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1 Etappe: Lettland
Um 22 Uhr
Ortszeit (MESZ+ 1 Stunde) legt die Urd im Hafen von Ventspils an. Unser MAN ist
unter Deck so zugeparkt, dass wir nur mit Mühe in das Fahrzeug kommen. Der rote
LKW links neben uns soll rückwärts ausgeschifft werden. Anscheinend blockieren
aber die Räder des Anhängers. Nachdem bereits viele LKW’s die Fähre verlassen
haben, ruckelt der „Rote“ ein Stück nach hinten und auch wir können Lettland
„betreten“. Ein Blick der Polizei in die Pässe und die Fahrzeugpapiere – dann
durchstreifen wir Ventspils auf der Suche nach der südlichen Mole, wo wir uns
aus der Karte bereits einen Stellplatz ausgesucht haben. Zunächst ist alles
einigermaßen ruhig. Immer wieder kommen Fahrzeuge, stehen kurz und fahren
wieder. Ein PKW mit 4 Jugendlichen stellt sich direkt neben uns. Nach etwas
Disco fahren sie so um 0 Uhr und wir haben Ruhe, bis auf den heftigen Wind. Nach
Geldwechseln und Tanken fahren wir am nächsten Morgen nach Kudilga. Sie Straße
ist ziemlich holperig. In Kudilga finden wir einen Parkplatz in Nähe des Ventas
rumba, einem 2 m hohen und 249 m breiten Wasserfall (N56°58,211“ E21°58,460“).
Als ich aussteige, sehe ich zuerst die Hakenkreuzfahne – wo sind wir hier nur
hingeraten? Aber beim näheren Hinsehen erkennen wir, dass es sich um eine
Filmkulisse handelt. Ein Remake von „Die Brücke“ wird gedreht und soll im
nächsten Jahr im Kino und dann auch im Fernsehen zu sehen sein. Weiter fahren
wir auf einem befestigten Weg zu Sandhöhlen Riezuptes smilsu alas, die sehr
sehenswert sein sollen (N57°00,429“ E21°58,707“). Leider sind diese am Montag
geschlossen. Wir fahren wieder Richtung Ostsee und finden kurz vor Liepaja einen
wunderschönen Stellplatz mit Blick auf das Meer. Liepaja war Ende des 19.
Jahrhunderts ein wichtiger Kriegshafen für das russische Reich. Eine große
Festungsanlage und ein ausgedehntes Kasernengelände zeugen von der strategischen
Bedeutung Liepajas sowohl im russischen Zarenreich wie auch während der
Sowjetzeit. Nördlich von Liepaja besuchen wir die Ziemelu-Forti (Zufahrt
N56°35,297“ E21°01,638“), eine beeindruckende Anlage am Meer (N56°35,334“
E21°00,835“). Leider fängt es genau in diesem Moment an zu regnen. Auch der
Regenschirm kann nicht verhindern, dass eine Kamera wegen der Feuchtigkeit
aufgibt. Dann durchfahren wir Liepajas Norden, schauen in die orthodoxe
Kathedrale mit den goldenen Zwiebeltürmchen (N56°33,119“ E21°00,709“), finden
nach einigem Suchen auch die Ziemelu mols - mehrere weit ins Meer reichende
Molen (Zufahrt N56°33,377“ E21°00,464“). Letztes Besichtigungsziel ist das
Gefängnis des Kriegshafens – Karostas cietums (N56°32,787“ E21°01,211“). Für
einen Eintrittspreis von 1 Lats pro Person erläutert uns ein englisch
sprechender Führer die damaligen Gegebenheiten. 150 Gefangene waren in dem
Komplex untergebracht. Holzbretter dienten als Bett. Jörgen wird in eine
schwarz gestrichene Dunkelzelle eingeschlossen. Dort wurden Gefangene
mindestens 24 Stunden, maximal jedoch 3 Tage und Nächte eingesperrt. Angeblich
wurden immer zusammen 10 Häftlinge in die Toiletten und Waschräume gebracht, wo
sie insgesamt 2 Minuten hatten, alles Wichtige zu erledigen. Das trübe Wetter
machte die gesamte Atmosphäre noch bedrückender. Heute finden in diesen Gemäuern
„Gefängnis“-Festspiele statt.
Südlich von
Liepaja gibt es kaum Möglichkeiten, an den Strand zu kommen. Alles ist in
privater Hand. Also wenden wir uns bald nach Osten, da wir beschlossen haben, in
Litauen zunächst den Berg der Kreuze zu besuchen. Wir fahren auf zumeist
befestigten Wegen durch eine ländliche Gegend. Die Häuser sind zum Teil ziemlich
heruntergekommen, andere dagegen schön zurechtgemacht. Immer wieder gibt es auch
Betonblöcke, die eher an Wohnlöcher erinnern. Auf unserem Weg nach Osten kann
man eine halbe Stunde fahren, ohne dass uns jemand begegnet. Wir folgen einem
Hinweisschild zu einer Sehenswürdigkeit (N56°29,868“ E21°57,641“). Am Ende des
glitschigen Feldweges stapfen wir noch 200 m mit Gummistiefeln am Feldrand
entlang und finden in einem Bachbett einen runden Stein mit einer Vertiefung.
