Reisetagebuch 1993
von Rita Terjung und Jörgen Hohenstein mit einem
Hanomag AL 28
Warum Schottland ?
Zunächst einmal
hatten wir nur drei Wochen Urlaub. Wo kann man in der kurzen Zeit mit dem
Hanomag AL 28 (Höchstgeschwindigkeit knapp unter 80 km/h) schon hinfahren? Wir
brauchten da nicht lange zu überlegen. Schottland !! Genau, da wollten wir schon
immer mal hin. Leider fiel eine genaue Planung der Reise aus Zeitmangel diesmal
flach. Wir wollten in Schottland selbst kurzfristig die Route zusammenstellen.
Welche
Erwartungen hatten wir an Schottland?
Wir erwarteten von
unserer Reise in erster Linie abwechslungsreiche Landschaften, Einsamkeit,
Whisky und Entspannung vom Alltagsstress. Mit rauhem Wetter und Regen rechneten
wir, da uns Irland in dieser Beziehung noch in guter Erinnerung war.
Wurden die
Erwartungen erfüllt?
Wir erhielten
Einblicke in die sagenhaft schöne Gebirgslandschaft der Highlands und Lowlands,
verbunden mit viel, viel Wasser (Lochs, Flüsse, Wasserfälle, Regen und Morast).
Wir bewunderten die
hohen Klippen an der Nord- und Ostküste mit den großen Vogelkolonien.
Wir hatten unseren
Spaß an den Single Track Roads der Highlands, wenn plötzlich in einer Kurve ein
Schotte oder eine Schottin mit seinem/ihrem kleinen Peugeot 205 nur wenige
Zentimeter vor unserem großen Hano zum Stehen kam.
Wir ärgerten uns
nicht über die "NO OVERNIGHT CAMPING"- Schilder an den Parkplätzen, da wir
überall einen viel, viel schöneren Stellplatz fanden.
Wir bestaunten die
vielen die vielen Burgruinen, allen voran das schöne Dunnottar Castle mit seiner
einmaligen Lage hoch auf den Klippen über der Nordsee.
Wir besichtigten
einige noch bewohnte schottische Castles, die jedoch wenig Eindruck auf uns
machten (die Besichtigungen waren einfach zu sehr auf die Königsfamilie
abgestellt).
Wir besuchten
natürlich (wenn auch nur zu einem kleinen Teil) Loch Ness, ein nicht einmal
besonders schön gelegenes Loch. Aber man mußte ja mal dagewesen sein.
Wir bekamen
selbstverständlich auch unseren Single Malt Whisky - in sehr konzentrierter Form
auf dem Whisky-Trail im Speyside-Gebiet.
Wir fuhren bei
schönem Wetter Dampfeisenbahn.
Wir fanden unsere
schottische Lieblingsspeise : fish ´n chips
Wir hatten natürlich
auch Regen, Kälte und andere Formen des schottischen Wetter im Überfluß. Dazu
kam die Entspannung wirklich nicht zu kurz.
Im Klartext: Unsere
Erwartungen wurden in allen Belangen übertroffen.
Freitag, 26. März
1993
Der Treff an der
Autobahnabfahrt Wesel/Bocholt (Hamminckel) klappte hervorragend. Annette hatte
mich von Bonn aus mitgenommen und zum Zubringer gebracht. Wir fuhren quer rüber
nach Venlo. Von dort aus auf der Autobahn nach Eindhoven. Kurz vor der
belgischen Grenze übernachteten wir auf einem Parkplatz. Es war sehr kalt.
Samstag, 27. März
1993
Die Sonne schien. Es
war aber immer noch sehr kalt. Wir fuhren über Antwerpen Richtung Zeebrügge. Auf
halben Weg kam es Jörgen in den Sinn, die Buchungsunterlagen anzusehen. Als ich
die Bestätigung aus dem Tresor nahm, sah ich mit leichtem Schreck, daß unser
Schiff von Rotterdam (Europoort) aus starten sollte. Also drehten wir wieder und
fuhren zurück über Antwerpen nach Rotterdam. Um 12.50 Uhr waren wir inklusive
einer Frühstückspause am Europoort angekommen. Jetzt war es in der Sonne schön
warm. Als Jörgen um 14.00 Uhr die Tickets holte, kam, welch Überraschung, die
Verbindung Zeebrügge - Hull heraus. Aber alles war "no problem" und wir hatten
auch von Rotterdam aus unsere Spezial-Außenkabinen.
Das Abendessen an
Bord war toll. Mehrere Gänge in Selbstbedienung. Anschließend waren wir so
richtig müde. Da klopfte es an unsere Kabinentür. Ein Steward wollte unsere
Tickets sehen. Anscheinend war die Buchung nicht weitergegeben worden. Man hielt
uns für blinde Passagiere. Aber alles klärte sich rasch und wir konnten endlich
schlafen.
