der Stelle
vorbeigekommen, wo 1985 unsere Windschutzscheibe zu Bruch ging. In Antalya haben
wir zuerst eine Autowerkstatt gesucht, die uns einen neuen Auspufftopf und das
Endrohr anbauen sollte. Hatten allerdings nur eine Werkstatt gefunden, die
reparieren wollte (um 14.00 Uhr). Deshalb sind wir nicht mehr hingefahren. Rita
hat sich anschließend im Krankenhaus die nächste Injektion abgeholt. An sich
wollten wir den Basar besuchen; haben aber keinen Parkplatz gefunden und auf der
Suche auch noch eine Radkappe verloren, die wir aber wiederbekamen. Es war so
heiß, dass wir schließlich geflüchtet und nach Termessos gefahren sind.
Termessos liegt hoch auf einem Berg, 34 km von Antalya entfernt. Es war eine
psidische Stadt, die von kriegerischen, spartanischen Menschen bewohnt war. Sie
lebten in ihrer uneinnehmbaren Festungsstadt und verteidigten ihre
Unabhängigkeit erbittert, Die Stadt, wurde erst durch ein Erdbeben zerstört.
Die Ruinen haben wir teilweise erstiegen und unterwegs auch einen Mann
getroffen, der in einem Feuerwachturm nach Bränden Ausschau hält. Wir haben
Wasser getrunken und uns mit ihm unterhalten. Es war immer noch sehr heiß,
daher sind wir auch gegen 15.00 Uhr wieder abgefahren. Hinter Kerkuteli haben
wir erst einmal Rast gemacht, da die Fahrt durch die Hitze sehr anstrengend war.
In einem kleinen Ort (Silekler) sind wir noch Essen gegangen. Es war keine
richtigte Lokanta, aber die Leute haben uns Käse, Tomaten, Paprika, Brot und
Zwiebeln besorgt. Dazu haben wir 3 x 1/2 l Tuborg und 3 Cay getrunken = 1750 TL.
Haben uns dann noch mit einem Jungen unterhalten, dessen Vater vor vier Tagen
tödlich verunglückt war. Der Vater hatte in Deutschland gearbeitet und war auf
Urlaubsfahrt in die Türkei. Wir haben ihm die ADAC-Adressen der deutschen
Botschaften in der Türkei gegeben. Anschließend sind wir dann zum Schlafen an
einen Staudamm gefahren. Dort war es schön kühl. Haben unsere Getränke in
eine Wasserzuleitung gestellt, damit sie kühl sind (unsere Kühlbox wird nicht
mehr richtig kalt).
Sa. 25.7. Morgens
haben wir uns viel Zeit gelassen und das Auto entstaubt. Die Getränke sind im
fließenden Wasser abgehauen. Wir sind hinterhergerannt und haben Gott sei Dank alles gerettet. Die Temperatur ist noch immer angenehm. Zum Frühstück haben
wir Jogurt mit Marmelade gegessen und gehofft, dass in der Kühlbox nur Luft war
und sie deshalb nicht kühlt. Jörgen hat ein Adler-Pärchen gesehen. Auf dem
Weg nach Yesilova wurde Rita 2x von einem Insekt gestochen. Einmal natürlich
wieder in den Rücken. Bei Yesilova gibt es einen großen See, den Salada-Gölü.