Ist dieses „Meldzeres Dobumakmens“ ein Tauf- oder Opferstein? Zumindest liegen
etliche Geldstücke in der Vertiefung. Am Morgen des 19. September regnet es in
Strömen – ein Ende ist nicht in Sicht. Über einen kleinen Grenzübergang bei Auce
fahren wir nach Litauen (N56°24,918“ E22°56,457“).
2. Etappe: Litauen

Bis auf das
erste Stück sind die Straßen hier wesentlich besser als in Lettland. Man wird
zwar auch durchgeschaukelt, aber auch Nebenstraßen sind asphaltiert. Der Berg
der Kreuze – Kryziu kalnas (N56°00,921“ E23°24,820“) ist trotz des
durchwachsenen Wetters gut besucht. Auf einem nicht sehr hohen Hügel und
drumherum stehen, hängen und liegen Kreuze, Kreuze, Kreuze. Viele der
ankommenden Besucher kaufen sich bei den Händlern vor Ort ein Kreuz, versehen es
mit ihrem Namen und stellen es irgendwo dazu. Dieser Wallfahrtsort soll ein
Symbol des Leidens und Gedenkens, aber auch der Hoffnung und Liebe sein. Diese
Gedenkstätte war den Sowjets ein Dorn im Auge. 1961 und 1975 haben Bulldozer die
Kreuze plattgewalzt. Aber schon am nächsten Tag haben die Litauer die Kreuze
wieder aufgerichtet. Der Hügel wurde so zu einem Symbol des wiedererstarkten
katholischen Glaubens. 1990 sollten es bereits 40000 Kreuze sein, täglich kommen
viele hinzu. Anlässlich des Papstbesuches 1993 wurde ein großes Kreuz vor dem
Hügel aufgestellt.
Wir fahren
weiter Richtung Palanga. Eine schnurgerade Straße führt nach Westen. Wir machen
einen Abstecher zu Orvydas Garten – Orvydu Sodyba (N56°03,057“ E21°36,607“).
Hier steht ein Absurditätenmuseum, zwischen Grabsteinen stehen Blechbehälter,
Glocken, eine Boje und alles Mögliche herum. Für 4 Litas pro Person + Fotolizenz
von 5 Litas können wir das Gelände besichtigen. Diese Sammlung sollte ebenso wie
der Berg der Kreuze von den Sowjets vernichtet werden. Als in den 60iger Jahren
alle Grabsteine von den Friedhöfen verbannt wurden, erlaubte der Steinmetz Kazys
Orvydas seinen Nachbarn, Grabsteine und Andenken in seinem Garten aufzustellen.
Anschließend
fahren wir nach Palanda. Leider haben die Banken um 17 Uhr schon geschlossen.
Also fahren wir auf der Strandpiste weiter nach Klaipeda (Memel). Vom Meer ist
allerdings nichts zu sehen. Erst im Norden von Klaipeda gibt es Parkplätze, von
denen aus man zum Strand gehen kann. Wir kaufen noch ein und fahren zu einem
dieser Parkplätze (N55°45,706 E21°05,045“). Die Nacht ist sehr ruhig, allerdings
regnet es sehr stark.
Am nächsten
Morgen ist es wider Erwarten sehr schön. Wir fahren zur Information von Klaipeda.
Parken kann man direkt gegenüber. Ein netter Spaziergang durch die ehemals
deutsche Altstadt beschert uns die Skulpturen vom Mäuschen und der Katze, ein
Segelschiff und auf dem Theaterplatz den berühmten Ännchen-von-Tharau-Brunnen.
Am Hafen (N55°41,304“ E21°08,278“) erleben wir einen Schock. Für die Fahrt auf
die Kurische Nehrung sollen wir für unser Fahrzeug 162 Litas bezahlen. Andere
Wohnmobile nur 110 Lit. Angeblich ist der Preis anders, weil unser Fahrzeug über
3,8 Tonnen wiegt. Nach 8 Kilometern auf der Kurischen Nehrung „Neringa“ wird
auch noch der Parkeintritt in Höhe von 50 Litas kassiert (N55°38,003“
E21°07,805“). Das Ticket gilt 24 Stunden. Die „Sandwüste“ ist über 90 Kilometer
lang, dafür aber nur maximal 2,5 km breit. Die Hälfte davon gehört zum
Kaliningrader Gebiet (Russland). Auf Litauens Seite ist sie ca. 60 Kilometer
lang.