Sonntag, 28. März 1993
Morgens lag das
Schiff schon im Hafen von Hull, als wir frühstückten. Dann ging´s von Bord. Das
kleine Städtchen Hull durchquerten wir schnell. Die Morgensonne leuchtete und
versetzte uns in richtige Urlaubsstimmung. Über York fuhren wir schließlich auf
die Autobahn nach Norden und ab Scotch Corner über eine Verbindungsstraße auf
die West-Autobahn Richtung Glasgow. Schottland empfing uns mit Regen. Hinter
Stirling führte eine kleine Straße nach Aberfoyle. Die auf der Karte ausgeguckte
Stellplatzmöglichkeit in der Nähe der Trossachs erwies sich als
goldrichtig. Bei regnerischem Wetter übernachteten wir auf einem Hügel. Es war
sehr ruhig.
Montag, 29. März 1993
Morgens gegen 9.00
Uhr kam ein Bagger vorbei und baggerte etwas - für uns völlig undefinierbar. Wir
fuhren zu den ursprünglichen Trossachs. Das war die Bezeichnung für die etwa
zwei Kilometer lange Schlucht vom Loch Achray zum Loch Kathrine. Hier
wirkte wirklich alles ziemlich unberührt. Als wir am Loch Kathrine ankamen, war
auch hier alles noch ruhig. Aber die Gebäude verrieten einen guten Zulauf an
Touristen. Im See lag das Ausflugsschiff "Sir Walter Scott", nach dessen
Schriften die "Lady of the Lake" auf einer Insel des Loch Kathrine leben sollte.
Wir spazierten ein wenig auf der Straße am See entlang. Als wir dann nach
relativ kurzer Zeit wieder beim Hano ankamen, wimmelte es auf dem Parkplatz
bereits von Touristen. Von hier aus fuhren wir weiter nach Westen Richtung Oban.
Es regnete, regnete und regnete. Am Loch Seven suchten wir einen Stellplatz.
Aber auf den Parkplätzen durfte man nicht übernachten. Ansonsten war das Gelände
einfach zu steil und uneben. Jörgen hatte auf der Karte den West Highland Way
entdeckt. Leider gab es für diese Off-Road-Strecke keine Zufahrt, nur einen
Fußweg. Ein paar Meilen vor Fort William fanden wir einen Car park, einen etwas
abseits gelegenen Parkplatz, der sich als idealer Stellplatz erwies. Inmitten
dieses schrecklichen Regenwetters tanzten wir Rock n` Roll im Hano. Das war ganz
witzig.
Dienstag, 30. März 1993
Wir fuhren im Regen
nach Fort William. Fort William (11.200 Einwohner), liegt am Rande des Ben
Nevis, der mit 1.344 m der höchste Berg Großbritanniens ist. Der Ort war um
diese Jahreszeit ganz hübsch. Im Sommer soll er ja die Touristenhochburg der
Highlands sein. Wir wechselten Geld, kauften ein und fuhren zu einer
naheliegenden Ruine zum Frühstücken und weiter zu Neptune´s Staircase.
Acht direkt aufeinanderfolgende Stufen umfaßt die Schleusenleiter des
Meeresgottes, die dem Kaledonischen Kanal von der Meereshöhe des Loch Linnhe
19,5 m höher auf das Niveau des Loch Lochy verhilft.
Den tiefen
Einschnitt, der die Highlands wie am Lineal vom Nordosten nach Südwesten
zerteilt, machte sich der Ingenieur Thomas Telford nutzbar, als er 1803 mit dem
Bau des Caledonian Canal begann. Mit Hilfe von 29 Schleusen sollte dieser
Kanal den Atlantik, der in Fort William an Ufer spült, mit der Nordsee bei
Inverness verbinden. Eröffnung war 1822. Dieses, zur damaligen Zeit bestauntes
Wunderwerk der Technik, erfüllte jedoch nicht die wirtschaftlichen Erwartungen,
die in ihn gesetzt wurden. Heute nutzen ihn nur noch Sportboote und wenige
Fischkutter.
Von Neptune´s
Staircase aus fuhren wir über eine wunderschöne kleine Straße weiter nach Loch
Lochy (übrigens schien hier die Sonne) und Loch Ness. Es trübte sich
wieder ein. Noch frustiger war, daß Nessi sich nicht sehen ließ.
Am Urquhart Castle
machten wir wie alle anderen auch noch ein paar Fotos. Wie auf Bestellung
bildete sich über Loch Ness ein wunderschöner Regenbogen. Und im Regen gings
dann auch weiter Richtung Westküste. Auf einer Insel im Loch Duich liegt
Eilean Donan Castle, der trutzige Sitz der Mac Raes. Diese Burg kann
man in vielen Ritterfilmen bewundern.
Auf einer Single
Track Road, einer einspurigen Straße mit Ausweichbuchten, ging es weiter zur
Westküste. Übrigens ist diese Art von Straßen in den Highlands gang und gebe.
Zweispurige Straßen verbinden nur die wichtigsten Orte. Die Landschaft
beeindruckte uns immer wieder.
Es wurde immer
stürmischer. Die Stellplatzsuche erwies sich bei dem morastigen Untergrund als
etwas schwierig. Auf einem Parkplatz standen wir total schief. Nur ein paar
Kilometer weiter lud uns ein Plätzchen richtig zum Übernachten ein. Außer dem
mächtigen Sturm, der unser "Autochen" ein wenig hin und her schaukelte, war´s
einfach toll. Eine sagenhafte Landschaft, wie geschaffen für Country- Musik.