Dort kann man auch Campen und baden, aber es soll Wasserschlangen geben. Wir
sind jedenfalls weitergefahren, da wir Hunger hatten und die Restaurants am See
voll auf Touristenbusse spezialisiert sind. In einem kleinen Ort (Karahöyük)
haben wir an einem Imbiss neben einem Teehaus gegessen. Vier Cola und zwei Cay =
400 TL. Sis-Kebap/Leber, Salat aus Tomaten und Zwiebeln, mit Butter geröstetes
Ekmek = 900 TL. Jörgen konnte sich dort auch rasieren. Sind dann nach Denizli
ins Krankenhaus gefahren wegen der nächsten Injektion. Anschließend dann durch
den Ort geschlendert. Da es jedoch sehr heiß war, sind wir bald nach Pamukkale
rausgefahren. In
Pamukkale (Baumwoll-Festung) entspringen heiße Mineralquellen, deren Wasser
durch die Ruinen einer griechischen Stadt (Hierapolis) fließen und dann in
Kaskaden über eine Klippe "stürzen". Der Kalk, den das Wasser
abgelagert hat, bildet schneeweiße Wasserbecken und Stufen -wie ein Wasserfall
aus weißem Stein-, dem die Heilquelle ihren Namen verdankt. Als wir in
Pamukkale ankamen, waren noch viele Touristen da. Zudem herrschte ein sehr
heißer Wind. Zuerst haben
wir in den Terrassen gebadet, dann in der Zuleitung. Herrlich! Abends sind wir
dann den Berg hinuntergestiegen und Essen gegangen» 2x Hackbällchen (3 Stück
mit Tomate und etwas Pommes frites und Grütze), 1x Salat, 1x Auberginengemüse,
1x Pommes frites, 2 Ayran und 11/2 l Wasser = 4700 TL. Als wir den Berg wieder
hinaufgestiegen sind, haben wir ganz schön geschwitzt. Wir haben dann noch
draußen gesessen - und weiter geschwitzt. In der Nacht hat der Wind
nachgelassen, aber es wurde erst gegen Morgen "kühler".
So. 26.7.
Morgens, sowie die Sonne auf den Bus schien, war es sehr heiß. Jörgen war mit
dem "Taksi" (1000 TL) ins Dorf gefahren und hat Brot und Cola geholt.
Dann haben wir Zeitschriften gelesen und gefaulenzt. Im Schatten unseres Busses
haben Türken gepicknickt, von denen wir dann Melone und Weintrauben, gesalzene
Sonnenblumenkerne, Pistazien und andere Nüsse erhalten haben. Gegen Mittag
haben wir wieder in den Terrassen gebadet und eine tolle Zuleitung mit viel
Gefälle entdeckt, worin wir uns dann geaalt haben. Von 14.00 Uhr bis 18.00 Uhr
ist Pamukkale vor Hitze nicht zu ertragen. Der Wind ist furchtbar heiß. In der
Zeit haben wir mit Ventilator im Bus gesessen und Raki getrunken. Schließlich
sind wir dann wieder in die Zuleitung gestiegen. Nachts haben wir ganz gut
geschlafen, hatten aber viel Durst.
Mo. 27.7. Wir
sind früh aufgebrochen, haben nur noch Wasser getankt. Um 8.15 Uhr waren
bereits 31 C im Bus. An einer Tankstelle bei Pamukkale haben wir Cay bekommen
und ein türkisches Bauernehepaar mit nach Denizli genommen. Dann sind wir nach
Aphrodisias gefahren. Der Name der Ruinenstadt geht auf Aphrodite, die
griechische Göttin der Liebe zurück. Ihr Tempel in Aphrodisias war berühmt
und seit dem 8. Jahrhundert über 1000 Jahre lang ein beliebtes Pilgerziel. Im
Jahr 1402 wurde die Stadt angegriffen und hat sich nie wieder von diesem Angriff
erholt. Die Ausgrabungs- und Restaurationsarbeiten sind in vollem Gange.