Wir klappern
die kleineren Orte mit den dazugehörigen Parkplätzen ab. In Nidda sehen wir uns
von außen das Thomas Mann Haus an (N55°18,798“ E21°00,647“) und besuchen das
Wahrzeichen Niddas, den Leuchtturm (Parkplatz N55°18,158“ E20°59,955“). Als wir
zurückkommen, fragt uns ein Mädchen auf deutsch nach etwas heißem Wasser. Sie
und zwei Jungen haben sich Trockensuppen gekauft, haben aber kein Wasser.
Anschließend fahren wir auf die hohe Düne mit der 14 m hohen Sonnenuhr
(N55°17,717“ E20°59,197“). Bei der Suche nach einem schönen Fotomotiv schreckt
Jörgen eine 30 cm lange, bleistiftdicke schwarze Schlange auf, die wohl sauer
war und ihn anfaucht, aber dann doch lieber davonschlängelt. Wir fahren kurz zur
russischen Grenze und von dort aus gegen Abend noch zu den Grauen Dünen
(N55°25,518“ E21°04,337“). Von den hohen Dünen hat man einen tollen Ausblick
über die schmale Neringa. Der Sonnenuntergang und eine sehr entspannte
Atmosphäre lässt den Tag wunderschön ausklingen. An einem Strandparkplatz
verbringen wir eine sehr ruhige Nacht. In Juadkrante will ich noch einen Teil
des Skulpturenparks fotografieren. Dabei stolpere ich über einen versteckten
Stein im frisch gemähten Gras und stürze auf den Gehweg. Gott sei Dank ist außer
ein paar Schürfwunden nichts passiert. Jörgen fotografiert noch die
einzigartigen Windfahnen, die früher am Kahnmast befestigt sein mussten und nun
das Symbol der Nehrung darstellen. An der Fähre warten wir sehr lange. Der
Einweiser nimmt immer die linke Spur zuerst, dadurch kommen wir nicht auf die
erste Fähre und müssen warten. Da wir auf der Neringa auch kein Geld wechseln
konnten, muss ich in Klaipeda endlich eine geöffnete Bank finden. Auch in dieser
Bank (wie in den bisherigen) arbeiten nur Frauen. Ich muss eine Nummer ziehen
(und dabei auf den richtigen „Beratungsknopf“ drücken). Nur dann bekomme ich
nach Aufruf der Nummer die benötigten Litas. Noch schnell Brot kaufen und ab zum
Memeltal. Auf einem Feldweg kommen wir direkt an die Memel heran und beobachten
auf der russischen Seite einen Mann, der mit wachsender Begeisterung auf einem
Quad herumkurvt. Am Grenzübergang nach Tilsit vorbei (N55°05,313“ E21°54,743“)
erreichen wir den Hügel Rambyno Kalnas (N55°05,306“ E22°01,335“). Von dort hat
man einen schönen Blick auf das Memeltal. 192 Stufen führen hinab ins Tal. Ein
Specht klopft unermüdlich. Ich stürze und verletze mich schwer. Ich hoffe auf
nur Prellungen, später stellt sich die Verletzung als Bruch von 2 Rippen dar.
Diesen 21. September 2007 sollte ich einfach vergessen.
Bei schönem
Wetter fahren wir über Vilkyrsk weiter nach Osten. Hier steht ein Memorial der
Kirchengemeinde Willkirchen mit der Inschrift „Vergiss mein Volk die teuren
Toten nicht“ (N55°07,097“ E22°07,676“). Im Ort Siline steht links an einer
Abzweigung ein interessantes altes Haus mit Ausstellungsstücken im Garten
(N55°05,374“ E22°57,387“). Nächstes Ziel ist das Schloss Panemuné – Panemunes
pilis (N55°05,972“ E22°59,165“). Das Schild an der Straße zeigt auf einen Fußweg
zum Schloss. Die Zufahrt ist etwa 300 Meter weiter. Für einen Eintritt von 2
Litas pro Person können wir das Gelände frei erkunden. Das
Renaissance-Residenzschloss gehört zurzeit der Kunstakademie Vilnius. Die
ausgestellte Kunst ist gewöhnungsbedürftig wie alle Kunstausstellungen. Danach
kommen wir zum Schloss Raudoné (M55°05,816“ E23°07,864“). Das Schloss wurde im
letzten Quartal des 16. Jahrhunderts gebaut. Im Schloss ist die Grundschule
untergebracht. Für einen Obolus von 1 Lita pro Person besteigen wir den Burgturm
mit seinen 151 Stufen, der uns einen grandiosen Blick auf das Memeltal beschert.
Die Fahrt an der Memel entlang ist wunderschön. Neue Rastplätze laden zum
Verweilen ein. Als ich in Raudondraris in einem kleinen Supermarkt noch Brot
kaufe, fährt eine Frau dreimal! rückwärts an die Stoßstange unseres stehenden
MAN. Dabei hatte sie genügend Platz. Sie legt immer nur den falschen Gang ein.