Unseren Musikabend richteten wir dann auch dahingehend aus.
Mittwoch, 31. März
1993
Die Sonne schien,
welch ein ungewöhnliches Gefühl nach dem vielen Regen von gestern. Mal sehen,
wie lange das anhält. Am Loch Maree vorbei fuhren wir über Gairloch und
Tournidig zur Corrieshalloch Gorge, einer anderthalb Kilometer und 61 m
tiefen schmalen Schlucht mit Wasserfall und wackeliger Hängebrücke. Jörgen hat
sich mal wieder über alle Vorschriften hinweggesetzt und ist über einen Zaun
geklettert, um einigermaßen anspruchsvolle Fotos zu fabrizieren. Die Schlucht
wurde vom Schmelzwasser der letzten Eiszeit geschaffen. Von der Hängebrücke aus
kann man auf den Fall of Measach schauen, der sich 45 m tief in eine Spalte
stürzt.
Über Ullapool fuhren
wir auf der Single Track Road am Loch Lurgainn entlang. Hier tranken wir Whisky
mit frischem Wasser. Schließlich landeten wir am Leuchtturm vom Point of
Stoer. Eine Piste führte noch weiter. Sie lockte, und so fuhren wir den
Hügel hinauf, bis wir oben ankamen und ein phantastisches Panorama genießen
konnten. Hier wollten wir übernachten. Die Sonne schien, aber es wurde zunehmend
windiger, der gegen Abend in einen leichten Sturm überging. Bei unserem sit-in
am Steinhaufen, oben auf dem Hügel über dem Point of Stoer, bot sich daher
Glühwein mit Rum richtig an.
Donnerstag, 1. April 1993
Nachts regnete es mal
wieder und morgens war alles ganz verhangen. Von Sonne keine Spur. Dann klarte
es sehr schnell auf. Und wieder beeindruckte uns das Panorama. Endlich wurde die
Duschkabine eingeweiht und zu ihrem eigentlichen Zweck benutzt. Das Waschfest
war sehr ausgiebig.
Weiter ging es über
eine phantastische Single Track Road bergauf und bergab (bis 25% Steigung und
Gefälle) zum Loch Assynt. Im See steht auf einer kleinen Halbinsel die Ruine
Ardvreck Castle aus dem 15. Jahrhundert. Dieser kleine Abstecher hierher
hatte sich wirklich gelohnt. Ohne Gummistiefel wären wir allerdings
aufgeschmissen gewesen, denn zur Ruine mußten wir durch einen Bach hindurch.
Anschließend ging es to "The North" weiter auf einer zweispurigen Straße. Die
Parkplätze auf dieser Strecke weisen alle das Schild "no overnight camping" auf,
aber wir werden schon das entsprechende Plätzchen finden. An einer viel
befahrenen Straße würden wir nur im Notfall übernachten.
Die Sonne schien mit
nur kurzen Unterbrechungen. Echt schön.
In Durness, an der
Nordküste" besichtigten wir die Caves of Smoo. Diese riesige Höhle, der
Ausgang ist 30 m breit und 15 m hoch, wurde schon von den Pikten besiedelt; die
Wikinger gaben ihr den Namen und später versteckten sich hier Schmuggler. In der
Höhle kommt der Fluß, der auf der anderen Seite der Straße plötzlich
verschwindet, als Wasserfall heraus. In den Felsen an der Steilküste nisten vor
allem Möwen.
Schließlich fanden
wir am Loch Eriboll einen Stellplatz in den Hügeln, der nur mit Allrad zu
erreichen war. Es war herrlich ruhig und wir waren von der Straße aus nicht zu
sehen.
Freitag, 2. April
1993
Morgens um 8.35 Uhr
war der Himmel bedeckt und das ist er auch erst einmal geblieben. Von unserem
schönen Stellplatz aus fuhren wir quer durch die Nordwest Highlands am Loch Hope
vorbei zum Dun Dornaigil Broch. Zumindest regnete es nicht. Die Burg
stammt aus der Eisenzeit; eine Seite ist über 5 m hoch.
Das Wort Broch
leitet sich von dem norwegischen Begriff Borg her, ist also verwandt mit unserer
Burg. Im Gälischen wird oft der Begriff dun verwendet, der ebenfalls
Festung, manchmal aber auch Hügel oder Kuppe bedeutet, wenn diese sich für den
Bau einer Festung geeignet hätten.
Charakteristisch für
Brochs ist der kreisrunde, aus Steinen ohne Mörtel aufgeschichtete Turm, der
noch von einigen kleineren Hütten umgeben sein konnte. Am niedrigen Eingang
findet sich häufig, in die dicke Fundamentmauer eingelassen, eine sogenannte
Wächterzelle. Die Mauern, die eine Höhe bis zu 13 m erreichten, waren innen hohl
und boten so Platz für Vorratskammern. Die Brochs sind ca. 200 v. Chr. bis 200
n. Chr. entstanden. Einige wurden noch in der Zeit des frühen Mittelalter
bewohnt. Über die Bewohner dieser Brochs ist dagegen so gut wie gar nichts
bekannt. Fundstücke und Lage vieler Brochs lassen vermuten, daß ihre Bewohner
Bauern waren, die sich z. T. auch von Fischerei und Jagd ernährten.