Teilweise besteht ein Fotografierverbot. Sehr gut erhalten ist das Theater aus
weißem Marmor und das kleine Odeum. Das Stadion mit seinen 20000 Sitzplätzen
ist überwältigend. Wir waren um 12.00 Uhr dort und haben bei der Besichtigung
der Ruinen ganz schön geschwitzt. Auf der Rückfahrt haben wir in einem
Restaurant gegessen. 2x gefüllte Tomaten, 2x Aubergine (gefüllt), 1x
Hackröllchen, 1x Paprika/Kartoffeln/Aubergine mit Jogurtsoße und 2x 1/2 l
Tuborg Bier = 5000 TL. Die nächste Etappe bis zum Ägäisstrand wurde zur
Tortur. Es war vorne im Bus (Schatten) 53° C warm. Der Fahrtwind war noch
heißer. Hinten im Bus bei geöffneter Dachluke 41°C. Wir haben uns mit nassen
Tüchern beholfen. Rita hat sich nasse Trockentücher um den Kopf gebunden.
Unterwegs haben wir gehalten und Ayran aus der Flasche getrunken. Jörgen 6 und
Rita 4 Stück. Hat sehr gut geschmeckt (je 70 TL). Zwischendurch nochmals eine
Pause eingelegt und kaltes Wasser von einem türkischen Bauern erhalten. Dann
sind wir wieder in der Nähe von Ephesus an den Strand gefahren. Endlich mal
etwas, das sich in den letzten zwei Jahren nicht verändert hat (nur die Straße
ist vielleicht etwas schlechter geworden). Wieder Wasser, wieder baden, Frisbee
spielen! Nach der Hitze eine echte Erholung. Von anwesenden Türken haben wir
Gemüse und Ekmek bekommen und Kahve getrunken. Abends kamen dann natürlich
wieder Mücken. Nachts war es kühl und das Wasser blieb in 3 m Entfernung
(nicht wie vor 2 Jahren -1m-).
Di. 28.7. Angenehme
Temperatur. Haben im schön warmen Meer gebadet und gefaulenzt. Die Türken sind
in die Stadt gefahren und haben uns Brot und Jogurt mitgebracht. Geschenkt! Wir
haben viel gebadet, aber der glitzernde Sand ist nicht abzukriegen, wenn er erst
einmal am Körper angetrocknet ist. Um 15.00 Uhr kamen tolle Wellen und das Meer
kam immer näher. Um 16.15 Uhr war das Meer fast am Bus. Die Leute fingen an zu
flüchten. Wir dachten, das Meer beruhigt sich wieder. Schnapsidee!! Um 16.45
Uhr mussten wir Notpacken und flüchten. Noch einen Klackermatschfluss
durchfahren und dann waren wir gerettet. Auf einer kleinen Anhöhe sind wir dann
geblieben. Es besteht keine Chance, zum Strand zurückzufahren. Nachts kamen
laufend neue Camper und stellten sich direkt neben uns.
Mi. 29.7. Über
den immer noch stark umspülten Strand sind wir Richtung Izmir abgefahren. Die
Straße war vielbefahren; an Überholen kaum zu denken. In Izmir sind wir
zunächst zur Agentur gefahren und haben unsere Pässe bei der Police abgegeben.
Dann kauften wir im Basar ein (u.a. 2 Nargile). Anschließend haben wir ein
Hospital gesucht. Von der Deutschen Botschaft aus ist ein Polizist mit uns
gefahren, der uns den schwierigen Weg zum Krankenhaus zeigte. In der Zeit waren
für uns alle Verkehrsvorschriften außer Kraft gesetzt (verkehrt herum durch
eine Einbahnstraße, rote Ampeln, Parken in der 2. Reihe). In einer Poli-Klinik
hat Rita ihre Injektion erhalten. Dann haben wir den Polizisten wieder an der
Deutschen Botschaft abgesetzt und sind zum Hafen gefahren. Es war wieder
ziemlich heiß. Die Einschiffungsformalitäten begannen um 14.00 Uhr; um 17.00
Uhr waren alle verladen und es ging los. Ein Schlepper sollte unser Schiff aus
dem Hafen ziehen. Nach einigen haarsträubenden Manövern mit Schleppversuchen
ist die Fähre schließlich aus eigenem Antrieb aus dem Hafen gefahren. Wir
haben uns oben an Deck aufgehalten und als wir zu unseren Schlafsitzen kamen,
waren diese besetzt. Der Stewart hatte sie anderen Leuten zugewiesen, obwohl er
gleich bei unserer Ankunft auf dem Schiff die Tickets gesehen hatte.