Am MAN ist nichts, das Rücklicht am PKW der Frau jedoch ist kaputt. Sie will die
Polizei holen, aber die umstehenden Zeugen beruhigen sie. Wir fahren weiter auf
die Autobahn Kalnus-Vilnius. In der Ferne entdeckt Jörgen ein riesiges Monument
und hält es für ein Relikt aus der Sowjetzeit.
Es stellt sich
jedoch als Mahnmal für ermordete Juden heraus (N54°56,592“ E23°52,106“). 1941
wurde hier unter dem Deckmantel einer „Fabrik“ ein KZ eingerichtet, in dem Nazis
mit Hilfe der litauischen Hilfspolizei etwa 80.000 Menschen erschossen. In
Trakai (N54°38,889“ E24°55,896“) besichtigen wir für 10 Litas pro Person + 4
Litas Fotografiererlaubnis die Wasserburg. Sie liegt auf einer Insel und ist das
einzige Wasserschloss Osteuropas. Hier ist richtig was los. Anlässlich der
Sonnenwende finden auch viele Hochzeiten statt. Die Burg erinnert sehr stark an
die Marienburg in Polen. Der Aufbau ist gleich – diese ist nur etwas kleiner.
Auch die Nähe zu Vilnius macht dieses Schloss zu einem Anziehungs- und
Ausflugspunkt der Hauptstädter.
Am nächsten
Tag scheint das Wetter wieder sehr schön zu werden, obwohl es morgens mit 7°C
erstaunlich kühl ist. Wir fahren in die Altstadt von Vilnius und parken in der
Nähe der Kathedrale und des Präsidentenpalastes. Die Altstadt ist berühmt für
ihre architektonischen Denkmäler, Kirchen, Gassen, Innenhöfe und Grünanlagen.
Die UNESCO hat die Altstadt zum Weltkulturdenkmal ernannt. Trotzdem sind wir ein
wenig enttäuscht, denn für uns gibt es nicht so viel zu sehen. Die Universität,
die uns besonders interessiert hätte, hat geschlossen. Die anderen Gebäude sind
eigentlich für uns nichts Besonderes. Weiter geht es zum „Zentrum Europas“. Dort
steht ein Obelisk und eine Kompassrose markiert den Punkt. Das französische
nationale Geografie-Institut hat mit Computerhilfe das Zentrum Europas genau bei
25° 19’ östlicher Länge und 54° 54’ nördlicher Breite ermittelt. Durch den
Aukstaitija-Nationalpark fahren wir in Richtung Grenze. Eigentlich wollen wir
noch essen gehen, aber hier ist einfach kein Restaurant bzw. keine Gaststätte zu
finden. Auch die Stellplatzsuche ist schwierig. Schließlich finden wir doch noch
einen ruhigen, hübschen Platz auf einer gemähten Wiese. Wir vertanken das
restliche Geld. Hier an der Grenze nach Lettland (N55°44,657“ E26°18,503“) muss
man erst das Geld abgeben, dann kann man tanken. Eigentlich gar nicht so
schlecht, so sind wir die ganzen litauischen Moneten los.
3. Etappe: Lettland

Lettland ist
wie wir bereits erwartet haben viel ursprünglicher als Litauen. Eine schöne
Fahrt führt uns durch einen Nationalpark an der Düna entlang. Wir besteigen bei
grandios schönem Wetter einen Aussichtsturm (N55°54,995“ E26°48,889“). Weiter
geht es zu einer Flussenge und von dort aus zum Dreiländereck Weißrussland,
Russland, Lettland (N55°56,319“ E28°07,349“). Über den östlichsten Ort
Lettlands, Paisine, fahren wir weiter nach Norden und kommen zum Grenzübergang
nach Russland, Zilupe. Von hier aus bis nach Rezene stehen auf ca. 50 Kilometer
Länge LKW an LKW und warten auf die Abfertigung nach Russland. Der Anblick ist
grandios. In regelmäßigen Abständen sind Müllcontainer und Toilettenhäuschen
aufgestellt. Zügig fahren wir nach Norden in Richtung Gulbene. Ca. 25 Kilometer
südlich finden wir wieder einen Stellplatz auf einer großen Wiese. Kurze Zeit
später kommt der Bauer mit seinem Hund vorbei. Er ist mit Freund „Wodka“ nicht
mehr ganz alleine und schimpft und schimpft und schimpft. Seine Hand donnert an
die MAN-Tür. Als er jedoch hört, dass wir keine Russen, sondern Deutsche sind,
macht er vor Jörgen einen Kniefall und küsst ihm die Hand. Die Übernachtung ist
gar kein Problem mehr, im Gegenteil, wir können bleiben solange wir wollen.