Kurz hinter dem Broch
wollte Jörgen unbedingt wissen, was auf einem Schild bei einer abbiegenden Piste
stand. Statt auf die schmale Straße zu achten guckte er zur Seite und geriet mit
den beiden linken Rädern von der Straße ab in ein Moorloch. Nur mit Vollgas kam
er auf die Straße zurück. Leider kostete uns dieser "Ausflug" einen Staukasten
und wahrscheinlich auch die Stabilität der hinteren Blattfedern, denn der Hano
war plötzlich schief und der Aufbau hing stark nach links.
An den Cnoc
Freiceadain Cairns machten wir Mittagspause. Während wir speisten, kamen die
Schafe auf die Weide, rush-hour in Scotland. Später erklommen wir dann in
Gummistiefeln die Hügel. Oben befanden sich die nicht besonders gut erhaltenen
Cairns, Gemeinschaftsgräber der früheren Bauerngemeinschaften, die zwischen 4000
und 2500 v. Chr. errichtet wurden. Aber wir hatten einen guten Blick auf das
Atomkraftwerk, das den Menschen in der Region Caithness die Arbeitsplätze
sichert. Wir befanden uns hier also in der nördlichsten Grafschaft des
britischen Festlandes. An der Küste besuchten wir zuerst Scrabster. Leider war
am Hafen und der Fähre nach Orkney und Shetland Schluß. Wir spazierten also
weiter am Leuchtturm, hier in Schottland besser Leuchthaus (lighthouse) genannt,
vorbei und drehten bald um, denn die Sicht war schlecht. Also weiter bis Dunnet
Head. Dort hätten wir auf dem riesigen Parkplatz übernachten können. Hier in
Caithness waren die Schilder "no overnight camping" selten. Aber unterhalb des
Viewpoint (Aussichtspunkt) fanden wir eine wie für uns angefertigte Plattform
mit wieder mal wunderschönem Panorama. Leider war es ziemlich kalt. Dunnet
Head ist der nördlichste Punkt des britischen Festlandes und überschaut den
westlichen Meereseingang der Pentland Straße. Das Lighthouse wurde 1832
errichtet, die Lichtkuppel befindet sich 122 m über dem Meer.
Samstag, 3 April 1993
Es war kalt und sehr
windig. Wir machten einen kleinen Abstecher um Mey´s Castle herum, da
Besichtigungen nicht erlaubt waren. Dieses Schloß ist die Caithness Residenz
Ihrer Hoheit, Königin Elisabeth, Mutter der Königin. Es wurde zwischen 1566 und
1572 vom 4. Grafen von Caithness errichtet. Bei Duncansby Head, der
Nordostspitze des schottischen Festlandes wollten wir die Duncansby Stacks
betrachten, mehrere einzigartige, kegelförmige Felssäulen in der Brandung
südlich der Landspitze.
Wir liefen zwar wegen
des doch sehr starken Windes recht eingemummelt los, hatten aber keine
Gummistiefel an. Als Jörgen dann auf einem sehr rutschigen Stück den Halt
verlor, faßte er in Stacheldraht und riß sich den linken Zeigefinger mächtig
auf. Zurück beim Hano wurde die Verletzung erst einmal behandelt. Nunmehr mit
Gummistiefeln bewaffnet, zogen wir wieder los Richtung Stacks. Auch die
Verletzung hielt Jörgen nicht davon ab, über Zäune direkt an die steil
abfallenden Klippen zu steigen, nur um Fotos zu machen. Aber die Aussicht und
die Beobachtung der Vögel war schon etwas besonderes. Anschließend fuhren wir
ein paar Meter bergab zu einem "Parkplatz", auf dem wir es uns bequem machten.
Nach einem Strandspaziergang fuhr Jörgen den Hano noch ein Stück am Strand
entlang. Das war auch ganz gut so, denn es war dort etwas weniger windig. Zudem
herrschte nachts ein richtiger (kleiner?) Sturm.
Sonntag, 4. April
1993
Morgens war es
ziemlich kalt und bedeckt. Zeitweise regnete es. Wir gammelten, daß heißt,
Jörgen gammelte und ich arbeitete an meinem Konzept für Bonn. Nachmittags klarte
es dann auf und die Sonne lugte hervor. Trotzdem blieb es sehr ungemütlich. Wir
waren in diesem Urlaub auf Rommé-Trip und so spielten wir auch diesen Abend
wieder. Der Wind nahm wieder zu und nachts war es wieder sehr, sehr stürmisch.