Schließlich wurden unsere Sitze geräumt. Der zweite Schreck war, dass das
Auto-Deck von 19.00 Uhr an geschlossen war. Für uns war das schon zu spät.
Jörgen hat mit dem Steuermann gesprochen und wir durften noch runter. In der
Eile hatten wir gerade das Nötigste zusammengepackt. Abends war dann das Essen
im Restaurant. Vier Gänge - aber nicht besonders gut. An Bord nehmen sie nur DM
in Form von Konsumkarten, die nicht zurückgetauscht werden können. Ansonsten
ist die Umgangssprache Englisch und Türkisch, aber die Speisekarte ist in
Französisch abgefasst. Die Nacht war ziemlich ungemütlich, da zu viele Leute
im Raum waren. Wir hatten noch Glück, da wir unsere Luftmatratzen vor unseren
Sitzen querlegen konnten, was bei den anderen nicht möglich war und sie deshalb
im Gang schlafen mussten.
Do. 30.7.
Morgens ereilte uns die nächste Überraschung. Das Autodeck wird erst von 17.00
bis 19.00 Uhr geöffnet. Gestern wurde Jörgen erzählt von seven to nineteen.
Jörgen hat Terz gemacht, hat aber nichts genutzt. So haben wir uns eben gesonnt
und bis 17.00 Uhr gefaulenzt. Das Mittagessen war teilweise gut. Nur der dritte
Gang war kalt! Kaltes Fleisch, kalte Pommes und kaltes Gemüse. Und als
Nachtisch eine fürchterlich harte Birne. Um 17.00 Uhr haben wir dann noch
Sachen aus unserem Bus geholt. Das Abendessen war ganz gut und nachts haben wir
erstaunlicherweise sehr gut geschlafen.
Fr. 31.7.
Das Frühstück war wie gestern mit Schafskäse, Oliven, Knoblauchwurst und
ziemlich trockenem Brot (alt). Dazu gab's hartgekochte Eier von gestern und
Konfitüre oder Honig. Dafür war das Mittagessen gut. Bis 15.00 Uhr schien die
Sonne, dann fing es an zu regnen. Um 16.00 Uhr wieder Sonne. Haben im
Duty-Free-Shop 4 Flaschen Raki á 6 DM gekauft. Rita hat sich von einer "o.k."-Krankenschwester
eine Injektion geben lassen. Dann wollten wir uns wieder sonnen, aber es zogen
Wolken auf. Um 19.00 Uhr regnete es schließlich wieder. Die Leute, die die
letzten beiden Nächte auf Deck verbracht hatten, mussten auch noch
untergebracht werden. Es gab reichlich Platzschwierigkeiten. Das Abendessen war
sehr gut. Nachts hatten wir wieder ganz gut geschlafen. Nur einmal gab's Krach
um die Schlafplätze.
Sa. 1.8. Die
Fähre war erst um 11.00 Uhr türkischer Zeit in Venedig am Hafen. Die Einfahrt
nach Venedig war sehr schön. Dann begann das Chaos mit den Pässen. Aus
unerfindlichen Gründen wurden die Pässe erst eine Stunde nach dem Anlegen per
Aufruf ausgehändigt. So konnten die Autos erst von Bord, als alle Pässe
verteilt waren (11/2 Stunden). In Venedig war schönes Wetter. Durch Österreich
dann teilweise Regen. Wir sind über den Brennerpass gefahren, keine Autobahn.
So haben wir rund 40,— DM gespart (Maut Österreich und Italien). Bei München
hatten wir dann Regen und Sturm.
So. 2.8.
5.30 Uhr Ankunft in Lüneburg, kein Regen!
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