Trotzdem
fahren wir morgens nach Gulbene, um die einzige Schmalspurbahn Lettlands zu
besuchen und damit zu fahren. Es ist nicht besonders einfach, den Bahnhof
(N57°10,940“ E26°45,969“) zu finden. Zunächst nähern wir uns von hinten, finden
Schmalspurgleise, aber keine Bahn. Gem. Fahrplan im Bahnhof soll um 10 Uhr ein
Zug fahren, tut er aber nicht. Die im Jahr 1904 gebaute Bahnstrecke ist die
einige erhaltene Kleinbahnstrecke im Baltikum. Unterwegs können die alten
Bahnhofsgebäude und das Freilichtmuseum in Ate mit einem alten lettischen
Bauerhof besichtigt werden. Schade, das gilt an diesem Tag wohl nicht für uns.
Plötzlich ist der MAN verschwunden. Wohin weiß ich nicht. Vielleicht hat Jörgen
einen Zug entdeckt. Leider nicht. Er ist nur zum Parkplatz am Bahnhof gefahren.
An der Strecke gibt es mehrere Bahnhöfe. Wenn der Zug von der anderen Seite aus
kommen sollte, muss er an einem von uns ausgesuchten Punkt vorbeikommen. Wir
frühstücken im Bahnhof von Kalnicna an den Bahngleisen und Jörgen füllt aus
einem Brunnen Brauchwasser auf. Es kommt doch kein Zug. Das bedeutet, dass die
im Fahrplan mit * versehenen Züge nicht fahren.
4. Etappe: Estland

So verlassen
wir wieder einmal Lettland und passieren die estnische Grenze (N57°34,750“
E27°02,471“). In Vana-Vastelliina besichtigen wir eine im 14. Jahrhundert
errichtete Bischofsfestung. Sie war eine beliebte Pilgerstätte. Dann zieht es
uns nach Piusa (N57°50,457“ E27°27,967“, wo es große Sandsteinhöhlen geben soll.
Also bekommen wir unsere Sandhöhlen doch noch zu sehen. Merkwürdigerweise ist
dort nichts los. Den Grund sehen wir bald. Ein Teil der Höhlen ist eingestürzt
und das Betreten streng verboten. Im 2. Weltkrieg haben die Deutschen die Höhlen
genutzt und sind sogar mit Elektrobahnen hineingefahren. Jetzt werden die Höhlen
wieder aufgebaut und mit Beton abgespritzt.
Am nächsten
Morgen läuft Jörgen 111 Stufen hinab und hinauf, um schöne Fotos zu machen. In
Taevaskoja (N58°06,894“ E27°02,808“) gibt es Sandsteinhänge, Himmelshallen
genannt, die vor 400 Mio. Jahren entstanden sind. Nach einer 3 km langen
Wanderung am Fluss entlang erreichen wir die beeindruckenden Klippen (135 Stufen
bis zur Aussicht). Jörgen klettert mal wieder waghalsig herum und ich finde das
gar nicht witzig. Wir haben noch viel vor und fahren daher auf direktem Weg nach
Narva, dem östlichsten Grenzort zu Russland. Narva war einst die Barock-Perle
der Ostsee, bis es 1944 von der sowjetischen Luftwaffe fast gänzlich zerstört
wurde. Heute steht noch die mächtige Hermannsfestung gegenüber der russischen
Festung Ivangorod am Ufer des Flusses Narva, der die Grenze zu Russland bildet
(Parkplatz N59°22,575“ E28°11,756“). Der 5-Kronenschein Estlands ist der einzige
Geldschein, der ein Objekt fremden Territoriums zeigt, nämlich die russische
Burg. Wir steigen auf den Turm der Hermannsfestung, der sehr interessant mit
alten Reliquien ausgestattet ist. Der Weg nach oben führt durch mehrere Räume,
die unterschiedliche Themen aufweisen. Im Hof gibt es die wohl letzte
öffentliche Statue Lenins, der mit dem Zeigefinger auf Russland zeigt (was
Unglück bringen soll).
In dem Ort
Sillamäe wollen wir frisches Brot kaufen. Auf dem Parkplatz am Supermarkt
(N59°23,493“ E27°47,429“) lässt sich allerdings der Schlüssel nicht aus dem
Zündschloss entfernen. Starten lässt sich der MAN auch nicht mehr. Alle Versuche
mit Schmiermittel und anderen Hilfsmitteln schlagen fehl. So bleibt Jörgen
nichts anderes übrig, als den Wagen kurzzuschließen. Damit können wir erst
einmal fahren. Gut, dass wir für die Seitentüren noch einen Ersatzschlüssel
dabei haben. Am höchsten Wasserfall Estlands in Valeste legen wir eine Pause ein
(N59°26,641“ E27“20,195“). Dort haben Liebespärchen Schlösser angebracht und den
Schlüssel hinunter geworfen. Das soll eine stete Bindung bedeuten.