Montag, 5. April 1993
Das Wetter war gar
nicht gut. Dabei hatten wir so sehr gehofft, daß es nicht regnet. Aber bereits
nach ein paar Kilometern fing es schon an. Wir fuhren nach Girnigoe Castle,
dessen "neuer" Flügel Castle Sinclair heißt. Schon der Fußweg vom
Parkplatz bis zu den Ruinen ist einen Bericht wert. So naß waren wir schon lange
nicht mehr geworden. Ich kann mich überhaupt nicht an derartige Nässe erinnern
(es sei denn ich bade). Der Wind peitschte den Regen in das Gesicht und an die
Jeans. So hatten wir noch nicht einmal Lust die Hände aus den einigermaßen
warmen Taschen zu nehmen um zu fotografieren. Girnigoe Castle muß eine der am
spektakulärsten gelegenen Burgen in Schottland gewesen sein. Die Ruinen liegen
auf einer Klippe mit tollem Meeresblick. Die wichtigsten Reste sind das
Burgverlies, welches aus vier Stockwerken besteht, von denen die unteren beiden
gewölbt sind. Der ältere Teil (Girnigoe) wurde zwischen 1476 und 1486 erbaut,
der neue Flügel (Castle Sinclair) wurde 1607 angefügt. Es war nach allen
Strapazen des Hinweges doch sehr beeindruckend, inmitten dieser Mauern zu
stehen. Leider pfiff der Wind durch sämtliche Ritzen, und da wir klitschnaß
waren, wurde uns schnell kalt. Der Rückweg war nicht besser als der Hinweg und
so konnten wir unsere Klamotten am Hano auswringen. Nebenbei bemerkt, wir hatten
Regenklamotten und Gummistiefel an! Sogar im Hano kam das Wasser durch die
Fenster.
Nachdem wir uns
einmal vollständig umgezogen hatten, begaben wir uns auf die Suche nach Whaligoe,
365 Stufen an den Klippen zu einem kleinen Hafen hinunter. In dem kleinen Sturm,
der die Gischt die Klippen hinaufpeitschte, haben wir den Ort jedoch nicht
gefunden. Also weiter zu dem Hill o many Stones. Aber dieser Hügel konnte
uns nicht sehr begeistern, obwohl diese prähistorischen, rätselhaften
Steinformationen nur in den Grafschaften Caithness und Sutherland gefunden
wurden. Es sind Steinkreise oder Steinreihen, die aus nicht sehr großen
aufgestellten Steinen bestehen. Dagegen waren die Grey Cairns of Camster
wirklich sehenswert. Die beiden Kammer-Grabhügel sind so restauriert worden, daß
man hineinkriechen kann. Bei den Pfützen, die der Regen hinterlassen hatte,
suchten wir uns die besten Eingänge aus. Die Grabkammern sind klein und
versteckt in den langen Hügeln. Die niedrigen Wände oder "Hörner" an den Enden
der beiden Grabhügel umschließen Vorhöfe, in denen vermutlich die
Beerdigungszeremonien stattfanden.
Auf dem weiteren Weg
hatten wir plötzlich Nebel, Sonne, Regen und alles andere, was das Wetter
hergibt. An einer kleinen Seitenstraße fanden wir dann einen netten Stellplatz
an einem Fluß. Vorher hatte Jörgen noch ein Highland Cattle (für uns:
Highland-Büffel) fotografiert. Diese Art Rinder werden in Schottland nur noch
von Liebhabern gezüchtet, da sie im Vergleich zu anderen Rindern kein
lohnenswertes Schlachtgewicht auf die Waage bringen. Der Eigentümer des von
Jörgen fotografierten Highland-Büffels findet das Tier wegen der krummen Hörner
nicht vollkommen. Aber "he look so lovely". Und da hatte er recht. Es war
windstill und regnete nicht.
Dienstag, 6. April
1993
Das Wetter war wieder
mal, wir hatten es auch gar nicht anders erwartet, recht unterschiedlich. An den
Falls of Shin, einem Wasserfall, wo es sehr viele Lachse geben sollte, war
nicht viel zu sehen. Die Lachse steigen erst von Juni bis September die Fälle
hoch. Also begaben wir uns auf den Weg zum Whisky-Trail in das Speyside-Gebiet.
Hier haben sich konzentriert viele Whisky-Destillerien angesiedelt, da hier
alles zusammenkam, was der Malt-Whisky benötigt: Klares, weiches Quellwasser,
Gerste und der Torf, der beim Trocknen der Gerste den rauchigen Geschmack
verursacht.
In der Nähe von
Forres besuchten zunächst nach einigem Herumsuchen die Dallas Dhu Distillery,
die seit 1986 ein Museum ist. Hier kann man in aller Ruhe und ohne Führer die
Produktion von Malt Whisky, vom Malzen der Gerste bis zum unter Zollverschluß
stehenden Lagerhaus, nachverfolgen. Zum Schluß bekamen wir außer einem
Filmvortrag in Deutsch auch noch ein Glas Whisky geboten. Auf dem weiteren Weg
suchten wir Sueno´s Stone, einen etwa 6 m hohen Stein, der zu den
außergewöhnlichsten piktischen Bildersteinen Schottlands gehört. Nach einigem
Hin und Her fanden wir ihn auch. Er war wegen der schon sichtbaren Verwitterung
in einen Glaskasten eingesperrt worden. Auf der einen Seite des schmalen
Sandsteins ist eine Schlachtszene abgebildet. Köpfe, Körper und Waffen drängen
sich um einen piktischen Rundturm, einen Broch, während die andere Seite ein
Kreuz mit dem typischen Ring zeigt. Der Stein stammt aus dem 9. oder 10.