Die Strecke
zum Bergbau-Museum in Kohtla-Nömme war eine für mich (mit den Rippenbrüchen)
einfach unaussprechlich schmerzhafte Schlaglochstrecke. Auch die guten
Schwingsitze und weitere Polsterungen helfen einfach nicht. Leider hatte ich die
Route selbst ausgesucht. In dem Museum (N59°21,003“ E27°10,557“) kann man unter
Erde eine Vorstellung von einer Welt der schweren und gefährlichen Arbeit mit
den Vagonetts gewinnen. Wir bekommen eine Sonderführung. Für 75 Kronen pro
Person + 200 Kronen für die Führung werden für uns extra die Bergbaugeräte
angemacht und wir fahren mit der Bahn ca. 400 m weit. Der ganze Komplex und die
Führung sind sehr interessant. Nach einem kurzen Besuch der kleinsten Festung
Estlands, dem aus dem 16. Jahrhundert stammenden Wohnturm von Kiiu (N59°26,541“
E25°23,144“) fahren wir zum Wasserfall Jägala juga, der zu den größten in
Estland zählt (N59°26,948“ E25°10,719“). Ein Hochzeitspaar lässt dort gerade
mehrere Fotos von sich machen. Gegen Abend kommen noch mehr Leute und
picknicken.
Am 28.9.
besuchen wir Tallinn und es ist ausgesprochen kalt. Wir finden einen Parkplatz
etwas außerhalb der Altstadt. Dafür müssen wir einen Parkautomaten bedienen und
haben knapp drei Stunden für die Besichtigung. Auf dem Weg zum Rathausplatz
kommen an dem Haus der Schwarzhäupterbruderschaft vorbei. Die Bruderschaft wurde
im 14. Jahrhundert gegründet und war eine Vereinigung lediger, deutschstämmiger
Kaufleute, die sehr mächtig und einflussreich war. Die Altstadt von Tallinn ist
ein einziges großes Touristenzentrum. Außer den Verkäufern laufen hier
anscheinend nur Touristen herum. Aber Tallinn ist auch ausgesprochen hübsch. Die
Fassade der Heiligengeistkirche schmückt eine Holzuhr aus dem 17. Jahrhundert.
Wir besuchen die älteste, noch betriebene Apotheke Europas, die Ratsapotheke.
Vermutlich wurden dort lange vor ihrer ersten schriftlichen Erwähnung 1422
Heilmittel verkauft. Im Zentrum gibt es Wechselstuben, die den Euro für 14
estnische Kronen tauschen. Das ist ein sehr schlechter Kurs. In einer Bank
tausche ich dann noch mal 100 Euro für den Kurs 15,57. Allerdings ist diese Bank
schlecht zu finden. Nächstes Ziel ist die Aleksander-Nevski-Kathedrale. Dort
betteln alte Frauen vor dem Eingang und bekommen fast immer Geld. Die orthodoxe
Kathedrale hat fünf Zwiebeltürme und sieht beeindruckend aus. Gleich gegenüber
der Kathedrale liegt die Domberg-Festung, an die sich das Wahrzeichen Tallinns,
der lange Hermann (Pikk Hermann) anschließt. Wir besuchen die
Aussichtsplattformen und freuen uns, dass Tallinn so gemütlich ist. Vom
Schlossplatz erreichen wir in wenigen Minuten den Turm Kiek in de Kök, der im
15. Jahrhundert mit seinen 3-4 Meter dicken Mauern als einer der stärksten
Kanonentürme des Baltikum galt. Seinen Namen soll der 49 m hohe Turm haben, da
die Wächter einen hervorragenden Blick in die Küchen der Unterstadt hatten.
Schließlich erreichen wir den Katharinengang. Eine hübsche Gasse, die schon
häufiger als Filmkulisse diente. Meist aber spielten diese Filme in London oder
Paris. Wir nutzen die 3 Stunden gut aus, bevor wir zum MAN zurückkehren. Von
Tallinn aus fahren wir direkt nach Virtsu, wo wir mit der Fähre auf die Inseln
Muhu & Saaremaa übersetzen wollen. Aber man will uns das Dreifache des
Normalpreises abnehmen. 700 Estnische Kronen = 50 Euro für eine Fahrt und wir
empfinden das als Abzocke. Im ausgehängten Tarif ist am Freitagnachmittag vom
1,5 fachen des Normalpreises die Rede. Das Wetter ist immer noch nicht schön und
so bleiben wir im Hafen und überlegen, ob wir rüberfahren. Aber schließlich
entscheiden wir uns dagegen und suchen uns einen Übernachtungsplatz am Wasser.
Bis 22 Uhr wird ein Frachter beladen.
Am nächsten
Morgen geht das Beladen des Frachters weiter. Er weicht immer kurz zum Meer hin
aus, wenn eine Fähre anlegt. Es ist immer noch bedeckt und wir fahren weiter
nach Pärnu und der lettischen Grenze. In einem Supermarkt kaufen wir wieder mal
viel zu viel zu essen ein. Aber im gesamten Baltikum kann man in größeren
Supermärkten Gegrilltes, Salate, Sauerkraut usw. bekommen, so dass man die
Vielfalt der Speisen gut testen kann. In diesem Markt müssen wir allerdings beim
Fleisch und Gegrillten eine Wartemarke ziehen, deren Ziffer über eine Tafel
angezeigt wird. Auf der Strecke Richtung Grenze gibt es nur vereinzelt
Tankstellen. So müssen wir sogar wieder zurückfahren, weil wir die letzte
Tankstelle verpasst haben.
5. Etappe: Lettland

Wir vertanken
unsere restlichen Kronen und reisen wieder mal in Lettland ein (N57°52,403“
E24°22,837“). Dort suchen wir den Nationalpark „Skanaiskalns“, in dem auf
Sandbänken im Fluss Skulpturen stehen sollen (N57°51,793“ E25°01,564“).
Allerdings stehen diese im Wald und nicht am Fluss. Das Gebiet ist für uns
ziemlich enttäuschend, da wir auch schon schönere Sandsteinklippen gesehen
haben. Die Stellplatzsuche gestaltet sich mal wieder etwas schwierig und so
landen wir in einer aufgelassenen Sandkuhle. Nach einer sehr ruhigen Nacht
kommen morgens um 7 Uhr Männer mit Motorsägen und beginnen mit der Arbeit. Und
das am Sonntag.
Auf dem Weg
nach Riga macht die altlettische Siedlung auf dem See Araisi (N57°14,988“
E25°16,861“) unsere gestrige Enttäuschung wieder wett. Für einen Eintritt von 2
Lats pro Person und einer Parkplatzgebühr von 0,80 Lats können wir das Gelände
besuchen. Die restaurierte Siedlung wird immer weiter ausgebaut. Die Siedlung
zählt zu den bedeutendsten archäologischen Zeugnissen der späten Eisenzeit in
Lettland (9. bis 10. Jahrhundert). In der auf Pfählen auf dem See stehenden
Siedlung können die Lebensverhältnisse der lettischen Stämme vor 1000 Jahren
nachempfunden werden. Die Sonne kämpft sich ihren Weg durch die Wolken. Mit der
Ankunft in Sigulda scheint die Sonne. Es wird immer wärmer. Als wir die
Gutmannhöhle, die größte Höhle im Baltikum erreichen (N57°10,667“ E24°50,888“),
sind wir erstaunt über die Touristenströme. Die Gutmannhöhle ist nur 18,8m tief.
Die Wände sind überall mit Gravuren bedeckt, die Anfang des 19. Jahrhunderts
beginne. Die älteste, die ich gefunden habe, stammt aus dem Jahr 1822. Die
Riganer haben Sigulda anscheinend zu ihrem Sonntagsausflug auserkoren. Es wird
immer voller. Wir fahren noch nur Burg Tureida hoch, aber angesichts der
Menschenmengen entschließen wir uns schnell, in das ja nun menschenleere Riga zu
fahren. Einen Parkplatz finden wir direkt an dem Fluss Daugava (Düna). Aus den
Schildern geht nicht eindeutig hervor, ob wir eine Parkkarte lösen müssen oder
nicht. Sicherheitshalber tun wir das, aber das Datum darauf ist schon morgen,
der 1.10. 10 Uhr. Also muss für Sonntags wohl doch keine Parkkarte gelöst
werden. Zunächst gehen wir zum Dom zu St. Marien. 5000 Menschen finden in der
größten Kirche des Baltikums Platz. 1211 wurde der Bau von Bischof Albrecht in
Auftrag gegeben. Allein für den Rohbau mit 2m dicken Wänden brauchte man 50
Jahre und auch danach wurde soviel an der Kathedrale herumgebaut, dass sie drei
Epochen vereint: Romantik, Gotik und Barock. Die berühmte Orgel von der
Ludwigsburger Firma Walcker & Co wurde 1884 installiert. Mit ihren 124 Registern
und 6718 Pfeifen war sie zu diesem Zeitpunkt das größte und modernste
Musikinstrument der Welt. Am Rathausplatz steht das kunstvoll verzierte
Schwarzhäupterhaus. Auch hier hatten nur unverheiratete Kaufleute Zutritt. In
der Mitte des Rathausplatzes steht eine Rolandsfigur. Von seiner Schwertspitze
maß man früher alle Distanzen zu anderen Orten. Auch die Bremer Stadtmusikanten
stehen nicht weit entfernt in der Nähe der St. Johanniskirche. Die angeblich
schönste Kirche Rigas, die Petrikirche ist leider bis einschließlich 1.10.
gesperrt. Vom 123,25m hohen Turm soll man einen traumhaften Blick über die
Daugava bis zu Ostsee haben. Schade, dass wir diese bei dem schönen Wetter, wir
haben 24°C, nicht bewundern können. Wir gehen zum 42m hohen Freiheitsdenkmal.
Drei goldene Sterne streckt Milda, die Frauengestalt an der Spitze, dem Himmel
entgegen. Sie symbolisieren die Provinzen Latgale, Kurzeme und Vidzeme und damit
Lettlands nationale Einheit. Am Pulverturm vorbei kommen wir zu den 3 Brüdern.