Jahrhundert und wurde vermutlich anläßlich eines Sieges über einfallende
Wikinger aufgestellt.
In Elgin mußten wir
noch mal tanken und haben gleichzeitig fish ´n chips gekauft, der Anfang
einer künftigen sehr einseitigen Nahrungsaufnahme in Schottland. Hinter Dallas
fuhren wir einen Hügel hinauf, der oben abgesperrt war. Aber in einer
Seitenschneise fanden wir im Wald einen Stellplatz. Im Hano war es eigenartig
warm.
Mittwoch, 7. April
1993
Heute begannen wir
den richtigen Whisky-Trail. "Morgens" fuhren wir zunächst zur Tamdhu-Distillery.
Die Besichtigung kostete 2 Pfd. pro Person, die beim Kauf einer 0,7
Liter-Flasche wieder gegengerechnet werden. Am Schluß bekamen wir wieder einen
Probewhisky. Anschließend fuhren wir zur nahegelegenen Cardhu-Distillery. Hier
werden die Jonnie Walker Whisky´s hergestellt. Die Führung war kostenlos und man
konnte, wenn man wollte, auch die Zwischenstufen (z.B. die Maische) probieren.
Das war nichts für mich. Ich hielt mich dafür wieder an den Probeschluck am Ende
der Führung.
Und schon gings
weiter zum nächsten Punkt. In Glenfarclas Distillery hatten wir uns einer
Reisegesellschaft angeschlossen und den Probewhisky getrunken, ohne an der
kostenpflichtigen Führung teilgenommen zu haben (2 Pfd. pro Person). Die vierte
Destillery an diesem Tag war Glenfiddich. Hier besuchten wir zunächst eine
Multi-Media-Show. Anschließend fand die Führung statt, die wiederum mit einem
Probewhisky endete. Nach diesem konzentrierten Alkoholgenuß kam uns der
Fußmarsch zur naheliegenden Castle-Ruine Balvenie gerade recht. Das
Castle wurde im 13. Jahrhundert als Festung des Earl of Buchan erbaut und
entwickelte sich von der Festung eines feudalen Barons zu einem stattlichen
Wohnsitz, wie er für einen Renaissance-Adligen angemessen erschien. Wir
kletterten auf den Steinen und in dem Gemäuer herum.
Dann begaben wir uns
auf Stellplatzsuche in Richtung Huntly. Sie erwies ich in dieser Gegend als
äußerst schwierig. Zuletzt fanden wir ein offenes Gate am Waldrand. Hier standen
wir ruhig und geschützt.
Donnerstag, 8. April
1993
Es war nachts sehr
kalt (-0,5° C.), aber es regnete oder schneite nicht. Als wir Huntly
Castle erreichten, war es mächtig windig und kalt. Diese Castle-Ruine ist
besonders schön. Herrliche heraldische Embleme verzieren das Tor und die
Burgmauern. Man kann hier die architektonische Geschichte der Burg durch fünf
Jahrhunderte beobachten. Recht gut erhalten ist auch das Brauhaus, eine
Einrichtung, die bis ins 19. Jahrhundert alle größeren Haushalte hatten. So
tranken die Mannen von Huntly in Ermangelung von Tee etwa eine Gallone Ale
pro Tag und Mann, eine Menge, die zu damaliger Zeit keineswegs unüblich war.
Alles in allem war
der Besuch schon den Abstecher wert.
Und wieder ging es
zurück auf unseren Whisky-Trail. Hier besuchten wir zunächst die Glenlivit
Distillery und zum Schluß die Tamnavulin-Distillery. Diese war erst 1966
errichtet worden. Die Wash-Bottiche waren daher auch nicht mehr aus Holz.
Natürlich verzichteten wir auch bei diesen beiden Destillerien nicht auf unseren
Probeschluck. Bei der Tamnavulin-Distillery nahmen wir auch Whisky-Marmelade
mit, die gar nicht schlecht schmeckte. In Anbetracht der fortgeschrittenen Zeit
fingen wir an, einen Stellplatz zu suchen. In dem Skigebiet, das wir zunächst
durchfuhren, war an einen Stellplatz nicht zu denken. Es war schrecklich kalt
und wir konnten durch den dichten Nebel überhaupt nichts sehen. In einem kleinen
Ort kauften wir schließlich erst einmal wieder fish ´n chips. Nachdem wir so
richtig vollgefressen waren, fanden wir in einer "Sackgasse" im Wald einen
schönen Stellplatz.
Freitag, 9. April
1993
Wir sind morgens sehr
spät losgefahren. Außerdem regnete es mal wieder zur Abwechslung. Unsere Reise
führte uns zunächst nach Crathes Castle. Das Tower-Castle wird gerade von
außen restauriert und ist zumindest äußerlich nicht sehenswert. Der Eintritt nur
für das Castle betrug 2,80 Pfd. pro Person. Normal wäre 3,50 Pfd. incl. Garten.
Aber die Gärten waren um diese Jahreszeit erstens nicht besonders sehenswert und
zweitens regnete es ja. Also schauten wir uns das Schloß von innen an. Crathes
Castle wurde zwischen 1556 und 1596 auf Geheiß Alexander Burnett´s errichtet,
dessen Familie schon seit über 300 Jahren auf diesem Grund lebte. Auch die
nächsten 350 Jahre verbrachte die Burnett-Familie in der Burg, die Ende des 17.
Jahrhunderts noch um einen Seitenflügel erweitert wurde. In einer richtigen
schottischen Burg darf natürlich auch das Schloßgespenst nicht fehlen. Erstmal
gesichtet wurde die Green Lady im 18. Jahrhundert, 100 Jahre bevor das
Gerippe eines Babys in der Wand des Green Lady´s Room gefunden wurde.
Augenzeugen wissen denn auch zu berichten, daß die Green Lady immer mit einem
Kind im Arm erscheine. Während unseres Besuches ist natürlich wieder mal niemand
erschienen. Aber wahrscheinlich waren dem Geist auch zu viele Menschen im Schloß
unterwegs. Wir unternahmen noch einen kurzen Abstecher nach Drum Castle,
das jedoch leider geschlossen hatte. Dafür gab dieses Schloß von außen einiges
her und war sehr fotogen.
Unsere Route führte
uns nach Stonehaven und damit nach Dunnottar Castle. Es regnete immer
noch. So beschlossen wir erst einmal zu essen, bevor wir uns in das Unwetter
stürzen. Dunnottar Castle ist eine der schönsten Burgruinen, die ich je gesehen
habe. Die Lage und die riesige Anlage, die langsam restauriert wird, ist
beeindruckend.
Dunnottar Castle
besitzt keine Festungsmauern und war trotzdem so sicher, daß während der
Cromwell´schen Kriege die schottischen Reichsinsignien hier aufbewahrt wurden.
Die Burg steht auf einem über 50 m hohen Felsen im Meer, mit nur einer schmalen
Verbindung zum Festland. Ein enger, steil gewundener Pfad war der einzige Zugang
zur Burg und konnte mit nur wenigen Soldaten selbst gegen ein großes Heer
verteidigt werden. Auch wir erklommen den Felsen über den schmalen Pfad und
trafen gleich am Eingang auf eine Kassiererin, die uns erst einmal das Wegegeld
abknüpfte (1,50 Pfd. pro Person). Wir konnten zum Teil in die Ruinen hineingehen
und auch die bislang wenigen restaurierten Räume bestaunen. Unser Glück beim
Besuch von Ruinen blieb uns hold, es regnete in Strömen und wir kamen
schließlich wieder völlig durchnäßt beim Hano an.
I
Samstag, 10. April
1993
Es regnete immer noch
und es war sehr kalt. Im Hano war schon alles etwas klamm. Wir nahmen den Weg
über die Forts White and Brown Caterthun. Dort hatten die Pikten
Verteidigungswälle hoch oben auf den Hügeln angelegt. Inzwischen regnete es
nicht mehr, sogar die Sonne schien. Auch als wir bei Glamis Castle
ankamen verriet nur noch der weiche Untergrund auf dem Parkplatz, daß es vor
nicht allzulanger Zeit geregnet haben mußte. Das große L-förmige Turmhaus mit
niedrigeren Anbauten auf beiden Seiten ist in seiner heutigen Form erst im 17.
Jahrhundert entstanden, trotzdem sind Teile des Towers wesentlich älter und
wurden bereits im 14. Jahrhundert errichtet. Glamis ist eine jener drei Burgen,
die Schauplatz der Ermordung Duncan´s durch Macbeth gewesen sein soll. Doch
ebenso wie bei den anderen Burgen spricht das Alter gegen diese Theorie, da
Duncan bereits im 11. Jahrhundert getötet wurde. Glamis ist zudem berühmt für
seine Gespenster. In der Krypta spielt der riesige rotbärtige Beardie Crawford
am Sabbath Karten mit dem Teufel und niemand kann im Inneren des Castle das
Zimmer zu einem Fenster finden, das von außen deutlich in einem der oberen
Stockwerke zu sehen ist. Wir wurden in einer großen Gruppe durch Teile des
Schlosses geführt. Da Queen Elisabeth, die Queen Mother, in Glamis Castle
aufgewachsen ist, dreht sich natürlich bei den Führungen fast alles um sie.