Sie sind drei benachbarte Wohnhäuser, entstanden aber zu ganz verschiedenen
Zeiten. Der „große“ Bruder gilt als das älteste Wohnhaus der Stadt. Noch ein
kurzer Blick auf das Schloss und wir fahren aus Riga hinaus. Die
Ausflugsrückfahrt der Riganer hat begonnen. Am Urlaubs- und Kurzentrum Jarmala
fahren wir vorbei. Es ist sehr schwierig, an die Ostsee zu kommen. Wo man auf
Pisten hineinfahren kann, sind Gruben ausgehoben, um das zu verhindern. Nach
einigem Suchen finden wir aber ein schönes Plätzchen direkt an der
schilfgesäumten Ostsee.
Am nächsten
Morgen verabschieden wir uns spät von diesem hübschen Fleckchen Erde und fahren
die Küstenstraße nach Norden. Weiterhin sind viele Wege, die an den Strand
führen, gesperrt oder unser Fahrzeug ist zu hoch. Wenn wir doch mal an den
Strand kommen ist alles so uneben, dass man mit dem MAN dort nicht stehen kann.
Der gesamte Strandbereich von Kurzeme (Westlettland) ist geschützt. Keine
Fahrzeuge, keine Motorräder, Zelten verboten, kein Feuer usw. Am „Nordkapp“ von
Lettland finden wir einen sehr angenehmen Parkplatz (N57°45,380“ E22°35,471“).
Fast gleich um die Ecke ist ein bezahlter Parkplatz, der von einheimischen
Touristen aufgesucht wird. Weshalb die diesen wählen bleibt uns ein Rätsel. Beim
Strandspaziergang findet Jörgen einen ganz ansehnlichen Bernstein. Damit beginnt
das Suchfieber. Aber plötzlich fängt es an zu regnen und wir sind ziemlich
klitschnass, als wir beim MAN ankommen. Auf einer kleinen Insel im Meer steht
ein Leuchtturm. Er ist 6 Kilometer entfernt. Während unseres Aufenthaltes hier
am Kap Kilkasrag finden wir noch mehrere Bernsteine. Kleine Mini-Stücke aber
auch zwei größere.
Nach einem
zweitägigen Aufenthalt fahren wir weiter zum Leuchtturm Mikelbaka, dem höchsten
Leuchtturm im Baltikum (N57°35,909“ E21°58,354“). Der 62 Meter hohe Turm ist
1884 gebaut und 1957 erneuert worden. Das internationale Zentrum für
Radioastronomie von Ventspils befindet sich in Irbene – im ehemaligen Städtchen
der Sowjetarmee (N57°33,192“ E21°51,289“). Das Teleskop mit einem Durchmesser
von 32m ist das größte in Nordeuropa und das achtgrößte in der Welt. In der Zeit
der Sowjetunion wurde das Teleskop Für Spionagezwecke benutzt. Jetzt wird das
Zentrum von der Hochschule Ventspils verwaltet und für wissenschaftliche Zwecke
genutzt. Der ehemalige sowjetische Militärort hinterlässt viele Bauruinen. Den
ältesten Leuchtturm Lettlands in Ovisu kann man besichtigen (N57°34,173“
E21°43,083“). Eine nette Lettin versucht uns für einen Obolus von 2 Lats pro
Person in einem Mix aus Lettisch, Englisch und etwas Deutsch die Historie des
Leuchtturms zu erklären. Seit alten Zeiten befinden sich an der nördlichen
Ostseeküste in der Nähe Kurlands viele Sandbänke, die für Seefahrer gefährlich
sind. Im Jahr 1814 wurde, etwa 200m von der Ostsee entfernt dieser Leuchtturm
gebaut und später ohne bauliche Veränderungen renoviert. Er ist 37m hoch und
leuchtete früher 15 Seemeilen (18,5km) und heute mit neuerer Technologie 30km
weit ins Meer. Die 189 Stufen bis auf die Plattform müssen wir alleine gehen.
Oben angekommen werden wir mit einem tollen Blick auf die Ostsee belohnt. Es ist
weiterhin schlecht, ans Meer zu kommen – meist sind es gesperrte „Straßen“. In
der Nähe von Ventspils finden wir dann doch noch in der Nähe eines Parkplatzes
einen ruhigen Übernachtungsplatz.
Am nächsten
Tag wollen wir uns eigentlich noch Ventspils ansehen, aber das Wetter ist so
saumäßig schlecht, dass wir lieber an der südlichen Mole auf die Abfahrt unserer
Fähre warten. Wir warten lange auf die Einschiffung. Das System ist uns nicht
ganz klar. Diesmal muss unser MAN oben an Deck stehen. Hoffentlich wird es nicht
stürmisch. Gott sei Dank haben wir eine ruhige und entspannte Überfahrt. Nur das
Wetter hätte besser sein können.
©
Rita Terjung und Jörgen Hohenstein 2008
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