Neugierig waren wir
auch auf die beiden Schiffe, die Fregatte
Unicorn und die Dreimastbark Discovery, die im Hafen von Dundee vor
Anker liegen sollten. Also begaben wir uns dorthin. Das Kriegsschiff Unicorn,
dessen Gallionsfigur ein Einhorn ist, wurde 1824 erbaut und bietet Platz für 46
Kanonen. Leider befindet sich die Gallionsfigur in einem Museum und die Masten
des Schiffes fehlen auch. Von außen bietet die Fregatte daher einen etwas
trauiges Bild. Der Rundgang im Inneren des Schiffes vermittelte uns jedoch einen
Eindruck vom Leben in der Royal Navy des 19. Jahrhunderts. Es war jedenfalls
sehr interessant. Als Ersatz für das traurige Äußere der Unicorn nahmen wir uns
Postkarten mit dem ehemaligen majestätischen Aussehen der Fregatte mit.
Meine Enttäuschung
war dann aber doch sehr groß, daß die Discovery, das Antarktisexpeditionsschiff
von Captain Scott, um diese Jahreszeit geschlossen hatte. Die Masten lagen neben
dem Schiff. Na, ja, da kann man nichts machen.
Auf kleinen Straßen
irrten wir in die grobe Richtung nach Stirling. Auf einem Parkplatz fanden wir
einen Stellplatz mit Aussicht auf einen wunderschönen Sonnenuntergang.
Ostersonntag, 11.
April 1993
Es regnete nicht, war
aber durch den Wind sehr kalt. Wir bemalten Ostereier. Anschließend fuhren wir
direkt nach Bo´ness zur Dampfeisenbahn. Zunächst hatten wir noch eine kleine
Führung durch das Gelände. Um 12.45 Uhr ging es dann los. Die kleine Dampflok
"Maude" aus dem Jahr 1915 zog die alten Waggons 3,5 Meilen nach Birkhill. Am
Berg hatte sie ganz schön zu kämpfen. In Birkhill besichtigten wir einen Teil
der Kohlenmine. Leider habe ich den Führer kaum verstanden, nur durch seine
Gestiken erkannte ich den Sinn seiner Rede. Dann dampften wir zurück nach
Bo´ness. Die ganze Sache war ganz witzig, außerdem schien die Sonne!! Über
Edinburgh fuhren wir in Richtung Süden. An einer kleinen Straße, eher ein
Feldweg mit Schlaglöchern fanden wir einen tollen Stellplatz in den Bergen.
Gegen Abend regnete es wieder.
Ostermontag, 12.
April 1993
Es war morgens
nebelig, aber ganz gemütlich im Hano. Eine Gruppe Mountain-bike-Fahrer kam
vorbei. Wir beschlossen, einen Abstecher nach Hermitage Castle zu machen,
das eine Ritterburg im eigentlichen Sinne darstellen sollte. Von außen sah diese
Trutzburg ja ganz in Ordnung aus. Aber innen war kaum noch eine Mauer da. Im
Jahre 1566 ritt Mary Queen of Scots in mörderischem Galopp vom 40 km entfernten
Jedburg zum Hermitage Castle, um ihren Geliebten Bothwell zu sehen, der bei
einem Gefecht stark verwundet worden ist. Der Ritt erschöpfte Mary dermaßen, daß
sie ein starkes Fieber befiel, von dem sie sich nur langsam wieder erholte.
Nach der Besichtigung
fuhren wir quer über die kleinen Straßen nach Holy Island Dort waren wir
bereits wieder in England und es war Tourismus total angesagt. Die Zufahrt zur
Insel war von den Gezeiten abhängig. Tafeln mit den genauen Zeiten hingen auf
beiden Seiten. Die Besichtigung der Burg war uns zu teuer und auf dem Parkplatz
durfte man auch nicht übernachten. So fuhren wir wieder zurück, besorgten uns
fish ´n chips und fuhren auf einen Parkplatz bei einem kleinen Ort. Da es sich
um eine Sackgasse handelte, war es sehr ruhig.
Dienstag, 13. April
1993
Morgens spazierten
wir am Strand entlang. Anschließend fuhren wir nach Alnwick, tauschten Geld,
kauften ein und aßen fish ´n chips. In einem forest nahe Newcastle stellten wir
uns auf einen Platz (Parkplatz?), gammelten und spielen Rommé.
Mittwoch, 14. April
1993
Morgens habe ich
Jörgen früh aus dem Bett geworfen. Schönes Wetter kündigte sich an, aber es war
ziemlich kalt. Wir fuhren in Newcastle direkt zum Hafen, da wir uns noch die
Tickets besorgen mußten. Die Buchungsunterlagen waren in Deutschland nicht mehr
rechtzeitig vor Abfahrt eingetroffen. Alles lief problemlos ab. Es war angenehm
warm. Um 12.10 Uhr waren wir an Bord der Winston Churchill und erkundeten
das Schiff. Die Kabine war sehr groß, aber sie lag auch im untersten Deck. Noch
unter den Autodecks. Wir stellten unsere Uhren wieder auf die Mitteleuropäische
Sommerzeit um und spielten Rommé. Wir duschten ausgiebig und labten uns abends
an dem (ziemlich teuren) Skandinavischen Büfett. Der Fisch war allerdings sehr
gut, während man den Rest vergessen konnte. Schließlich kostete uns der Spaß DM
77,20 für 2 Personen ohne Getränke.
Donnerstag, 15. April 1993
Hamburg empfing uns
mit Sonnenschein und 13° C.
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